Winfried Ehling liebte das Schafkopf- und Schachspielen. Doch seine Leidenschaft und Begeisterung fand der 77-Jährige sein Leben lang auch in anderen Dingen. Die Musik, aber vor allem das Schreiben und Fotografieren waren sein Steckenpferd. Jahrzehntelang prägte er damit die Nachrichten der Region, wurde von vielen liebevoll der rasende Reporter genannt.
Bis zuletzt waren sein Einsatz und sein Engagement für Saale-Zeitung und Main-Post unermüdlich. Kaum ein Termin verging, den Winfried Ehling nicht zu besuchen vermochte. Kaum ein Name war in Hammelburg so bekannt wie seiner. Winfried Ehling wird vielen in Erinnerung bleiben. Er wurde zum Hammelburger Journalismus-Urgestein, ehe er kürzlich im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb.
Winfried Ehling: Das Hammelburger Journalismus-Urgestein
Am 5. August 1948 wurde Winfried Ehling als erster Sohn seiner Eltern in Hammelburg geboren. Das Verhältnis zu seinen beiden jüngeren Schwestern Cornelia und Martina war herzlich, der Zusammenhalt unter den Geschwistern groß. Schon nach Abschluss seiner Mittleren Reife war klar: Vor dem Wehrdienst muss eine Ausbildung zum Journalisten beim Schweinfurter Anzeiger folgen. Winfried Ehling fand im Schreiben und Fotografieren seine Berufung. Es machte ihn glücklich, erfüllte ihn sein Leben lang.
Für Familie und Freunde war dieser Weg nicht weiter verwunderlich, denn schon seine Mutter hat mit dem Schreiben kleiner Anekdoten und Texte das Leben vieler Menschen bereichert. Auch sie war, ähnlich wie ihr Sohn, ein Hammelburger Original.
Ein umgänglicher, sehr großzügiger Mann
Winfried Ehling hatte seinen eigenen Humor, wenn auch manchmal einen etwas schwarzen. Er war ein umgänglicher, sehr großzügiger Mann, der stets den Kontakt zu seinen Mitmenschen liebte. Anders als die meisten verbrachte der Hammelburger seine Urlaube nicht im Süden. Die Orte seiner Wahl lagen im Norden, vor allem für Irland und Schottland konnte er sich begeistern. Die verschiedensten Reisen hat er dorthin unternommen, hat sich belesen und seine eigenen Touren gemacht.
Wie fast alle, war auch Winfried Ehling in den 60er/70er Jahren rebellisch. Er hat früh geheiratet und einen Sohn bekommen. Neben dem Schreiben und Fotografieren liebte der Hammelburger hauptsächlich die Musik und arbeitete vor seiner Ausbildung zum Journalisten sogar mehrere Jahre hauptberuflich als DJ in der Kupferkanne und Eisdiele. Seiner Lieblingsband, den Rolling Stones, genauer dem Mitbegründer Brian Jones, verdankte er sogar seinen Spitznamen „Brian“ – wie ihn Familie und Freunde liebevoll nannten.
Bis zum Schluss war er selbstbestimmt und ging seinen eigenen Weg. Die Mittagspause in einem der vielen Hammelburger Cafés war ihm heilig. Bis zuletzt sah man Winfried Ehling beinahe täglich mit einem Kaffee in der Hand in der Innenstadt sitzen.
Die Urnenbeisetzung findet im Juli im engsten Familienkreis statt.












