150 Jahre ist die Stützpunkt-Feuerwehr Pressig alt. Ein Jubiläum, das unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Stefan Heinlein zünftig gefeiert wird. Ein Festkommers am Samstag, 4. Juli, und ein großer Festumzug am Sonntagmittag, 5. Juli, dürfen da nicht fehlen. Am Montag, 6. Juli, ist Festausklang mit einem Familien- und Seniorennachmittag sowie einem Partyabend. Ein weiterer Höhepunkt werden am Sonntag die Kirchenparade und der Festgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche mit Dekan Detlef Pötzl als Zelebrant sein. Danach bietet die Feuerwehr ein besonderes Schmankerl mit „Ochs am Spieß“.
Pressig hat eineder größten Feuerwehren im Kreis Kronach
Die Feuerwehr Pressig ist aufgrund ihrer zentralen Lage im Haßlachtal und ihrer Ausstattung sowie Einsatzfähigkeit eine der bedeutendsten und, was die Mitgliederzahlen (312, davon 52 Aktive) angeht, eine der größten Wehren im Landkreis Kronach. Offiziell wurde die Freiwillige Feuerwehr Pressig im Januar 1876 gegründet. Die ersten überlieferten Dokumente zum Feuerschutz in Pressig stammen aber schon aus dem Jahr 1838, wie eine Quittung aus dem Gemeindearchiv belegt. So hat es der schon verstorbene Pressiger Ortschronist Georg Dinkel recherchiert. Ein Inventarium listet sogar die damaligen Löschgeräte, wie zwei Feuerspritzen, zwei Feuerleitern und zehn Handspritzen auf.
Die 1860er und 1870er Jahre waren von Umbrüchen geprägt. Der Ausbau der Eisenbahnlinie rückte näher, Industriebetriebe siedelten sich an und mehr technischer Fortschritt zog ein. In vielen Dörfern bildeten sich Freiwillige Feuerwehren. Es dauerte dennoch bis zum 6. Januar 1876, bis sich 22 Männer versammelten, um etwas Neues zu wagen. Sie gründeten den ersten Verein in Pressig, der heute der älteste Verein im Ort ist.
Die Bahnlinie bringt einen Wandel nach Pressig
Mit der Bahnhofstation an der Bahnlinie Stockheim-Ludwigsstadt kamen grundlegende Änderungen in die Entwicklung von Pressig. Das gesellschaftliche Leben prosperierte, und es gab wirtschaftliche Fortschritte, was auch Auswirkungen auf die Feuerwehr hatte.
Schließlich erfolgte im Jahr 1900 die Eintragung ins Vereinsregister, und 1901 wurde das 25. Jubiläum gefeiert. In den 1930er Jahren wurden erste motorisierte Geräte angeschafft. Vorzeigeobjekt war damals ein „Dux-Mannschaftsauto“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die Pressiger Feuerwehr die Epoche des Wiederaufbaus. In dieser Ära war die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs TLF 16 und von vier Pressluftatmern im Jahr 1972 ein großer Schritt nach vorne. Das 100. Jubiläum wurde mit Fahnenweihe gefeiert. Schon 1970 konnte ein neues Feuerwehrhaus eingeweiht werden.
1995: Die Feuerwehr zieht noch einmal um
1995 wurde das jetzige Feuerwehrhaus an seinem zentralen Standort bezogen. Hiermit wurden Voraussetzungen geschaffen, um eine Feuerwehrausstattung auf hohem Niveau unterbringen zu können und dabei auch mannschaftsdienliche Räumlichkeiten berücksichtigt. Die vorbildlichen technischen Instrumente waren auch Motivation für die Gründung einer Jugendfeuerwehr 1991 und der Kinderfeuerwehr „Pressiger Löschdrachen“ 2012.
Ein Garant für die gute Personalausbildung und personelle Stärkung der Wehr waren sicher die Führungskräfte. Von 1990 bis 2014 führte Kommandant Walter Geisler die Aktivitäten der Pressiger Floriansjünger, die dann 2014 Daniel Bartsch als Kommandant übernahm. Er weiß seitdem André Stadelmann (Stellvertreter) und seit 2020 Thomas Frashek (weiterer Stellvertreter) als kompetente Mitstreiter an seiner Seite. Die Vereinsführung liegt seit 2019 in den Händen von Thomas Günther als Vorsitzender.
Zugleich erweiterten sich auch die Ausstattung, die Gerätschaften, die Technik und die vielseitigen Aufgaben für die Pressiger Feuerwehrler. Dafür steht auch die Anschaffung einer neuen Drehleiter im Jahr 2019. Inzwischen ist seit 2018 auch die UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) in Pressig stationiert, sie ist eine Spezialeinheit des Katastrophenschutzes.
So sieht das Programm für die Festtage aus
Es ist kein Wunder, wenn Bürgermeister Stefan Heinlein voller Stolz auf seine Stützpunktfeuerwehr Pressig schaut und deren Mut und Motivation zu ständiger Einsatzbereitschaft lobt. Der Schirmherr ist überzeugt, dass dieses Fest erneut beweisen wird: Die Feuerwehr ist nicht nur mutig, treu und hilfsbereit, sondern inzwischen auch eine Dorfgemeinschaft, die mit ihren vielen Freizeit- und Unterhaltungsveranstaltungen nicht mehr aus einer lebendigen Gesellschaft wegzudenken ist.
Alle können sich nun auf ein paar unterhaltsame Tage bei der gemeinsamen 150-Jahr-Feier freuen. Beginn ist am Freitag, 3. Juli, ab 20 Uhr mit Stimmungsmusik der Wickendorfer Musikanten. Der Samstag steht im Zeichen der Ehrungen und Gedenken: 18 Uhr Totenehrung am Ehrenmal; ab 19 Uhr Festkommers mit dem Musikverein Pressig. Das Programm am Sonntag: 8.30 Uhr Festgottesdienst in der Herz-Jesu Kirche; ab 11 Uhr Ochs am Spieß; um 13.30 Uhr großer Festumzug, anschließend Unterhaltung mit dem Musikverein Größau-Posseck. Am Montag laden die Marktgemeinde und die Feuerwehr ab 14 Uhr zum Firmen-, Familien-/Seniorennachmittag mit den Grössauer Wirtshausmusikanten ein. Den Festabschluss bildet der Partyabend ab 20 Uhr mit der Liveband „Chaplin“.











