Die Polizeidienststelle Bad Brückenau ist für die acht Gemeinden in der Brückenauer Rhönallianz zuständig. Es handelt sich um eine Region mit rund 18.500 Personen.
In einer Pressemitteilung veröffentlicht die Inspektion die aktuelle Statistik: Rund 2000 Einsätze hatten die Bad Brückenauer Polizistinnen und Polizisten im vergangenen Jahr, darunter rund 150 Veranstaltungen und Versammlungen, von denen wiederum etwa 60 enger polizeilich betreut wurden.
Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten
Zu den größeren Einsätzen gehörten etwa das Bad Brückenauer Stadtfest mit mehreren Tausend Besuchern über das Festwochenende oder der politische Besuch von Ministerpräsident Markus Söder zum Backofenfest in Schondra.
Bei der Polizei in Bad Brückenau wurden im vergangenen Jahr 529 Fälle bearbeitet, was einer marginalen Absenkung der Zahlen im Vergleich zu 2024 entspricht, heißt es in der Pressemitteilung. Im Zuge der Ermittlungen konnten bislang 390 dieser Fälle geklärt werden. Damit liege die Aufklärungsquote (AQ) für das letzte Jahr bei 73,7 Prozent und somit wieder merklich höher als 2024.
Was bedeutet die Häufigkeitszahl?
Mit der sogenannten Häufigkeitszahl (HZ) wird die Kriminalitätsbelastung als ein standardisiert und damit überregional vergleichbares, auf 100.000 Einwohner hochgerechnetes Verhältnis zwischen den registrierten Straftaten und der Bevölkerung ausgedrückt.
Niedrigster Wert der Kriminalität in Oberleichtersbach
Für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Bad Brückenau – also den Altlandkreis Bad Brückenau insgesamt – errechnet sich eine HZ von 2863, die in etwa der des Vorjahrs 2024 entspricht. In den einzelnen Kommunen variiert dieser Wert von Jahr zu Jahr, wobei sich der niedrigste Wert für das vergangene Jahr in unserem Dienstbereich für die Gemeinde Oberleichtersbach mit knapp unter 1000 ergab.
Der bundesweite Durchschnitt wurde zuletzt mit einer HZ von knapp über 6500 angegeben. Für den Freistaat Bayern liegt die HZ für das Jahr 2025 bei 4094, für den Regierungsbezirk Unterfranken liegt sie bei 3716. Im Dienstbereich der Polizei Bad Brückenau werden die genannten Werte noch einmal signifikant unterboten.
Verteilung nach Deliktsgruppen
Den größten Anteil der Fälle im vergangenen Jahr machte die Gesamtheit der sonstigen Straftatbestände nach dem Strafgesetzbuch mit rund 28 Prozent aus, worunter Delikte gegen die öffentliche Ordnung wie Hausfriedensbruch, Widerstandsformen oder auch Geldwäsche fallen, so die Pressemitteilung.
Im Vergleich zum Vorjahr 2024 entspreche das einem Rückgang von über 13 Prozent. Dicht gefolgt werden diese Zahlen von denen der Diebstahldelikte, die sich ebenfalls auf rund 28 Prozent beliefen, was eine geringfügige Steigerung um rund sechs Prozent bedeutet.
Anstieg bei Vermögensdelikten
Vermögensdelikte, also Betrug und artverwandte Straftatbestände, summierten sich 2025 auf rund 23 Prozent der Fälle. „Wir sehen hier einen merklichen Anstieg der Fallzahlen um rund 54 Prozent bezogen auf die Vorjahreszahlen von 2024“, heißt es von der Polizeiinspektion.
Körperverletzungen machten etwa elf Prozent der im vergangenen Jahr bearbeiteten Straftaten aus. Sexualdelikte und Straftaten nach den Nebengesetzen stellten dann noch jeweils rund fünf Prozent der übrigen Fälle dar.
Einfache Körperverletzung ganz weit oben
Erläuterung zu Rohheitsdelikten
Unter dem Begriff Rohheitsdelikte werden Raub- und Körperverletzungsdelikte sowie Delikte gegen die persönliche Freiheit zusammengefasst. Zu Delikten gegen die persönliche Freiheit gehören unter anderem Nachstellung (Stalking), Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung.
Im vergangenen Jahr wurden 86 Fälle gemeldet. Die Aufklärungsquote betrug knapp 99 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind die Fallzahlen gesunken (2024: 111 Fälle, AQ 96,4 Prozent).
Bei der Verteilung der Rohheitsdelikte gehört die einfache Körperverletzung mit 41 Fällen zum größten Anteil, die AQ liegt bei 100 Prozent (2024: 51; 98 Prozent). Bei der gefährlichen Körperverletzung habe es elf Fälle gegeben, die AQ lag bei 90 Prozent (2024: 13; 92 Prozent).
