Zuhause gesucht
Dogge Greta: Große Hundedame mit zarter Seele
Die siebenjähirge Greta bringt eine stattliche Größe mit.
Die siebenjähirge Greta bringt eine stattliche Größe mit.
Foto: Tierheim Kronach
Kronach – Dogge Greta hat eine imposante Erscheinung und sucht erfahrene Hundeexperten, die sich gut um sie kümmern.

Da kann dem Otto-Normal-Hundebesitzer schon mal die Kinnlade herunterfallen, wenn er vor Gretas Zwinger im Tierheim Kronach steht. Mit ihrer Größe und der dunklen Grautiger-Färbung ist sie wirklich eine mehr als eindrucksvolle Erscheinung.

Auch die Tierpfleger hatten anfangs gehörigen Respekt, zumal Greta nach ihrer Ankunft noch rein gar nichts von ihren Schmuse-Qualitäten offenbarte – im Gegenteil. Nachdem ihr Herrchen gestorben war, von heute auf morgen ihr ganzes Leben quasi in Scherben lag und sie sich hinter Tierheim-Gittern wiederfand, war Greta erst einmal so verstört, dass sie nichts mit uns zu tun haben wollte, erzählt Katrin Meserth vom Kronacher Tierheim. „Vermutlich machte sie uns für ihre ganze Misere verantwortlich und so war sie weit davon entfernt, freundschaftliche Bande mit uns zu knüpfen.“ Ihr Missfallen zeigte sie täglich aufs Neue durch ausgiebiges Bellen und Knurren.

Greta taute auf

Aber im Tierheim haben sie sich Zeit genommen für die Hündin. Zeit für gute Worte, Zeit für Leckerlis und Zeit, um Greta einfach nur beobachten zu lassen und sie nicht zu bedrängen. Und siehe da: So langsam revidierte sie ihre Meinung von ihren Pflegerinnen. Jemand, der einem täglich einen gefüllten Napf besten Futters sowie ein riesiges Kuschelbett vor die Nase stellt, der immer ein paar aufmunternde und freundliche Worte übrig hat und den die anderen Hunde offensichtlich toll finden, konnte dann doch nicht ganz so schlecht sein. Und nach ein paar Wochen fasste Greta den Entschluss, den Menschen doch eine Chance zu geben. Von da an ging es immer weiter aufwärts und wenn man Greta jetzt anschaut, kann man nicht glauben, dass es sich um denselben Hund handelt. Aus der anfänglichen „Bestie“ ist ein super schmusiger und anhänglicher XXL-Schoßhund geworden, der am liebsten den ganzen Tag gestreichelt und geknuddelt werden möchte.

Nur zu gern wirft sie sich dazu auch auf den Rücken und lässt sich kraulen. Witzig ist auch, wenn Greta voller Freude auf die Pfleger zurennt, Spielstellung macht und ihre langen Beine mit den Riesenpfoten herumwirbelt.

Erfahrung ist gefragt

Und gerade deshalb werde auch ganz besonders gut darauf geachtet, die richtigen Personen für Greta zu finden. Denn diese bildschöne Hündin ist nicht für jedermann geeignet. Hundeerfahrung – am liebsten natürlich mit Doggen –, das richtige Händchen für diese großen, aber sensiblen Wesen und ein Haushalt ohne Kinder sind zum Beispiel wichtige Voraussetzungen.

Da Greta selbst eher unsicher ist, dann aber zur Selbstverteidigung dazu neigt, nach vorne zu gehen, braucht sie Menschen, die die absolute Führung übernehmen und ihr das Gefühl geben, bei ihnen gut aufgehoben zu sein. Somit ist sie nicht selbst gezwungen, alles zu regeln und sie wird sich dankbar und erleichtert unterordnen. Sicher wird es auch nicht schaden, ihr noch das eine oder andere Kommando beizubringen. Zwar ist sie für Doggen schon in etwas fortgeschrittenem Alter, doch man ist nie zu alt zum Lernen und Spaß macht ihr das allemal – vor allem, wenn sie hinterher mit vielen Streicheleinheiten und Leckerlis belohnt wird.

Vor allem beim Spazierengehen ist noch etwas Training nötig, denn Greta kann leider durchaus auch mal an der Leine ziehen, wenn sie irgendwo unbedingt hin will. Bei einem Hund dieser Größenklasse ist das dann kein Zuckerschlecken mehr.

Ihr neuer Besitzer muss ihr daher auch schon kräftemäßig gewachsen sein. Leider kommt Greta nicht mit allen anderen Hunden aus. Mit Rüden klappt es zwar oft, aber man kann sich nie darauf verlassen. Aus Sicherheitsgründen ist es Greta daher bereits von ihrem Vorbesitzer her gewöhnt, mit Maulkorb spazieren zu gehen. Sie akzeptiert diesen auch problemlos und lässt ihn sich ohne weiteres überziehen. Dennoch besteht die Hoffnung, dass sie dieses Hilfsmittel mit etwas Training mit der Zeit nicht mehr braucht.

Zuhause ist Greta ruhig und brav. Sie ist stubenrein und hat noch nie etwas kaputt gemacht. Alleinbleiben sollte kein Problem sein. Ihr Revier wird sie aber ganz sicher rigoros bewachen. Bei Fremden, die zu Besuch kommen, muss man daher gut aufpassen. Aufgrund ihrer Größe braucht Greta auf jeden Fall ein Haus mit eingezäuntem Garten. Da sich große Hunde ohnehin spätestens im Alter beim Treppensteigen schwer tun, sollte sie auch nicht allzu viele Stufen bewältigen müssen.

Wer sich für Greta interessiert, muss sich darüber im Klaren sein, dass er sie nicht beim ersten Besuch im Tierheim sofort mitnehmen kann. Bei ihr ist es nötig, dass Interessenten erst ein paar Mal mit ihrem gewohnten Gassigeher mitlaufen, damit sie sich langsam an das neue Gesicht gewöhnen kann. Katrin Meserth und ihr Team würden sich freuen, wenn sich echte Doggen-Kenner melden, die diese sensible Seele verstehen und ihr ein glückliches Leben ermöglichen. Ein paar Sabberfäden, die sie ganz nach Doggenart gerne an Kleidung oder Wänden verteilt, sind im Gesamtpaket übrigens inbegriffen. Weitere Informationen und Besuchstermine unter 09261/20111.