Mut gehört schon dazu, wenn man in Zeiten wie diesen als Unternehmen in große Erweiterungen investiert. Umso mehr, wenn man als Chef gerade mal 23 Jahre jung ist. Lars Rommel, Geschäftsführer des Erdenwerks Neuland Hum, schaut trotz Krieg, Energiekrise und Pandemie zuversichtlich in die Zukunft. Im Wachenrother Ortsteil Buchfeld will er den seit Jahrzehnten bestehenden Betrieb erweitern.
Für den vorbeifließenden Verkehr kaum sichtbar liegt das Erdenwerk in einer Kurve an der Steigerwaldstraße in Buchfeld. „Wir arbeiten sehr unauffällig“, sagt der Jungunternehmer. Dazu gehört auch, dass die rund 150 Einwohner des kleinen Ortsteils so wenig wie möglich durch das Unternehmen gestört werden sollen:
Geschäftsführer seit wenigen Wochen
Der LKW-Verkehr fließt über eine rückwärtige Zufahrt und muss daher nicht durch den kleinen Ort rollen. „Wir hatten während der Pandemie praktisch keine Einbrüche“, sagt Rommel. Vor wenigen Wochen erst hat der junge Buchfelder die Geschäftsführung übernommen − von seinem Onkel Jörg Rommel, der im Frühjahr verstorben ist. Seine Tante Elvira Rommel unterstütze ihn jedoch nach Kräften, sagt der Jungunternehmer, der nach eigenen Worten „mit dem Betrieb aufgewachsen ist“.
Was ist eigentlich ein „Erdenwerk“?
„Wir produzieren die unterschiedlichsten Blumenerden, Pflanzsubstrate und Rindenmulch“, informiert Rommel. Die Produkte werden im Erwerbsgartenbau gebraucht, gehen an Gärtnereien, in den Landschaftsbau, an Bau- und Gartenmärkte, den Landhandel, oder auch in Supermärkte. Der Verkauf an Endabnehmer sei der kleinste Teil. Er mache weniger als ein Prozent aus. „Unser Kundenspektrum reicht vom Hobbygärtner über Gärtnereien, Landschaftsbau und Gemeinden bis hin zu namhaften Großabnehmern.“ Absatzgebiet ist nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich und die Schweiz.
Die Ausgangsstoffe für die verschiedenen Produkte sind verschieden. Sie werden nach den speziellen Anforderungen der Kunden gemischt, dosiert und mit Dünger versorgt. Kompost ist einer der Hauptbestandteile. Damit er sich für die Pflanzerden eigne, dürfe er ausschließlich aus Grünschnitt stammen.
Neuland Hum bezieht ihn aus Kompostierwerken der Umgebung. Holzfaser sei ein weiterer Grundstoff. Aber auch Torf sei anteilmäßig in den Produkten enthalten. Im Erwerbsgartenbau könne darauf nicht verzichtet werden. Rindenmulch werde von Sägewerken aus der Region bezogen. Regionalität spiele besonders in Krisenzeiten eine große Rolle, meint der Unternehmer.
Planungsphase läuft
Um rund 22.000 Quadratmeter will das Unternehmen erweitern. Das Bauleitverfahren, zu dem auch die Änderung des Flächennutzungsplans gehört, befinde sich derzeit noch in der Planungsphase, teilt Wachenroths Bürgermeister Friedrich Gleitsmann auf Nachfrage mit.
Das Konzept sehe die Erweiterung in Richtung Autobahn A 3, also nach Norden, vor. Das künftige Betriebsgelände werde so nahe als möglich an den Lärmschutzwall rücken, der im Zuge des Autobahnausbaus entstehen wird.
Im ersten Schritt würden ausschließlich Lagerflächen entstehen, so Rommel. Die in der Planung enthaltene Halle werde noch nicht gebaut. Ziel der Erweiterung sei ein wirtschaftlicheres Arbeiten für den Betrieb und seine 15 Mitarbeiter.
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