Eine leistungsstarke Einsatztruppe, engagierter Nachwuchs und ein aktiver Feuerwehrverein – bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken wurde einmal mehr deutlich, wie breit die Feuerwehr in der Marktgemeinde aufgestellt ist.
Die Versammlung im voll besetzten Sportheim zeigte eindrucksvoll den großen Rückhalt der Feuerwehr in der Bevölkerung. Kommandant Daniel Kleinheinz blickte in seinem Tätigkeitsbericht auf ein intensives und herausforderndes Jahr 2025 zurück. Insgesamt wurde die Wehr zu 27 Einsätzen alarmiert, darunter neun Brände und neun technische Hilfeleistungen. Besonders belastend war ein schwerer Verkehrsunfall im November mit zwei tödlich verletzten Personen.
Neben den Einsätzen leisteten die Feuerwehrdienstleistenden eine enorme Anzahl an Stunden: Über 2800 Stunden wurden für Einsätze, Übungen und Ausbildungen aufgebracht – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Die Feuerwehr Wildflecken zählt aktuell 58 aktive Einsatzkräfte, darunter neun Frauen sowie 14 Atemschutzgeräteträger. Die Führung mit drei Kommandanten habe sich laut Kleinheinz „mehr als bewährt“ und ermögliche eine effektive Aufgabenverteilung sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Wehr.
Aus- und Fortbildung
Ein Schwerpunkt lag auch 2025 auf der Aus- und Fortbildung. Regelmäßige Übungen sowie überörtliche Trainings – unter anderem mit Bundeswehr und anderen Feuerwehren – stärken die Einsatzfähigkeit.
Im Bereich Atemschutz konnte die Wehr ihre Schlagkraft weiter erhöhen: Fünf neue Geräteträger wurden erfolgreich ausgebildet, sodass aktuell 14 einsatzfähige Atemschutzgeräteträger zur Verfügung stehen.
Ein starkes Signal ist die Wiederbelebung der Jugendfeuerwehr. Seit Mitte 2025 konnten wieder sechs Jugendliche gewonnen werden, die regelmäßig an Übungen teilnehmen. Mit der geplanten Kinderfeuerwehr geht die Feuerwehr nun den nächsten konsequenten Schritt, um langfristig Nachwuchs zu sichern.
Neben umfangreichen Investitionen in Ausstattung, Schutzkleidung und Digitalisierung wurde auch die Beschaffung eines neuen Führungsfahrzeugs auf den Weg gebracht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das bestehende Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1977 langfristig nicht mehr den Anforderungen entspricht und perspektivisch ein Neubau erforderlich ist.
Der Feuerwehrverein mit aktuell 112 Mitgliedern sorgt für ein aktives Dorfleben und stärkt die Kameradschaft. Neben Veranstaltungen und Festen wurde auch ein neues Projekt angestoßen: Der ehemalige Kommandant und Ehrenkommandant Georg Helfrich möchte gemeinsam mit Harry Schäfer einen Feuerwehrstammtisch ins Leben rufen. Ziel ist es, den Austausch zwischen aktiven Einsatzkräften, ehemaligen Mitgliedern, Senioren und Förderern zu stärken und die Gemeinschaft weiter auszubauen.
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Im Rahmen der Versammlung wurden zahlreiche Mitglieder befördert und für ihr Engagement ausgezeichnet. Auch langjährige Vereinsmitglieder wurden für ihre Treue geehrt – mit bis zu 55 Jahren Mitgliedschaft.
Zum Abschluss der Versammlung richteten die Ehrengäste ihre Grußworte an die Feuerwehr. Kreisbrandmeister Bastian Markert (KBM) sowie die Kreisfrauenbeauftragte Natascha Below unterstrichen, dass sie immer wieder gerne nach Wildflecken kommen. Die Jahreshauptversammlung zeige eindrucksvoll, was hier im vergangenen Jahr geleistet wurde – verbunden mit einer offenen, herzlichen Atmosphäre und einer starken Gemeinschaft. KBM Markert gab zudem einen Ausblick auf die zahlreichen anstehenden Termine und Ausbildungsangebote innerhalb der Inspektion und im gesamten Landkreis. Ziel sei es, das hohe Ausbildungsniveau der Feuerwehren weiter zu sichern und zukunftsfähig weiter zu enwickeln.
Große Anerkennung
Besonders motivierend waren die Worte von Kreisfrauenbeauftragter Natascha Below. Sie lobte ausdrücklich die Entwicklung der Feuerwehr Wildflecken im Bereich Frauenförderung. In vergangenen Jahren musste sie noch feststellen, dass es kaum Frauen in der Wehr gab. Kommandant Kleinheinz versprach damals, dass es ein klares Ziel gibt, dies zu ändern. „Und genau das wurde umgesetzt“, betonte Below. Heute sind Frauen ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der Feuerwehr, übernehmen Verantwortung – sogar im anspruchsvollen Atemschutzdienst – und engagieren sich darüber hinaus auf Kreisebene sowie in der Nachwuchsarbeit, etwa bei der geplanten Kinderfeuerwehr. Dieses Engagement und die Entwicklung der vergangenen Jahre verdienen große Anerkennung. Auch Bürgermeister Gerd Kleinhenz dankte der Feuerwehr für ihren außergewöhnlichen Einsatz.
Er hob besonders das Ehrenamt als „Dienst am Nächsten“ hervor – die Bereitschaft, genau dann zu helfen, wenn andere nicht mehr können oder sich zurückziehen. Die Feuerwehr leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit und den Zusammenhalt in der gesamten Gemeinde, sowohl die aktive Feuerwehr als auch der Feuerwehrverein.
Kommandant Daniel Kleinheinz ging auch auf seine zukünftige Rolle als Wildfleckener Bürgermeister ein. Er stellte klar, dass er rein rechtlich gesehen weiterhin bis 2028 als Kommandant im Amt ist, man jedoch gemeinsam mit den Stellvertretern offen prüfen werde, wie sich die Doppelbelastung langfristig gestalten lässt.
Zum Abschluss fand der Kommandant klare Worte: Die hohe Einsatzbereitschaft, die starke Übungsbeteiligung und der spürbare Zusammenhalt zeigten, dass die Feuerwehr Wildflecken hervorragend aufgestellt ist. Sein Fazit: „Ich bin stolz, Kommandant dieser Truppe zu sein.“












