Gründe für seine Entscheidung, die ihm alles andere als leicht gefallen sei, habe er mehrere, sagt er im FT-Gespräch. Ein wesentlicher Punkt sei die angespannte personelle Situation in der Gastronomie. Paulus: „Der kommende und schon spürbare Preisdruck und die Inflation erschweren ein wirtschaftliches Arbeiten zusätzlich.“ Zudem seien die künftigen Maßnahmen in Bezug auf Corona noch nicht abzusehen.
Wirt sieht seine beiden Kinder kaum
Mindestens genauso wichtig aber sei ihm der familiäre Aspekt. Paulus ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Die Zeiten von Familie und Beruf hätten nicht zusammengepasst. „Ich hab’ meine Kinder kaum gesehen“, sagt Paulus. Das wollte er ändern. Der Gastronom will aber in der Branche bleiben und hat schon eine neue Stelle in Aussicht, wie er verrät. Dann allerdings zu familienfreundlicheren Zeiten.
Zu einem gutgehenden Restaurant gemausert
Das Lokal hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren zu einem gut gehenden Restaurant mit einem beliebten Außenbereich entwickelt. Für Paulus ein ideales Feld für jemanden, der etwas Geschaffenes weiter betreiben möchte. Die Ausstattung sei vorhanden, es müsse nichts neu gestaltet werden. „Die ,Heimkantine‘ hat Potenzial und kann weiter gut laufen“, zeigt sich der 44-Jährige überzeugt. Es sollte aber jemand machen, „der nicht familiär gebunden ist, der den Mut und die Tatkraft hat, das weiterzuführen, was ich begonnen habe“. Und: „Man braucht nur Zeit, viel Zeit!“
Nicht mehr zu bewältigen
Er selbst höre nicht deshalb auf, „weil es nicht läuft, sondern weil es sehr gut läuft und ich es nicht mehr bewältigen kann“, schreibt er in einer Erklärung weiter. Wenn der Nachfolger Engagement und pfiffige Ideen mitbringt sowie besonnen und klug mit dem Verein zusammenarbeitet, dann könne hier weiterhin Großes wachsen, stellt der scheidende Pächter fest.
"Eine echt geile Zeit"
„Es waren wunderbare vier Jahre, die ich mit der ,Heimkantine‘ erlebt habe, und diese werde ich nicht missen wollen“, meint Paulus abschließend. Es sei auch nicht immer leicht gewesen, man habe viele Leute kommen und gehen sehen. Aber: „Wir konnten tolle Veranstaltungen machen und hatten eine echt geile Zeit.“
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