An die 700 Jugendliche feiern bei einer Sommertemperatur von 28 Grad ausgelassen im Steinbruch „Muschelgrund“ in Strahlungen, als plötzlich der umliegende Wald in Brand gerät. Etwas, das nicht sofort von den Feiernden bemerkt wird. Im Steinbruch selbst finden ebenfalls Abbrucharbeiten statt und auch hier wurde der aufkommende Brand zunächst nicht bemerkt. Ein Szenario, das hoffentlich nie eintritt, für das man aber vorbereitet sein sollte, sagte Kreisbrandrat Stefan Schmöger.
Grund genug, eine sogenannte Stabsrahmenübung im Atemschutzzentrum Salz zunächst einmal in der Theorie durchzuspielen. „Eine nicht ganz leichte Aufgabe für den Katastrophenschutzstab“, sagt Kreisbrandinspektor Michael Omert, der für diese Übung Örtliche Einsatzleiter (ÖEL). Anders als in der Realität muss die Situation gedacht werden.
Es gibt lediglich Vordrucke, einen Bleistift und große Karten an den Bildschirmen. Die verschiedenfarbigen Vordrucke kennzeichnen den jeweiligen Auftrag und enthalten für den Führungsstab wichtige Informationen. „Wir müssen auf Katastrophenfälle wie Hochwasser, Waldbrände durch die Trockenheit, Stromausfall und Sturm vorbereitet sein“, sagt der Kreisbrandrat.
Fiktives Geschehen mit verschiedenen Auswirkungen
„Bei der Trockenübung hatte übrigens der Katastrophenschutzstab die sogenannte ‚Hoheit‘ und war für die Alarmierungen verantwortlich“, sagt Kreisbrandinspektor Michael Omert. Er war für diese Übung zuständiger Örtlicher Einsatzleiter, dem in diesem Fall alle Einsatzkräfte bis hin zum BRK, THW und selbst die Polizei untergeordnet waren. Eingeschaltet war das Landratsamt mit einem Juristen und dem Landrat im Krisenstab. Hier werden im Ernstfall die Maßnahmen geplant und abgestimmt.
Die Kommunikation erfolgte per Telefon, E-Mail, Fax und über den Sprechfunk. Es ist ein fiktives Geschehen, bei dem verschiedene Auswirkungen der Katastrophe gespielt werden. Nachdem der Waldbrand und vor allem die Rauchentwicklung enorm zugenommen hatten und in Richtung Strahlungen sich ausweiteten, wurde überlegt, ob, wann und wie man die Bevölkerung evakuieren könnte.
Dabei ging es, wie im Ernstfall, um Bereitstellungsräume für Einsatzfahrzeuge oder um die Fragen, woher das notwendige Löschwasser kommt und ob es ausreichend ist. Möglich ist es, im Ernstfall landkreisübergreifend die notwendigen Wehren anzufordern. „Die Einsatzkräfte könnten sich dann schnell zwischen 200 und 2000 bewegen.“
Sechs Tanklöschfahrzeuge wurden nachgefordert
Es ging bei der Übung auch darum, den Waldgroßbrand aus der Luft durch Wassereinsatz von Hubschraubern zu bekämpfen. „Das aber kostet Geld, das von den Kommunen aufgebracht werden müsste“, sagt Stefan Schmöger. Größte Schwierigkeit in solch einem Fall ist die Löschwasserversorgung, bedingt durch die Ausbreitung des Brandes.
Neben den Wehren Strahlungen, Salz, Bad Neustadt, Löhrieth und Fridritt wurden sechs Tanklöschfahrzeuge zur Wasserförderung, ebenso die Transporteinheit „Schlauch“ mit etwa vier Kilometern Schlauchmaterial und weitere fünf Löschgruppen nachgefordert. All das wurde von der Übungsleitung, die die Feuerwehren und Integrierte Leitstelle oder auch Polizei darstellte, in den Führungsstab eingespielt.
Der örtliche Einsatzleiter, in diesem Fall Kreisbrandinspektor Michael Omert, musste die Entscheidungen treffen. Er hatte Zugriff auf alle Einheiten und konnte reagieren und agieren. „Letztendlich könnten Fachberater Technisches Hilfswerk, das BRK, die Örtliche Einsatzleitung und weitere Rettungskräfte hinzugezogen werden“, erläutert Kreisbrandinspektor Michael Omert, Chef des Einsatzes. Wichtig war es für ihn, über Fachschaften die aktuelle Lage zu erhalten und zu versuchen, „vor die Lage zu kommen“, um schnell und professionell den Katastrophenfall in den Griff zu bekommen.












