Der restaurierte Dreiwappenstein am Rennsteig wurde wieder an seinem historischen Standort gesetzt. Dieser besondere Grenz- und Gedenkstein soll an die Geschichte erinnern, aber auch Orientierung bezüglich der geografischen Lage geben. Und zudem, so Dekan Detlef Pötzl, könne man diesen Stein auch auf das Leben beziehen: „Wer den Weg kennt, findet das Ziel.“
Namenserklärung: Der Dreiwappenstein in Tschirn
Der Name Dreiwappen ist in Tschirn als eine Waldabteilung an der Grenze zu Thüringen bekannt. Nach der Wiedereröffnung des Rennsteig-Wanderwegs im April 1990 kreuzt dieser beim Dreiwappenstein die bayerisch-thüringische Grenze. Zudem führen die Wanderwege des Frankenwaldvereins dorthin.
Nicht zuletzt die geografische Lage und die geschichtsträchtige Bedeutung war für Günter Böhnlein ein Grund, den Dreiwappenstein restaurieren und eine Informationstafel anbringen zu lassen. Unterstützt wurde er dabei vom Frankenwaldverein und von Kreisheimatpfleger Hans Blinzler.
Was es zum Dreiwappenstein zu wissen gibt:
- Blinzler und Böhnlein gehen auf die Geschichte des Steins ein. Die erste Grenzbeschreibung, die dieses Gebiet berührt, werde auf 1071/1072 datiert. Im Mittelalter, so Blinzler, trafen an dieser Stelle die Grenzen der Bistümer Bamberg, Mainz und Zeitz/Naumburg aufeinander. Seit 1513 gebe es nachweislich staatliche, kommunale und kirchliche Grenzlinien. Diese seien seit 500 Jahren nicht verändert worden.
- Bis 1802 grenzte das Hochstift Bamberg, danach bis 1918 das Königreich Bayern an dieser Stelle an das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld und ab 1826 an Sachsen-Meiningen sowie an das Fürstentum Reuß. Von 1918 bis 1945 verlief dort die Grenze zwischen Bayern und Thüringen, und von 1946 bis 1989 die zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Zur DDR-Zeit befanden sich rund um den Dreiwappenstein hoch gesicherte Grenzanlagen.
- Der „Dreiwappenstein“ ist mit drei Initialen versehen, nämlich mit „KB“ für Königreich Bayern, „HSM“ Herzogtum Sachsen-Meiningen und „FR“ Fürstentum Reuß.
1000 Euro für den Stein gespendet
Rund eineinhalb Jahre nahm die Sanierung des Steins in Anspruch. Nun wurde er wieder an seinen Platz gebracht.
Ein besonderer Dank galt dem Landratsamt Kronach und der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Das Geldinstitut beteiligte sich mit 1000 Euro an der Restaurierung des Steins durch Willi Keim.










