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Fußball
Armin Eck: Zwei Mal fast beim 1. FC Nürnberg
Ober- sticht Unterfranke: Armin Eck läuft 1988 im DFB-Pokalspiel mit den Bayern gegen den 1. FC Nürnberg (3:1) Martin Schneider davon. Das Eck nie das Club-Trikot trug, scheiterte zwei Mal an der Ablösesumme.
Ober- sticht Unterfranke: Armin Eck läuft 1988 im DFB-Pokalspiel mit den Bayern gegen den 1. FC Nürnberg (3:1) Martin Schneider davon. Dass Eck nie das Club-Trikot trug, scheiterte zwei Mal an der Ablösesumme. // Imago, Werek
Armin Eck mit einem seiner Bayern-Trikots. Auch viele der Gegner hat er gesammelt.
Armin Eck mit einem seiner Bayern-Trikots. Auch viele der Gegner hat er gesammelt. // Christian Schuberth
Zuletzt trainierte der A-Lizenz-Inhaber Armin Eck den Landesligisten SV Friesen.
Zuletzt trainierte der A-Lizenz-Inhaber Armin Eck den Landesligisten SV Friesen. // Hermann Weiß
Kulmbach – Der Kulmbacher Armin Eck war einer der besten fränkischen Fußballer. Für den Club spielte er nie - doch er war nah dran.

Armin Eck gehört zu den erfolgreichsten fränkischen Fußballern, stand sogar im erweiterten Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft.  Der 57-jährige Kulmbacher blickt auf seine erfolgreiche Profi-Karriere zurück. Der ehemalige Meisterspieler des FC Bayern verrät unter anderem, warum gleich zwei Mal ein Wechsel zum 1. FC Nürnberg scheiterte.

Gesundheit ist beeinträchtigt

Anfang Dezember gönnten sich Armin und Rudi Eck ein Gläschen Sekt und ein Stückchen Schwarzwälder Kirschtorte. Beide feiern am gleichen Tag Geburtstag. Rudi ist jetzt ein Achtziger, Armin 57. Gefeiert wurde aber nur im kleinen Kreis – zum einen wegen Corona, zum anderen, weil Rudi Eck durch einen 2007 erlittenen Schlaganfall gesundheitlich etwas eingeschränkt ist. Sein Leben meistert er aber auch nach dem Tod seiner Frau Helga vor zwei Jahren noch immer alleine. „Die Nachbarschaft in der Siedlung funktioniert sehr gut, Rudi wird schon mal zum Essen eingeladen“ sagt Armin Eck, der fast täglich in seinem Elternhaus vorbeischaut.

Bielefelds Manager Rüdiger Lamm (rechts) präsentiert 1994 die vier Bundesliga-Stars Fritz Walter, Thomas von Heesen, Armin Eck und Jörg Bode (weiter nach links).
Bielefelds Manager Rüdiger Lamm (rechts) präsentiert 1994 die vier Bundesliga-Stars Fritz Walter, Thomas von Heesen, Armin Eck und Jörg Bode (weiter nach links). // Imago, teutopress

Am 2. Weihnachtsfeiertag traf sich Rudi Eck traditionell mit einigen seiner früheren Spieler. Wegen Corona verzichtete man aber heuer auf ein Spielchen, setzte sich nur privat zusammen. Auch Armin Eck hat bis vor ein paar Jahren immer mitgespielt, zuletzt aber nur noch im Tor. „Mein Knie ist nach einem Kreuzbandriss und Knorpelschaden vierten Grades so kaputt, dass ich nicht mal mehr joggen kann. Eigentlich bräuchte ich ein künstliches Gelenk“, sagt Eck, der deshalb schweren Herzens auch seine „Karriere“ bei den FC-Bayern-Allstars beenden musste. „Das fehlt mir freilich“, sagt der 57-Jährige.

