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Christliche Mission
Mutiger Impuls: Kardinal aus Madagaskar in Kronach
Der Festgottesdienst in der St. Johannes-Kirche geleitete fröhlich in den Nachmittag: Kardinal Désiré Tsarahazana, „Missio“-Präsident Wolfgang Huber und Stadtpfarrer Albert Müller bewegten sich im Rhythmus von Musik aus Madagaskar.Marion Krüger-Hu...
Der Festgottesdienst in der St. Johannes-Kirche geleitete fröhlich in den Nachmittag: Kardinal Désiré Tsarahazana, „Missio“-Präsident Wolfgang Huber und Stadtpfarrer Albert Müller bewegten sich im Rhythmus von Musik aus Madagaskar. // Foto: Marion Krüger-Hundrup
Signet des Fränkischen Tags von Marion Krüger-Hundrup
Kronach – Mit dem Madagaskar-Tag zeigte das Erzbistum Bamberg Flagge für zeitgemäße Mission. Der Höhepunkt der Veranstaltung fand in Kronach statt.

Die Herzen der Kronacher in der Pfarrkirche St. Johannes waren sofort gewonnen. „Hier müssen gute Leute wohnen!“ habe Kardinal Désiré Tsarahazana gerufen, als er in die „schöne Stadt“ einfuhr.

Monsignore Wolfgang Huber, Präsident des internationalen katholischen Missionswerks „Missio“, zitierte so den ranghöchsten Vertreter der Kirche des ostafrikanischen Inselstaats Madagaskar. Diesen Mann, auf den das biblische Motto des Weltmissionssonntags 2026 „Sei mutig und stark“ so zutrifft.

Der 71-jährige Erzbischof von Toamasina ist mutig und stark. Er ist unbeirrt deutlich, wenn er den korrupten Eliten in seiner Heimat die Leviten liest. Wenn er die Sprache der einfachen Leute spricht und den Armen, die keine Stimme haben, eine gibt.

Davon konnten sich viele Kronacher überzeugen, als sie den Kirchenmann erlebten. Weltkirche hautnah also anlässlich der nunmehr 100. „Missio“-Aktion, die heuer Madagaskar in den Fokus rückt. Für das Erzbistum Bamberg erreichte die Aktion mit dem „Madagaskar-Tag“ in Kronach ihren Höhepunkt.

Christen sind miteinander unterwegs

Der Festgottesdienst in St. Johannes unterstrich die Intention zeitgemäßer Mission: „Christen und Christinnen schauen aufeinander, sind miteinander unterwegs, sind gemeinsam mutig und stark“, sagte „Missio“-Präsident Huber. „Beziehungsgeschehen“ umschrieb er den Missionsgedanken. Das Evangelium sei „voll von Begegnungen, die zeigen, wie wir Zukunft gestalten können“.

Der Kardinal freute sich über Landsleute, die aus Bamberg, Erlangen und Nürnberg nach Kronach kamen.
Der Kardinal freute sich über Landsleute, die aus Bamberg, Erlangen und Nürnberg nach Kronach kamen. // Foto: Marion Krüger-Hundrup

Huber war Hauptzelebrant in dieser Eucharistiefeier, Ortspfarrer Albert Müller, Bambergs Generalvikar Georg Kestel und Père Thomas Joseph, der Ökonom des Erzbistums Toamasina, konzelebrierten. Auch Diakon Diethard Nemmert feierte mit. Sogar einige Madagassinnen, die in Bamberg, Erlangen oder Nürnberg als Au-Pair, Altenpflegerinnen oder Servicekräfte in der Gastronomie arbeiten, hatten die Fahrt nach Kronach nicht gescheut: „Danke für Eure Liebe, die ihr zum Ausdruck bringt“, wandte sich Kardinal Désiré an seine Landsleute.

Er dankte ebenfalls dem Musiker Mamina aus Madagaskars Hauptstadt Antananarivo, der den Gottesdienst mit Liedern in der Amtssprache Malagasy und mit Gitarrenspiel begleitete. Mamina war es auch, der die Besucher der Nachmittagsbegegnung im Pfarrheim mit flotten Rhythmen begrüßte. Seine Landsfrau Voahirana Klein, die Sprecherin der madagassischen Community in Deutschland, brachte durch Zurufe von Begriffen in Malagasy die Versammelten zum stürmischen Mitklatschen.

Film über Madagaskar in Kronach geschaut

Ernst wurde es wieder, als Michael Kleiner, Weltkirchereferent des Erzbistums Bamberg, in einen Acht-Minuten-Film über die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in Madagaskar einführte. „Wir brauchen einen Wandel hin zu menschenwürdigen Lebensumständen“, hob der Kardinal im Interview mit Weltkirchenreferent Kleiner hervor. Er sehe dafür aber keinen politischen Willen: „Es ist ein Rätsel, warum ein Land, das so reich an Rohstoffen ist, das fünftärmste der Welt ist.“

Die Kirche, die bisher unter schwierigen Bedingungen einen großen Teil der Bildungs- und sozialen Arbeit leiste, könne das Versagen des Staates in allen relevanten Bereichen nicht wettmachen.

Alle sollten christlich leben

Kardinal Désiré sagte: „Wenn alle Christen in Madagaskar christlich leben würden, würde sich das Land selbst entwickeln. Dann gäbe es keine Korruption und keine Scheinheiligkeit.“ Etwa 30 Prozent der Bevölkerung seien katholisch, rund 30 Prozent evangelisch und freikirchlich. Monsignore Huber ergänzte, dass Animismus und Ahnenkult noch verbreitet seien.

Der „Missio“-Präsident und der Kardinal dankten den Zuhörern im Pfarrheim für jedwede Unterstützung von Projekten in Madagaskar. Huber führte die kirchlichen Schulen für junge Menschen an: „Durch Bildung können sie ihre Würde entdecken, damit sie sich nicht ausnutzen lassen.“ Mobile Ärzteteams für die Gesundheitsfürsorge der Menschen in ländlichen Regionen oder Umweltschutzprogramme würden ebenfalls von „Missio“ gefördert.

Hilfe zur Selbsthilfe spielt wichtige Rolle

Einen weiteren Akzent auf Entwicklungshilfe in Madagaskar im Sinne von „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzt der Bamberger Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB): Seit 40 Jahren unterhält dieser mit Partnern vor Ort Frauenprojekte. Aufmerksam lauschte Kardinal Désiré, als Carola Hornung für das ehrenamtliche Madagaskar-Team der KAB über Madagassinnen berichtete, die dank der Bildungs- und Ausbildungsprojekte ihren Familien Zukunft schenken können.

Désiré Tsarahazana verabschiedete sich von den Kronachern mit einem herzlichen „Dankeschön“ auf Deutsch und der Einladung besonders an die Jugend, ihn in Madagaskar zu besuchen: „Auf Wiedersehen!“

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