Fahrlässige Körperverletzung lag in fünf Fällen vor, die AQ lag bei 100 Prozent (2024: 2; 100 Prozent). In 18 Fällen kam es zu Bedrohung, die AQ lag bei 100 Prozent (2024: 20; 90 Prozent). Sechs Fälle von Nötigung und 29 Fälle von Nachstellung mit jeweils einer AQ von 100 Prozent wurden festgehalten.
Geringe Aufklärungsquote bei Diebstahl
In der polizeilichen Kriminalstatistik kommt es neben der deliktischen Unterscheidung, zum Beispiel besonders schwerer Fall, Unterschlagung, zu einer umfangreichen Aufteilung der Fälle nach Tatbeute oder Tatörtlichkeit, so die Polizei.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 138 Fälle gemeldet. Die Aufklärungsquote betrug 50 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind die Fallzahlen marginal zurückgegangen.
Verteilung auf Deliktsgruppen bei Eigentumsdelikten
Die Fälle können in folgende Delikte bzw. Deliktsgruppen unterteilt werden: Dazu gehört Diebstahl ohne erschwerende Umstände (111 Fälle; AQ = 56 Prozent; 2024: 104; 44 Prozent), Diebstahl mit erschwerenden Umständen (27 Fälle; AQ = 30 Prozent; 2024: 36,6 Prozent), Ladendiebstahl mit 26 Fällen bei einer AQ von 96 Prozent (2024: 25; 96 Prozent), Diebstahl aus Kfz mit 16 Fällen und einer AQ von 50 Prozent (2024: 18; elf Prozent), Diebstahl aus Wohnungen in sechs Fällen mit einer AQ von 67 Prozent (2024: 21; 19 Prozent) und Diebstahl von Fahrrädern in acht Fällen und einer AQ von 18 Prozent (2024: 5; 0 Prozent).
Betrug im Internet nicht in der Statistik
In einer Vielzahl von Betrugshandlungen, welche unter Verwendung von Telekommunikationsdiensten (Internet, Telefon) durchgeführt werden, kann kein Tatort ermittelt werden. Diese Fälle fließen daher nicht in die örtliche Kriminalstatistik ein. Die hier genannten Fallzahlen beziehen sich auf Taten mit Tathandlungen im Altlandkreis Bad Brückenau.
Im Berichtsjahr wurden 114 Fälle gemeldet. Die Aufklärungsquote betrug 88 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind die Fallzahlen insgesamt spürbar angestiegen (2024: 74 Fälle, AQ = 82 Prozent). Die Fälle können in folgende Delikte bzw. Deliktsgruppen unterteilt werden:
Es gab acht Fälle von Waren- / Warenkreditbetrug mit einer AQ von 88 Prozent (2024: 23; 87 Prozent). Unterschlagung fand in 67 Fällen statt bei einer AQ von 88 Prozent (2024: 13; 62 Prozent). Einen Fall von Untreue hat die Polizei Bad Brückenau vermerkt mit einer AQ von 100 Prozent (2024: 1; 100 Prozent). Acht Fälle von Urkundenfälschung lagen bei einer AQ von 100 Prozent vor (2024: 6; 83 Prozent).
Anzahl der Verbreitung pornografischer Inhalte steigt
Was sind Sexualdelikte?
Neben Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch umfasst diese Kategorie auch Fälle von Verbreitung pornografischer Inhalte sowie exhibitionistische Handlungen.
Die Taten von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung ereignen sich in den meisten Fällen im sozialen Umfeld, so die Polizei. Im vergangenen Jahr wurden im Altlandkreis insgesamt 26 Fälle gemeldet. Die Aufklärungsquote betrug 96 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind die Fallzahlen gestiegen (2024: 19 Fälle, AQ = 100 Prozent).
Die Fälle können in folgende Delikte unterteilt werden: Sexuelle Belästigung lag in sieben Fällen vor, die Polizei hat eine AQ von 100 Prozent (2024: 3; 100 Prozent). Keine Vergewaltigung wurde angezeigt (2024: 3; 100 Prozent). Es gab einen Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern, mit einer AQ von 100 Prozent (2024: 4; 100 Prozent) und der Verbreitung pornografischer Inhalte in 15 Fällen sowie einer AQ von 93 Prozent (2024: 4; 100 Prozent).
Häusliche Gewalt
Unter dem Bereich Häusliche Gewalt (HGEW) werden Gewaltdelikte, welche sich in einer Partnerschaft oder im Anschluss an eine Partnerschaft und in Bezug zu dieser befinden, zusammengefasst.
Im Berichtsjahr 2025 wurden 29 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen nahezu unverändert geblieben oder geringfügig zurückgegangen (2024: 30 Fälle).
Die Fälle können noch etwas präziser folgenden Delikten zugeteilt werden: 18 Fälle der Körperverletzung, davon vier gefährliche Körperverletzungen, fünf Fälle der Bedrohung, zwei Fälle der Beleidigung / Verleumdung. Die übrigen registrierten Fälle verteilen sich ohne nennenswerte Clusterung auf weitere Straftatbestände.