Die Knieprobleme resultieren aus einem Bundesligaspiel 1993. „Ich habe mir im vorletzten Saisonspiel in Bremen das Kreuzband gerissen“, erzählt Armin Eck. Was Folgen hatte: „Der neue Zwei-Jahres-Vertrag mit dem HSV war so gut wie perfekt, doch wurde daraus nur ein Jahr.“

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Der Fast-Nationalspieler

Bis dahin war Eck vier Saisons Stammspieler der Hamburger. Seine beste Zeit beim HSV erlebt der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler 1990/91 an der Seite von Thomas Doll und Thomas von Heesen. Ecks Leistungen fallen auch Bundestrainer Berti Vogts auf. Nach dem 6:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt im April 91, zu dem auch Armin Eck ein Tor beisteuert, beruft er den Linksfuß ins erweiterte Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft für das EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien (1:0). „Der DFB hat den HSV informiert, dass ich mich bereithalten solle“, erinnert sich Armin Eck. Einen persönlichen Anruf von Vogts gibt es aber nicht. „Das waren damals halt noch andere Zeiten“, sagt Armin Eck schmunzelnd. Doch weil sich keiner verletzt, schaut er das Spiel nur am Fernseher. Der DFB meldet sich nicht mehr.

Die Nationalelf hätte sich der Kulmbacher aber schon zugetraut. „Wenn man Woche für Woche gegen Nationalspieler spielt, merkt man freilich, ob man mithalten kann“, sagt Eck.

Rudi Eck (rechts) trainierte 17 Jahre den SSV Kasendorf bis hinauf in die Bezirksoberliga.
Rudi Eck (rechts) trainierte 17 Jahre den SSV Kasendorf bis hinauf in die Bezirksoberliga. // BR-Archiv

Nach seinem Kreuzbandriss 1993 reagiert der HSV und holt für Ecks Position Nationalspieler Jörg Albertz von Fortuna Düsseldorf. Im Winter 1993/94 nimmt Armin Eck das Training wieder auf, kommt aber in der Rest-Saison nur noch zu zwei Einsätzen für den HSV. Im Sommer trennen sich nach fünf Jahren, 126 Bundesligaspielen und Europapokal-Einsätzen – unter anderem schießt er beim FC Porto das entscheidende Tor zum Weiterkommen – für den HSV die Wege. Geblieben ist aus dieser „schönen Zeit“, so Eck, vor allem eine bis heute währende Freundschaft mit Didi Beiersdorfer aus Fürth, einer weiteren langjährigen fränkischen HSV-Größe neben Eck und Harald Spörl.

Im Paket zur Arminia

Armin Ecks Wechsel ablösefrei zu Arminia Bielefeld im Sommer 1994 findet ein deutschlandweites Echo. 53 Medienvertreter versammeln sich im April beim Arminen-Sponsor, einem Küchenhersteller, als Manager Rüdiger Lamm den Transfer des HSV-Trios Jörg Bode (25), Thomas von Hessen (32) und Armin Eck (29) verkündet. Bielefeld lockt das Trio mit langfristigen, gut dotieren Verträgen – und einer Aussicht auf eine berufliche Karriere im Anschluss im Management. Das überzeugt auch den 33-jährigen Fritz Walter vom VfB Stuttgart, zwei Jahre zuvor noch Bundesliga-Torschützenkönig – die Sensation ist perfekt.

Die Oberfranken Harald Spörl und Armin Eck (von links) waren in den neunziger Jahren Leistungsträger beim HSV. Rechts  Thomas von Hessen.
Die Oberfranken Harald Spörl und Armin Eck (von links) waren in den neunziger Jahren Leistungsträger beim HSV. Rechts Thomas von Hessen. // imago, Liedel

Mit den vier gestandenen Bundesliga-Kickern stellt sich der geplante Erfolg tatsächlich ein, die Arminia marschiert in die Bundesliga durch. „Bielefeld war meine schönste Zeit, auch privat haben wir idyllisch auf dem Land in Lage im Landkreis Lippe schön gelebt. Dort sind auch meine Kinder geboren und aufgewachsen“, sagt Armin Eck im Rückblick.

Manager-Karriere abgelehnt

Doch in der dritten Saison, mittlerweile in der Bundesliga, gerät Armin Eck nach Verletzungsproblemen bei Trainer Ernst Middendorp aufs Abstellgleis. „Manager Rüdiger Lamm wollte meinen Spielervertrag auflösen und mich ins Management holen. Ich hätte einen Zehn-Jahres-Vertrag unterschreiben können, war aber damals etwas bockig“, verrät Armin Eck. Doch fühlt sich der Franke mit 32 Jahren „noch zu fit“ zum Aufhören. „Natürlich wäre mein Leben ganz anders verlaufen, wenn ich Manager geworden wäre“, sagt Eck, der aber seine Entscheidung „nicht bereut“. Stattdessen gründete er 2005 die Armin-Eck-Fußball-Schule für Kinder und bietet bis heute vor allem in den Schulferien Trainingscamps an.

