0
Kitzingen
Kommentar: Opas Angst vor den Nazis und seine Warnung
Aufmarsch von Nazis in Kitzingen während des Dritten Reichs.
Aufmarsch von Nazis in Kitzingen während des Dritten Reichs. // Stadtarchiv Kitzingen
Kitzingen – Unter dem NS-Regime Widerstand zu leisten oder auch nur eine andere Meinung zu vertreten, war lebensgefährlich. Unsere Autorin erinnert sich an Gespräche mit ihrem Großvater über die Nazi-Zeit.

Opa Alfred wollte nie vom Krieg erzählen. Doch als wir Enkel uns einmal wunderten, warum kaum jemand gegen das grausame Regime aufbegehrte, donnerte er: "Ihr wisst ja nicht, wie schwer das damals war. Ein falsches Wort und man war weg, für immer. Und die Familie gleich mit."

Ob die Angst, die aus seinen Worten sprach, die gleiche Angst ist, die aktuell russische Soldaten gegen ihre ukrainischen Nachbarn kämpfen lässt? Die gleiche Angst, die im Zweiten Weltkrieg Fritz Grasser verspürte? Als Leiter eines Kitzinger Kriegsgefangenenlagers war er besonders nah dran am erklärten Feind.

Laut der Akten im Staatsarchiv vertrat er offiziell die Regime-Linie (oder widersprach ihr nicht), während er in seinem Umfeld oft menschenfreundlich agierte. Immerhin.

"Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin." Solche Spruch-Buttons an unseren Jeansjacken in den 80er- und 90er-Jahren kommentierte Opa nie. Doch als wir uns einmal ganz fies fetzten, sagte er: "Krieg fängt manchmal ganz klein an. Denkt dran!"

Inhalt teilen
  • kopiert!