Am kommenden Sonntag, 6. September, wird im Wilhelmsthaler Gemeindeteil Lahm Patronatsfest gefeiert. Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche beginnt um 9 Uhr. Die Pfarrei St. Ägidius Lahm ist ursprünglich Tochterpfarrei von Kronach. Die Pfarrkirche wird schon 1323/28 als „ecclesia parrochialis“ bezeugt.
Zum Pfarrsprengel gehören Hesselbach und Effelter mit den angrenzenden Weilern sowie bis 1515 auch Steinberg. Wilhelmsthal wird erst 1730 gegründet und gehörte ab 1744 ebenfalls zur Pfarrei Lahm, obwohl sich die Lahmer Pfarrherren gegen eine Einpfarrung gewehrt hatten.
Im Lauf der Jahrhunderte wurden in der wachsenden Pfarrei Lahm mehrere Kirchen errichtet. Im ersten Bamberger Privilegienbuch aus dem Jahr 1325 steht: „Lom gehört dem Bischof, ist Wustung (...). Zwei Teile des Zehnts daselbst gehören dem Bischof und der dritte Teil der Pfarrkirche daselbst. Ebenso gehört der dritte Teil vom Zehnt in Effelrich der Pfarrkirche in Lom (ecclesie parrochialis).“ Um diese Zeit wird auch ein Pfarrer von Lahm genannt.
Bau der neuen Kirche in Lahm von 1722 bis 1726
Das Gotteshaus wird im Lauf der Zeit zu klein, so dass es durch ein neues, das aktuelle, ersetzt werden muss. Dessen Bau von 1722 bis 1726 fällt in die Zeit von Pfarrer Pankratius Rehe, der 1715 nach Lahm kommt und dort 13 Jahre lang wirkt.
Die Situation wird dadurch erschwert, dass in Effelter ein eigenes Gotteshaus steht und Hesselbach unter Herrschaft der Brandenburger zu Kulmbach-Bayreuth steht. Erst am 30. September 1770 erteilt Weihbischof Josef Heinrich Bischof zu Antipatix dem Gotteshaus den festlichen Segen.
Die Legende um den heiligen Ägidius
Doch was hat es mit dem Kirchenpatron, dem heiligen Ägidius, auf sich. Er wurde der Legende nach im 7. Jahrhundert vermutlich in Griechenland geboren und ist am 1. September 720 in St. Gilles (Frankreich) gestorben. Er ist einer der Nothelfer und gilt als Schutzpatron der Jäger, Hirten und Pferdehändler, Schiffbrüchigen, Bogenschützen, Bettler, Aussätzigen und der stillenden Mütter. Er wird angerufen gegen Geisteskrankheit, Unfruchtbarkeit bei Mensch und Tier, Trockenheit, Feuer und Sturm, um Beistand für eine gute Beichte und Verlassenheit. Ägidius war ein Pilger, der aus Athen ins Rhônetal kam und sich bei Arles im Wald als Eremit niederließ.
Die Legende berichtet, dass Ägidius in seiner Höhle jeden Tag von einer Hirschkuh besucht wurde, die ihn mit ihrer Milch nährte. Jäger des Königs wollten das Wild erlegen. Als der König selbst mit auf die Jagd ging, hatte sich das Tier zu Ägidius in die Höhle geflüchtet. Der König schoss blind einen Pfeil in die Höhlenöffnung. Er fand Ägidius blutend vor; die Hirschkuh unverletzt an ihn geschmiegt.
Der Herrscher bot ihm ärztlichen Beistand und Geld an, doch der Einsiedler bat nur um eines: Er sollte ihm hier in der Einsamkeit ein Kloster bauen lassen. Der König erfüllte ihm diesen Wunsch. So entstand in der Provence um 680 das Kloster Saint-Gilles. Ägidius war der erste Abt und leitete das Kloster bis zu seinem friedlichen Tod. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Klosterkirche.












