„Tradition und unsere eigene kulturelle Identität“ sind Martin Wandler wichtig. In einem Brief an die Redaktion dieser Zeitung hebt der Rödelseer das ebenso hervor wie seinen Ärger, weil in seiner Heimatgemeinde aus dem Martinsumzug ein „Lichterfest“ geworden ist.
Dazu schreibt er: „Die Angst davor, Migranten auszuschließen, ist groß – der Ärger über diese Angst noch größer.“
Verärgert zeigt sich Martin Wandler auch darüber, dass der Begriff „Kindergarten“ zunehmend verschwindet. Auch hier führt er Rödelsee als Beispiel an: Aus dem Kindergarten sei „Kinderhaus BRK Rödelsee“ geworden.
Die Änderungen der Begriffe kann er nicht nachvollziehen: „Ich halte viel von Toleranz und Rücksichtnahme, nichts halte ich aber von denen, die meinen, dass wir in unserem eigenen Land unsere Traditionen und unsere eigene kulturelle Identität aufgeben sollten."
Er schließt mit der Frage, ob „diese Umbenennungen aus Gedankenlosigkeit geschehen – oder ob da Absicht oder sogar System“ dahinter stecke?
Gibt man die Frage an das BRK weiter, begründet Denise Schuster von der Pressestelle den Namen der Einrichtung, die seit Anfang 2021 vom BRK betrieben wird, so: Kinderhaus sei „ein feststehender Begriff, der aussagt, dass es sich um eine Einrichtung handelt, in der mehrere Formen der Tagesbetreuung untergebracht sind. In diesem Fall: Kinderkrippe und Kindergarten, sprich eine Kindertagesstätte von 0 bis Schuleintritt.“ Dagegen betreue ein Kindergarten Kinder erst ab dem vierten Lebensjahr, eine Kinderkrippe jede, von 0 bis in der Regel zum Beginn des vierten Lebensjahres.
Weiter heißt es: „Das BRK ist ein konfessionsfreier Träger, sodass wir in der Einrichtung keine religiösen Feste feiern, zu denen auch das Martinsfest bzw. der Martinsumzug zählen. Die Konfessionsfreiheit leitet sich aus den sieben Grundsätzen des Roten Kreuzes ab und ist Teil unserer Konzeption, die somit explizit auch Familien anspricht, die nicht Teil einer ACK-Gemeinschaft sind. Eltern und Kindern wird mit dem Lichterfest ein Alternativangebot geschaffen, das nicht an kirchliche Traditionen anschließt.“
Für die Einrichtung in Rödelsee würden konzeptionelle Absprachen von einem Kindergartenbeirat getroffen, der auf einen Konsens auf breiter Basis achte. Abschließend heißt es: „Religiöse Bildung wird in unseren Einrichtungen als freiwilliges Angebot im Rahmen des offenen Konzepts angeboten.“






