Restrukturierung
900 Beschäftige demonstrieren bei Schaeffler
900 Beschäftigte aus allen deutschen Schaeffler-Standorten nahmen an der Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach teil.
900 Beschäftigte aus allen deutschen Schaeffler-Standorten nahmen an der Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach teil.
IG Metall
Am Mittwoch fand ein Aktionstag bei Schaeffler  in Herzogenaurach statt. Unser Foto zeigt den plakativen Protest der Teilnehmer.
Am Mittwoch fand ein Aktionstag bei Schaeffler in Herzogenaurach statt. Unser Foto zeigt den plakativen Protest der Teilnehmer.
IG Metall
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Herzogenaurach – IG Metall und Schaeffler-Beschäftigte fordern bei bundesweitem Aktionstag in Herzogenaurach zukunftsfähige Produkte für alle Standorte.

Der bundesweite Aktionstag am Mittwoch gegen die jüngsten Stellenabbaupläne von Schaeffler sendete ein deutliches Zeichen an das Unternehmen: Die Beschäftigten wehren sich und halten zusammen – deutschlandweit und über alle Standorte hinweg. Das berichtet die IG Metall in einer Pressemitteilung.

Fünf vor zwölf

900 Beschäftigte aus allen deutschen Schaeffler-Standorten nahmen an der Kundgebung vor der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach teil. Sie  war bezeichnenderweise auf fünf vor 12 Uhr terminiert.  Am  Heimatstandort  begannen anschließend die ersten Gespräche über die Umsetzung des aktuellen Restrukturierungsprogramms zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern. 

Tausend Stellen in Deutschland bis 2026

Schaeffler hatte im November angekündigt, 1300 weitere Stellen abzubauen, vor allem in Geschäftsfeldern, die sich mit der Technik für Verbrenner-Fahrzeuge beschäftigen. 1000 Stellen sollen bis 2026 allein in Deutschland wegfallen. 


„Dies ist keine Folge der gestiegenen Energiekosten oder gar der geopolitischen Situation, sondern der Transformation“, hatte Vorstandschef Klaus Rosenfeld im November erklärt. Er machte vor allem die rasanten Entwicklungen auf den Automobilmärkten in den USA und in China verantwortlich, die stark auf E-Antriebe setzten.

 Soziale Transformation

Gemeinsam verliehen IG Metall und Beschäftigte bei der Kundgebung ihrer Forderung nach einer sozialen Transformation Nachdruck, schreibt Elisabeth Mongs, erste Bevollmächtigte der IG Metall Erlangen. Die Gewerkschaft forderte das Unternehmen auf, die Werke zukunftsfähiger aufzustellen, statt auf Personalabbau zu setzen. Zudem sollten die Mitarbeiter qualifiziert werden, um für neue Herausforderungen fit zu sein. Konkret verlangten sie: keine Standortschließungen, keine betriebsbedingten Kündigungen, eine Verlagerung nach Osteuropa stoppen und eine gezielte Stärkung aller deutschen Standorte durch innovative und zukunftsfähige Produkte. 

Salvatore Vicari, Vorsitzender des Schaeffler-Gesamtbetriebsrates, betont: „Eine soziale Transformation bei Schaeffler ist möglich. Das Unternehmen ist hoch innovativ und dies muss die Grundlage der Transformation des Unternehmens sein“.  Und weiter: „Eine Transformation ohne betriebsbedingte Kündigungen, ohne Schließung weiterer Werke und innovative Neuprodukte sind machbar!“

Qualifikation ist wichtig

Ein wichtiger Baustein bei der Transformation eines Unternehmens ist die Qualifikation der Belegschaft“, ergänzt Grigore Beutura, stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats Herzogenaurach. „Sowohl eine zukunftsträchtige Ausbildung als auch interne Weiterbildungsmöglichkeiten für neue Technologien sind unabdingbare Instrumente um Beschäftigung zu sichern.“


Jürgen Wechsler, Beauftragter der IG Metall bei Schaeffler und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, stellt klar: „Wir wollen die Transformation nicht verhindern, aber so gestalten, dass es zu einer Stärkung der betroffenen Standorte kommt. Dazu müssen zukunftsfähige Produkte auf alle Standorte bei Schaeffler aufgeteilt werden.“

Schon 2020 waren es 4400 Stellen

Seit 2016 jagt bei Schaeffler ein Abbauprogramm das nächste, kritisiert die IG Metall in ihrer Pressemitteilung. 2020 erst wurde die Streichung von insgesamt 4400 Stellen in Deutschland verkündet. Anfang November 2022 kündigte Schaeffler den Abbau von deutschlandweit weiteren 1000 Arbeitsplätzen bis 2026 an. Rund 600 der neuen Stellenstreichungen betreffen einmal mehr die Unternehmenszentrale in Herzogenaurach.

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