Veranstaltungen
Die Spuren jüdischen Lebens
Die Ausstellung „Die Bambergers“ (hier eine Archivaufnahme von 2015) kehrt in die Kronacher Synagoge zurück.
Die Ausstellung „Die Bambergers“ (hier eine Archivaufnahme von 2015) kehrt in die Kronacher Synagoge zurück.
Foto: Archiv Heike Schülein
Kronach – Zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stellen die VHS und der Aktionskreis Kronacher Synagoge auf die Beine.

Kronach Im Jahr 2021 werden Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben. Zu diesem Anlass wird das bundesweite Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland (#2021JLID)“ mit einen umfangreichen Programm umgesetzt. Auf lokaler Ebene zeichnen der Aktionskreis Kronacher Synagoge und die VHS Kreis Kronach für eine vielfältige Veranstaltungsreihe verantwortlich, die bislang auf sehr guten Zuspruch stieß. Bei einem Pressegespräch informierten nun Annegret Kestler, Sabine Nachtrab und Odette Eisenträger-Sarter über die Beiträge im zweiten Halbjahr – von einer sehr interessanten Ausstellung über eine Halbtagesfahrt bis hin zu Konzerten und vieles mehr.

Weiter geht es ab dem kommenden Samstag mit der Ausstellungs-Eröffnung „Die Bambergers – eine jüdische Familie aus Kronach“. „Die Ausstellung war bereits 2015 in der Synagoge zu sehen, wo sie auf überwältigenden Zuspruch stieß“, erinnert sich Aktionskreis-Vorsitzende Odette Eisenträger-Sarter. Bei der Eröffnung um 11 Uhr wird der Kurator, Historiker Christian Porzelt, in einem Vortrag die Hintergründe der Familiengeschichte beleuchten.

Am 18. September folgt das Klezmer-Konzert mit „Klezmaniaxx“. Die vier Musiker bringen mit Klarinette, Trompete, Sousafon und Schlagzeug überlieferte jüdische Unterhaltungs- und Tanzmusik in moderner Form auf die Bühne. Unbekümmerte, „ungehobelte“ Spielfreude ist ein Markenzeichen der Band mit höchster Feierstimmung: Lieder zum Mitklatschen und Mittanzen: Musik, die aus dem Bauch kommt und direkt in die Füße geht.

Am 23. Oktober steht eine Fahrt zu ehemaligen jüdischen Friedhöfen auf dem Programm. Die Teilnehmer besuchen die Gedenkstätte des ehemaligen jüdischen Friedhofs in Küps, bevor es mit dem Bus nach Ebneth geht. Nach einer kurzen Wanderung erreicht man den versteckt liegenden jüdischen Friedhof nördlich von Burgkunstadt, mit etwa 2000 Grabsteinen einer der größten jüdischen Friedhöfe Bayerns.

Bereits einen Tag später widmen sich im „Frauenliteratursalon“ in der Scheune des Cafés Kitsch die Salonieren Silvia Guhr, Melanie Vogt und Angelika Ziegler jüdischen Autorinnen. „Es geht um Jüdisch-Sein, Exil und Gefangenschaft, aber auch um Schönheit, Poesie, Liebe und Hoffnung - in einer Mischung aus ernsten und heiteren Texten sowie Liedern“, so vhs-Leiterin Annegret Kestler. Die Besucher dürfen sich auf einen Nachmittag mit Rose Ausländer, Nelly Sachs, Mascha Kaleko, Else Lasker-Schüler und der Bayreuther Autorin Hilde Marx freuen.

Ein weiteres musikalisches Highlight folgt am 7. November mit dem „Konzert Obwohl ich hoffe“. Jonathan Reuveni (Violoncello) und Roberto Seidel (Klavier) werden Werke jüdischer Komponisten vortragen, Beate Weidenhammer und Claus Peter Damitz Lesungen halten.

Wie jedes Jahr wird die Reichspogromnacht am 9. November begangen, bevor die Programmreihe im Dezember in Verbindung mit einem Konzert mit Robert Legnani (Gitarre) und Ariane Burstein (Cello) ihren Abschluss findet. Der genaue Termin hierfür steht noch nicht fest – ebenso wenig wie für das Schulprojekt „Meet a Jew“, wobei Schulklassen das aktuelle jüdische Leben in Deutschland durch Mitglieder der aktiven jüdischen Gemeinde im Bamberg aus erster Hand kennenlernen können. Interessierte Schulen können sich gerne an die vhs wenden. Ebenfalls für Oktober ist ein Vortrag zu jüdischen Begriffen in der deutschen Sprache geplant.

Alle Programmpunkte sind dank der Förderung durch „Demokratie leben“ kostenfrei. Lediglich für die Fahrt zu den Friedhöfen wird eine Gebühr von 5 Euro erhoben. Für alle Veranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich.