130 Jahre Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Speicherz, und enbeso lange ehrenamtlicher Einsatz für das Allgemeinwohl und Bereicherung für die Dorfgemeinschaft – dies feierten die Speicherzer Floriansjünger mit zahlreichen Gästen. 13 teilnehmende Vereine zogen in einem Festumzug durch das Dorf zum Festgelände.
Vorsitzende Johanna Gunkel blicke auf diese 130 Jahre „retten, löschen, bergen und schützen“ zurück: 16 Mitglieder gründeten 1896 den Feuerwehrverein, im Jahr darauf wurde der erste Spritzenwagen für 840 Reichsmark angeschafft.
Mit Pferdegespann
Einer Anekdote zufolge sollen die benachbarten Wehren, deren Spritzen schon mit Ottomotoren ausgerüstet waren, die Speicherzer, die mit dem manuellen Spritzenwagen, gezogen von einem Pferdegespann, zu den Einsätzen erschienen, „mit hämischem Grinsen“ bedacht haben. Doch zeigten die Speicherzer Wehrler, dass sie effizient mit ihrem Einsatzgerät um gehen konnten und förderten schon viel früher Wasser als die Nachbarwehren.
Eine kleine Motorpumpe erwarb die Speicherzer Feuerwehr 1960, 1964 einen Löschanhänger, ein gebrauchter Hanomag wurde 1978 in Eigenleistung zu einem geschlossenen Kastenwagen umgebaut – dem ersten Motorlöschfahrzeug der Speicherzer. 1991 wurde es durch ein Tragspritzenfahrzeug (TSF) ersetzt, dieses erfüllt bis jetzt seine Anforderungen – genauso wie das 1969 bezogene Feuerwehrhaus, das damals aus der Schulscheune umgebaut worden war. Bei der Renovierung Anfang der 1990er Jahre deckten die Floriansjünger das Dach neu ein und bauten den Schlauchturm. Seit 2022 verwahren sie ihre Schutzausrüstung in Containern, bis das neu geplante Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt ist.
Mit ihrem Einsatz hat die Speicherzer Wehr auch das Dorfleben geprägt. Feste und Veranstaltungen sowie der Bau des Spielplatzes, der Grillhütte und dem Mahnmal für die Gefallenen der Weltkriege gehen auf die Feuerwehr zurück.
Tag und Nacht bereit
Johanna Gunkel dankte „den 13 Kommandanten der vergangenen 130 Jahre, den Vorstandsmitgliedern, den Kameraden für ihren Einsatz“, aber auch deren Familien und Partnern, die auf ihre Art und Weise „das verantwortungsvolle Ehrenamt unterstützen“.
Stellvertretender Landrat Roland Limpert nannte „130 Jahre Zeugnis für Zusammenhalt und Verantwortung“. Nicht nur war die Speicherzer Feuerwehr „seit 1896 Tag und Nacht bereit“, sondern „auch ein unverzichtbarer Teil des Gemeinschaftslebens“. Dass „Generationen von Frauen und Männern“ bereit waren, sich in ihrer Freizeit für das Wohl anderer einzusetzen, sei ein „charakterlicher Ausdruck, für einander da zu sein, wenn es darauf ankommt“, so Limpert.
Kreisbrandrat (KBR) Markus Ullrich zeigte sich begeistert über die Vereine, die am Festumzug teilgenommen haben und so ihre Wertschätzung zum Ausdruck gebracht haben. Fabian Schneider, Erster Vorsitzender der Feuerwehr Motten, würdigte den Gemeinschaftssinn der Speicherzer Wehr und schenkte ihr einen Gutschein für ein gemeinsames Grillfest.
„Ihr seid Vorbild“
Erste Bürgermeisterin und Schirmherrin Katja Habersack würdigte die vergangenen 130 Jahre der Feuerwehr Speicherz. Auch in der jüngsten Vergangenheit seien Herausforderungen, Höhen, Tiefen und Abschiede „gemeinsam gemeistert“ worden. „Die Feuerwehr Speicherz ist nicht nur Feuerwehr, sondern Gemeinschaft, zentraler Dreh- und Angelpunkt. Ihr seid Vorbild.“
In der Blaulichtausstellung präsentierten sich die aktuellen Feuerwehrfahrzeuge benachbarter Wehren. Aber auch ein antikes Schmuckstück hatte seinen Weg nach Speicherz gefunden. Der alte manuelle Spritzenwagen der Speicherzer Wehr hatte den ehemaligen Floriansjüngern gute Dienste geleistet und wurde vom Feuerwehrmuseum Fulda für das Fest leihweise zur Verfügung gestellt.
Die Döllautaler Motten, der Musikverein Oberzell und die Original Weißenbacher Schlosshofmusikanten sorgen für die Musik.
















