Vergifteter Fluss
Rodach: Neue Proben sollen Ausmaß offenlegen
Wie entwickeln sich Fauna und Flora in der vergifteten Rodach? Von Anfang an wurden Proben entnommen und der Zustand des Gewässers geprüft.
Wie entwickeln sich Fauna und Flora in der vergifteten Rodach? Von Anfang an wurden Proben entnommen und der Zustand des Gewässers geprüft.
Foto: Archiv, Barbara Herbst
Erlabrück – Die Rodach wird nach einem Teeröl-Unglück saniert. Der Bezirk prüft inzwischen, wie es um die Fische im verunreinigten Fluss bestellt ist.

Als eines der bedeutendsten Fließgewässer im Frankenwald zeichnete sich die Rodach vor allem durch ihren Fischreichtum an Bachforelle, Äsche und im Unterlauf auch Barbe und Nase aus. Ein schwerer Teerölunfall bei Erlabruck im Herbst 2021 hatte verheerende Folgen für den Fischbestand für die Rodach.

Seitdem unternehmen das zuständige Landratsamt, Fachbehörden und Gutachterbüros große Anstrengungen, um die Sanierung der Rodach voranzutreiben. Auch der Bezirk Oberfranken ist mit der Fachberatung für Fischerei immer wieder mit eingebunden und unterstützt die Bemühungen der Sanierung, wie dessen Pressestelle mitteilt.

Mit Teeröl verunreinigt

Mitte März wurde der Startschuss für die Rodach-Sanierung im Bereich des Sägewerks in Erlabrück gegeben. Der Fluss wurde dort umgeleitet, um das alte, mit Teeröl verseuchte Bett reinigen zu können. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir die Rodach wieder in guten Zustand bringen, so dass sich Flora und Fauna dort wieder wohlfühlen können“, erklärt Bezirkstagspräsident Henry Schramm.

Bereits im vergangenen Oktober hat die Fachberatung für Fischerei Befischungen in der Rodach und im Main durchgeführt, um die Auswirkungen auf den Fischbestand zu beurteilen und Fischproben zu entnehmen.

Warnung gilt weiterhin

Diese Proben wurden im Nachgang vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf ihre Verzehrfähigkeit hin untersucht – die damals ausgesprochene Verzehrswarnung gilt immer noch.

Für die weitere Bewertung der Gewässerverunreinigung beziehungsweise der Auswirkungen auf die Fische, empfahl das Landesamt die Probenentnahme an den gleichen Entnahmestellen zu wiederholen.

Erneut Proben genommen

In den vergangenen Tagen führte die Fachberatung für Fischerei im Rahmen der Amtshilfe eine erneute Probenentnahme in enger Abstimmung mit den Landratsämtern Kronach und Lichtenfels durch. „Dies ist auch wichtig, damit wir seitens des Bezirks mit unserer Fachberatung für Fischerei den Auftrag nach Beratung und Information für unsere Fischereiberechtigten erfüllen können“, sagt Schramm weiter. „Es ist uns allen ein großes Anliegen, dass wir gemeinsam mit der Sanierung der Rodach vorankommen und die Betroffenen und die Öffentlichkeit klar darüber informieren können.“

Der Bezirk Oberfranken mit seiner Fachberatung für Fischerei ist die zentrale Stelle für alle fischereilichen Fragen in Oberfranken; Schwerpunkte der Arbeit sind traditionell die Teichwirtschaft, sowie die Fischordnung und der Gewässerschutz. Besondere Bedeutung gewinnen zunehmend der Erhalt und die Förderung der heimischen Fischbestände.

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