Schloss-Ziegel
Sanierung: Die "Kirchenmäuschen" dürfen bleiben
Architekt Christoph Schmidt (links) und Projektleiter Jürgen Ziegler mit einem „Stadlinger Kirchenmäuschen“ aus dem Jahr 1973. Die Ziegel auf dem Schlossdach werden nach der Dachsanierung wiederverwendet.
Architekt Christoph Schmidt (links) und Projektleiter Jürgen Ziegler mit einem „Stadlinger Kirchenmäuschen“ aus dem Jahr 1973. Die Ziegel auf dem Schlossdach werden nach der Dachsanierung wiederverwendet.
Foto: Bernhard Panzer
Bernhard Panzer von Bernhard Panzer Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Zwei Beschlüsse zur Schlosssanierung standen auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Donnerstagabend.

Einmal ging es um die Dachsanierung. Hierzu waren drei Varianten vorbereitet worden, wie Christoph Schmitt vom Architekturbüro BSS aus Nürnberg erläuterte. Der Kostenrahmen war breit gefächert und lag zwischen 367 000 und 717 000 Euro.

Wie so oft, liegt die Wahrheit mittendrin: Die Verwaltung schlug die Variante B mit Kosten in Höhe von 490 000 Euro vor, der Stadtrat genehmigte einstimmig. Diese bedeutet Maßnahmen zur Tragwerkssanierung und die eigentlichen Dachdeckerarbeiten. Bei der Untersuchung der Hölzer hatte sich herausgestellt, dass vor allem im Ostflügel zahlreiche Balken geschädigt sind. Laut Holzschutzgutachter sei hier zwingend Handlungsbedarf gegeben, wie informiert wurde.

Die gewählte Variante geht über den dringend notwendigen Rahmen insoweit hinaus, dass auch Schwachstellen in bisher unbeschädigten Bereichen ausgebessert werden. Von einer kompletten Neueindeckung des Dachs, wie es die teuerste Variante vorschlug, sieht man allerdings ab. Das liegt daran, wie Schmitt erläuterte, dass die Ziegel – es handelt sich um Biberschwanzziegel der Firma Stadlinger aus Langenzenn aus dem Jahr 1973, auch unter den Namen „Kirchenmäuschen“ bekannt – noch in gutem Zustand sind und noch eine Lebensdauer von 20 Jahren haben. Das Schlossdach wird also abschnittsweise abgedeckt und saniert und die Ziegel werden wiederverwendet.

„Stadlinger Kirchenmäuschen“ aus dem Jahr 1973. Die Ziegel auf dem Schlossdach werden nach der Dachsanierung wiederverwendet.
„Stadlinger Kirchenmäuschen“ aus dem Jahr 1973. Die Ziegel auf dem Schlossdach werden nach der Dachsanierung wiederverwendet.
Foto: Bernhard Panzer

Vergeben wurden außerdem die Baumeisterarbeiten. Am Mittwoch befasst sich noch der Haupt- und Finanzausschuss mit der Schlosssanierung. Vergeben werden der Gerüstbau für Schlosssanierung und Rathausneubau und die Sanierung der Stuckdecken im Schloss. Mit diesen Arbeiten soll voraussichtlich Ende Juni begonnen werden. Aktuell wurde mit der Sanierung der Ringmauer begonnen, die das letzte Überbleibsel der alten Burgmauer darstellt.

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