Naturfreunde gesucht
Mit Kartierung dem Rebhuhn unter Flügel greifen
Rebhühner im Unterholz
Rebhühner im Unterholz
Foto: André Maslo
Kronach – In den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels werden ehrenamtliche Kartierer für den stark gefährdeten Brutvogel gesucht. Worum es dabei geht.

Die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken, der Landesbund für Vogelschutz und die Wildland-Stiftung Bayern haben sich zu einem Rebhuhnschutz-Verbundprojekt zusammengeschlossen und brauchen ehrenamtliche Unterstützung für die Kartierung des Rebhuhvorkommens.

Früher war das Rebhuhn einer der häufigsten Vögel unserer Agrarlandschaft. Seit 1980 sind die Bestände allerdings europaweit um 94 Prozent zurückgegangen. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird das Rebhuhn inzwischen als „stark gefährdet“ eingestuft. Höchste Zeit also, mehr für den Erhalt des Rebhuhns zu tun.

Rebhugn retten – Vielfalt fördern

Deswegen haben sich die Partner dazu entschlossen, sich für den Rebhuhnschutz in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels zu engagieren und am Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ teilzunehmen. Die deutschlandweite Aktion wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen koordiniert und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

Ein Grundstein ist die jährliche, möglichst vollständige Erfassung der Rebhuhnbestände im Projektgebiet. Dafür sind die Partner auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen. „Machen Sie mit und erfassen Sie Rebhühner auf einem Abendspaziergang! Begeisterung für die Art ist dabei wesentlich, ornithologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, heißt es in einem Aufruf.

Man braucht nur etwas Zeit

Die Erfassung von Rebhühnern erfolgt entlang vorgegebener Zählrouten, die vorwiegend in offenen Agrarlandschaften mit gutem Überblick verortet werden und für das Rebhuhn geeignete Lebensraumstrukturen – Blühbrachen, Niederhecken oder Altgrasstreifen – aufweisen. Die Zählrouten liegen in der Regel auf Feldwegen, sind etwa ein bis eineinhalb Kilometer lang und werden zu Fuß begangen. Alle 150 bis 200 Meter wird eine sogenannte Klangattrappe mit dem Ruf eines Rebhahns abgespielt.

Alle Rebhuhnbeobachtungen, ob akustisch oder visuell, werden in der App NaturaList oder auf einer bereitgestellten Feldkarte dokumentiert. Für die einmalige Erfassung sind kaum Vorkenntnisse und wenig Zeit nötig. Man benötigt lediglich ein Mobilfunkgerät, einen kleinen Lautsprecher und gegebenenfalls ein Fernglas. Die Kartierungen sollen in der Abenddämmerung zwischen Ende Februar und Ende März stattfinden. Der Wochentag kann frei innerhalb des mehrwöchigen Erfassungsfensters gewählt werden.

Jeder kann helfen

Mit dem Wissen über die Rebhuhnvorkommen in der Umgebung kann jeder helfen, dem Tier mehr Unterstützung zu verschaffen. Ausgleichsmaßnahmen können sich am Rebhuhn ausrichten, die Mahd von Brachen und Feldrainen kann verzögert werden, Landwirte können auf rebhuhngerechte Agrarumweltmaßnahmen aufmerksam gemacht werden. Das Rebhuhn braucht viele Unterstützer – und das an möglichst vielen Orten.

Wer Lust hat, dem Rebhuhn unter die Flügel zu greifen und das Schutzprojekt durch eine Erfassung zu unterstützen, meldet sich für weitere Informationen bei Susanne Bosecker (E-Mail susanne.bosecker@oekologische-bildungsstaette.de oder Telefon 09266/8252 oder 09266/9919993. Weitere Informationen unter www.rebhuhn-retten.de und https://www.oekologische-bildungsstaette.de/ehrenamt.php.