Straftraining statt Weihnachtsferien

Dass Armin Eck sein Angebot ausschlägt, kommt bei Rüdiger Lamm nicht gut an. Und dann sträubt sich der Mittelfeldspieler auch noch gegen eine Ausleihe zu Hessen Kassel. Noch einmal in die 3. Liga zurück will der ehemalige Meisterspieler des FC Bayern nicht. „Damit war ich bei der Arminia endgültig unten durch“, erinnert sich der Kulmbacher. All seine Verdienste um den sportlichen Höhenflug der Ostwestfalen – Schnee von gestern im schnelllebigen Profigeschäft.

Der Verein zieht die Daumenschrauben an, will Armin Eck  das Verbleiben so unangenehm wie möglich machen. „Manager Lamm teilte mir, Karim Bagheri und Peter Hobday mit, dass unser Weihnachtsurlaub gestrichen sei. Sogar Ernst Middendorp hat auf seinen Urlaub verzichtet und ist mit uns durch den Teutoburger Wald gejoggt“, erinnert sich Eck.

Armin Eck verhandelte mit dem 1. FC Nürnberg über einen Wechsel – zum zweiten Mal. „Der Club wollte mich schon 1985 nach dem Zweitliga-Aufstieg mit der SpVgg Bayreuth haben, doch waren ihm die vom DFB festgesetzte Ablöse in Höhe von 300.000 Mark zu hoch“, verrät Eck. „Damals saßen Präsident Gerd Schmelzer und Trainer Heinz Höher bei uns in Kulmbach im Wohnzimmer“, erinnert sich der Ex-Profi.

Georg Volkert am Apparat

Zehn Jahre später will Arminia Bielefeld vom Club das Doppelte – „für einen Spieler, den sie eigentlich los haben wollten“, schüttelt Eck noch heute den Kopf. Doch 600.000 Mark Ablöse sind für den wieder mal klammen 1. FC Nürnberg nicht machbar, auch wegen DFB-Auflagen. So scheitert auch der zweite Wechsel. „Dabei hätte es mir schon gepasst, wieder in die fränkische Heimat zurückzukehren“, sagt Armin Eck, der sich mit Club-Manager Georg Volkert schon über einen Wechsel einig war.

In Armin Ecks Elternhaus hängen alte Plakate mit dem Konterfei des Kulmbacher Profis.
In Armin Ecks Elternhaus hängen alte Plakate mit dem Konterfei des Kulmbacher Profis. // Christian Schuberth

Letztlich lässt sich Eck doch zu Hessen Kassel ausleihen, spielt dort eineinhalb Jahre in der Regionalliga Süd („Es war auch eine schöne Zeit“) und nutzte die durch das Bosman-Urteil aufgekommene Möglichkeit, seinen Vertrag bei Arminia noch um ein Jahr zu verlängern. Nach vier Monaten bei der Arminia einigte sich Eck mit dem Verein auf eine Vertragsauflösung. „Dann hat Alois Dechant angerufen, und ich habe mit ihm, Reinhold Mathy und meinem Vater Rudi den Wechsel zum SC Weismain ausgehandelt.“ Der Kulmbacher ist wieder in der Heimat zurück.

Doch auch Eck kann den Regionalliga-Abstieg der Weismainer nicht mehr verhindern. Mit seinem Wechsel zur SpVgg Bayreuth schließt sich der Kreis. Sein erster Profiverein, mittlerweile bis in die fünftklassige Landesliga abgestürzt, holt Eck als Manager und Spieler, doch der reißt sich kurz vor Saisonbeginn das Kreuzband – das Karriereende. Nach der Entlassung von Roland Gebelein wird Armin Eck Trainer der SpVgg und führt sie 2001 in die Bayernliga zurück. 2003 übernimmt er den SV Friesen, zu dem er nach Stationen bei der SpVgg Bayern Hof, dem BSC Saas Bayreuth und dem ATS Kulmbach 2018 zurückkehrt. Erst Ende 2021 trennte man sich einvernehmlich. Seit Sommer 2022 trainiert er den Kreisligisten FC Burgkunstadt.

Eck-Daten:

Bundesliga:  170 Spiele, 22 Tore
2. Bundesliga: 56 Spiele, 13 Tore
Regionalliga (3. Liga): 60 Spiele, 18 Tore
UEFA-Cup: 22 Spiele, 3 Tore
Landesmeister-Cup: 2 Spiele
DFB-Pokal: 18 Spiele, 2 Tore

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