Dirigent
Von Los Angeles nach Kronach: John Lidfors
Dirigent John Lidfors lebt inzwischen in den USA.
Dirigent John Lidfors lebt inzwischen in den USA.
Foto: Tanja Freiberger
F-Signet von Tanja Freiberger Fränkischer Tag
Kronach – Die Hälfte seines Lebens dirigiert der gebürtige Fürther John Lidfors schon. Nach Abschluss seines Musikstudiums lebt er jetzt in Los Angeles.

Wie kamen Sie dazu, in Kronach zu dirigieren?

John Lidfors: Für mich ist es schon das zweite Mal. 2016 kam ich über eine Empfehlung hierher und sollte auch wieder kommen. Es ging aber beruflich und wegen Corona nicht. Gerade bin ich für ein anderes Projekt in Deutschland. Ich wusste, Ende September gibt es dieses Projekt in Kronach. So habe ich angefragt, ob sie schon einen Dirigenten haben. Und tatsächlich hatten sie noch niemanden, und so bin ich jetzt wieder da. Ich bin sehr froh, dass ich hier sein kann.

Wie ist es, von Los Angeles nach Kronach zu kommen?

Es ist sehr unterschiedlich, aber es kommt mir alles sehr vertraut vor. Ich bin gerne in Kronach. Ich kann mich hier intensiv der Musik widmen und auch landschaftlich das genießen, was Oberfranken zu bieten hat. Es ist für mich auf jeden Fall wieder eine sehr lohnenswerte Erfahrung.

Wie sind Sie zum Dirigieren gekommen?

Ursprünglich habe ich Geige und Klavier gelernt. Ich habe als Jugendlicher viel in Jugendorchestern gespielt und da meine Liebe zur Orchestermusik entdeckt. Als ich vor der Frage stand, was ich studieren will, gab es für mich nur zwei Optionen: Entweder ich werde Geiger in einem Orchester oder ich werde Dirigent. Damals hatten wir tolle Projekte mit Dirigenten. Ich habe gesehen, was es für einen Unterschied für das Orchester macht, ob der Dirigent gut oder mittelmäßig ist. Das hat mich fasziniert und ich habe gemerkt, das möchte ich machen und die musikalische Vision weitertragen. Ich habe dann diesen Weg eingeschlagen und nie zurückgeblickt.

Was macht Kronach Klassik so besonders?

Ich denke, dass dieses Projekt nur einmal jährlich stattfindet. Es ist kein Orchester, das wöchentlich probt, sondern es sind Leute, die sich schon das ganze Jahr darauf freuen. Es kommen auch einige sehr gute Musiker dazu, die sich die Zeit nehmen, einmal in Jahr bei so einem Projekt mitzumachen. Man merkt auch den Tatendrang bei den Helfern und den Organisatoren. Es ist ein tolles Gemeinschaftsprojekt.

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