Nachruf
Trauer um Siegfried Habermann
Siegfried Habermann †.
Siegfried Habermann †.
Foto: Rainer Glissnik
Kronach – Siegfried Habermann hat die bayerische Schulgeschichte entscheidend mitgeprägt. Jetzt ist der Kronacher gestorben.

Siegfried Habermann lebt nicht mehr. Der Kronacher ist am 21. Juni im gesegneten Alter von 97 Jahren verstorben.

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerisches Lehrer- und Lehrerinnen-Verbands (BLLV), würdigt in einem Nachruf den großen Kronacher Pädagogen und Verbandsvertreter. „Siegfried Habermann setzte sich über Jahrzehnte für die Anliegen der Jugend, der Schulen und der Kollegen ein. Er war ein unermüdlicher Streiter für die Belange der Schule. Er nahm die gegebenen Verhältnisse nicht einfach hin, sondern brachte stets Verbesserungen und Veränderungen an. Er griff beherzt und strategisch ein, wenn dies notwendig war. Er war ein Mann, der die bayerische Schulgeschichte mitgestaltet hat.“

Aufbauarbeit in den neuen Bundesländern

Geboren wurde Habermann am 26. Januar 1925 in Kunzendorf in der Niederlausitz. 1946 begann er die Lehrerausbildung in Bayreuth, wirkte viele Jahre in Weißenbrunn und war von 1971 bis 1987 Rektor der Grundschule Kronach. Lange war er Vorsitzender des BLLV-Kreisverbands Kronach, Referent für Schulpolitik im Bezirksverband, 14 Jahre dessen Vorsitzender und von 1989 bis 1993 Landesbeauftragter für die neuen Bundesländer. Maßgeblich beteiligt war er beim Aufbau von Lehrerverbänden in Thüringen und Sachsen.

Der Verstorbene verstand es, Pädagogik und Engagement zu verbinden. Immer menschlich offen und im Dialog, trat er für die Jugend, für Toleranz, Demokratie und Freiheit ein. Der BLLV hat ihm als mutigen Kämpfer und Mitstreiter viel zu verdanken. Gegenüber der Politik und dem Dienstherrn trat er mit aller Entschlossenheit auf. Im Landesverband war Siegfried Habermann immer ein konstruktiver und loyaler Mitstreiter.

Er kämpfte für die Freiheit der Lehrer

Er wirkte unter anderem bei der Umwandlung des Volksschulwesens und bei der Einführung des neunten Hauptschuljahres mit. Er kämpfte für eine schülergerechte Schule und die Freiheit des Lehrers – auch für dessen Meinungsfreiheit außerhalb der Schule.

Habermann sah seinen Platz bei den Kreisverbänden. Er liebte das klare Wort und war ein sachkundiger und schwungvoller Redner. Die Gegebenheiten sprach er immer in erfrischender Offenheit an. Besonders hervorzuheben sind seine Tatkraft und Zivilcourage. Er ließ sich durch nichts entmutigen und war ein Vorbild für viele. Sein Wort hatte Gewicht – weit über Bayern hinaus.

„Einer der Guten“ ist gegangen

„Mit Siegfried Habermann ist einer von den Guten gegangen“, würdigt der Vorsitzende des Thüringer Lehrer-Verbands, Rolf Busch. Bezirksvorsitzender Henrik Schödel ergänzt: „Er war ein aufrichtiger und mutiger Mensch. Er wird eine große Lücke hinterlassen.“

Siegfried Habermann war in Weißenbrunn auch Mitglied beim TSV, beim Musikverein, beim Gesangverein und im Frankenwaldverein. Zudem war er begeisterter Rotarier.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 6. Juli, um 11.30 Uhr in der Aussegnungshalle des Kronacher Friedhofs statt.