Der Stiftungsrat der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung startete in eine neue Amtsperiode. Nun trafen sich die 13 Stiftungsräte zu ihrer ersten Sitzung in Neuses. Das Gremium bestätigte einstimmig seinen Vorsitzenden Jens Korn und dessen Stellvertreter Rudolf Kotschenreuther.
Neu sind drei Mitglieder: Sandra Wehrend, Vorständin der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Rechtsanwältin Manuela Wittmann und Bundestagsabgeordneter Jonas Geissler. Jens Korn erinnerte daran, dass es Auftrag des Stiftungsrates sei, den Vorstand zu überwachen und zu beraten.
Eine tiefe Verankerung der Stiftung im Landkreis ließen die Berichte der beiden Vorstandsmitglieder erkennen. So standen laut Vorstand Hans Rebhan die rund 250 Gäste der Feier zum zehnjährigen Hochschulbestehen für viele gesellschaftliche Gruppen des Landkreises: „Ob Schulen, Wirtschaft oder Kommunen, wir sind für viele Akteure in der Region zum Partner geworden.“
Arbeit des LCC wird nicht nur im Kreis Kronach wahrgenommen
Der akademische Leiter der Stiftung, Professor Tobias Bocklet, blickte auf die Veranstaltung „Wandel in Oberfranken: Innovation, Digitalisierung und KI“, im Mai zurück. Dass die Keynote von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär kam, zeigt laut Bocklet, dass die Arbeit des LCC weit über den Landkreis hinaus anerkannt wird. Um den Innovationsgeist in der Region zu stärken, setze man bewusst auf den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, so Bocklet.
Beim Projekt „Hochschule und Region“ sei es gelungen, in 19 Workshops an Schulen insgesamt 325 Teilnehmer zu erreichen. Eine breite Wirkung in die Region strebe man weiterhin mit dem FabLab an. Mit der Gründung des Vereins „Offene Werkstatt“ bestehe die Chance auf eine noch intensivere Einbindung der Nutzer.
8,4 Millionen Euro an Fördermitteln
Bocklet zeigte auch die engen Verbindungen auf, die gerade durch das Technologietransferzentrum (TTZ) mit der heimischen Wirtschaft bestünden. So ziele das Projekt „InProKi“ auf die Qualitätssicherung in der Industrie durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Beantragt habe man für das Projekt insgesamt 8,4 Millionen Euro an Fördermitteln.
Für Hans Rebhan bleibt die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für die Studenten ein wichtiger Punkt auf der Agenda der Stiftung. Er kündigte unter anderem einen Runden Tisch mit der Gastronomie in der Region an. Gerade im Hinblick auf die Finanzhochschule, für die der Spatenstich im Jahr 2027 erfolge, sei dies wichtig. „Studentisches Leben besteht aus mehr als nur modernen Hörsälen und technisch voll ausgestatteten Laboren“, so Rebhan.
Intensiv diskutiert wurde die Vorstellung des Studienganges „Autonomous Driving“ durch Professor Andreas Look. Er zeigte auf, wie wichtig die Internationalisierung für die Entwicklung des Studienganges ist.
Herausforderungen durch schwächelnde Autoindustrie
Gleichwohl verhehlte Look auf Nachfrage von Oliver Skall nicht, dass das Umfeld wegen der Schwäche der Automobilindustrie immer herausfordernder werde. Mit einer Öffnung des Studiengangs in Richtung humanoider Systeme und Robotik wolle man dem gegensteuern.
Rudolf Kotschenreuther sprach die Konkurrenzsituation mit China an. Der Vorteil der dortigen Firmen seien laut Look deutlich geringere gesetzliche Regulierung, was eine schnellere Entwicklung möglich mache.
Manuela Wittmann interessierte sich für die Entwicklung selbstfahrender Taxis. Hier seien die USA nach ihrer Beobachtung wesentlich weiter als Deutschland. Um aufzuholen, so Look, gelte es, deutlich mehr Daten zu erheben und aufzubereiten.












