Städtepartnerschaft
Kronach pflegt guten Draht nach Hennebont
Hans Püttner, Hennebonts Bürgermeisterin Michèle Dollé und Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann (von links) im Festsaal des Rathauses in Hennebont.
Hans Püttner, Hennebonts Bürgermeisterin Michèle Dollé und Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann (von links) im Festsaal des Rathauses in Hennebont.
Foto: Stadt Kronach
Kronach – Mit zweijähriger Verspätung konnte das 30. Städtepartnerschafts-Jubiläum zwischen Kronach und Hennebont gefeiert werden.

Zu den Feierlichkeiten war eine Abordnung aus Kronach mit Bürgermeisterin Angela Hofmann an der Spitze in die Bretagne gereist. Begleitet wurde sie von Mitgliedern des Kronacher Partnerschaftskomitees, Initiatoren und weiteren Freunden des 1990 gegründeten deutsch-französischen Städtepartnerschafts-Projekts, darunter Altbürgermeister Manfred Raum, sowie Vertretern der Stadtverwaltung.

Ihrer seit einem Jahr im Amt befindlichen Bürgermeisterkollegin Michèle Dollé mitsamt ihrem Stadtratsgremium dankte Hofmann für die Einladung nach Frankreich. Sie ging auf die Bedeutung der Städtepartnerschaft für die Zukunft Europas und für die europaweite Friedenspolitik ein.

Partnerschaften sind wichtig

In den 27 Mitgliedsländern der EU mit ihren fast 100.000 Städten unterhalte etwa jede fünfte Stadt eine Partnerschaft, so Hofmann. Die meisten Städ-tepartnerschaften seien nach 1945 zwischen Frankreich, England, Deutschland und Polen begründet worden. Wenn der Frieden in Freiheit in Europa erhalten bleiben solle, bedeute das neben guten Wirtschaftsbeziehungen und gemeinsamer Politik auch den Ausbau und die Pflege bestehender Stadtpartnerschaften, weil hier emotionale Nähe und Solidarität zum Tra-gen komme, führte Hofmann aus. Europäische Partnerstädte übernähmen viel Verantwor-tung. Sie sei überzeugt, dass ein vereintes Europa nur mit den Städten und Gemeinden machbar sei.

Größere Motivation

„Europa lebt von der Basis seiner Städte und Gemeinden, weil das die Ebene ist, die den Bürgerinnen und Bürgern am nächsten ist“, gab Bürgermeisterin Hofmann zu bedenken. „Städte sind viel motivierter, globale Herausforderungen zu lösen, weil sie schneller ihr Opfer werden können. Sie reagieren schneller, konkreter und bürgernäher auf Krisen und Herausforderungen als die nationale oder europäische Politik.“

Wofür Staaten manchmal Jahre brauchten, das könnten Städte viel schneller schaffen. „Die Diplomatie der Zukunft ist kommunal. Europa, zeige Flagge, schau auf deine Städte und lass sie machen“, rief Angela Hofmann dazu auf, vom großen Erfahrungsschatz der Kommunen zu profitieren und den dort Handelnden Vertrauen zu schenken.

Partnerschaft soll weiter wachsen

Hans Püttner, einer der Motoren der Städtepartnerschaft, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Komitees. Für ihn war es von großer Bedeutung, dass nach langer Pause endlich wieder persönliche Kontakte zwischen Menschen bei-der Kommunen möglich sind. Beide Stadtoberhäupter brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, dass die Städtepartnerschaft weiter wächst.