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Pläne zum Wiederaufbau der Kissinger Hütte nach dem Brand: „Wir werden weder Kantine noch Bahnhofshalle bauen“
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Langenleiten – Nach dem Brand in der Rhön schreiten die Pläne voran. Welche Ideen es gibt, wie es um die Finanzierung steht und warum es Überlegungen für die Zufahrt gibt.
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Am 18. März ist die Kissinger Hütte auf dem Feuerberg abgebrannt. Die Aufräumarbeiten auf dem Feuerberg laufen. // René Ruprecht

Der Schock in der Rhön war groß, als sich die Fotos der brennenden Kissinger Hütte am Morgen des 18. März in den sozialen Medien verbreiteten. Mittlerweile hat sich rund um die Brandruine auf dem Feuerberg einiges getan: die Aufräumarbeiten laufen.

„Es dauert leider lange, bis der Schutt wegkommt, weil das vor Ort sortiert werden muss“, so Manfred Egert, Vorsitzender der beiden Vereine „Rhönklub Zweigverein Bad Kissingen“ und „Freunde der Kissinger Hütte“. Er rechnet damit, dass dies im Juli abgeschlossen sein wird.

Momentan treffen sich Mitglieder des Rhönklubs regelmäßig mit den beauftragten Architekten. „Die Planungen zum Wiederaufbau laufen. Ziel ist es, im August einen genehmigten Bauplan zu haben“, so Egert. Dabei haben die Verantwortlichen klare Pläne.

Kissinger Hütte soll wieder „Hüttencharakter“ haben

„Wir werden im Inneren auf jeden Fall wieder Hüttencharakter haben, egal wie das Design von außen aussieht. Wir werden weder eine Kantine noch eine Bahnhofshalle bauen“, sagt der Vorsitzende. Zudem wollen sie nun die Chance ergreifen, ein Gesamtkonzept durchzusetzen.

„Die Hütte ist mehrere Male umgebaut worden“, erklärt er. Dabei seien immer wieder Kompromisse beim Bau notwendig geworden. Kompromisse, auf die man nun verzichten wolle. So solle zum Beispiel der Fluchtweg im Obergeschoss anders gelöst werden. „Wir planen, das Obergeschoss der Hütte ans Bettenhaus anzudocken“, so Egert.

Zudem will der Verein die Wasserversorgung verbessern. „Wir haben eine eigene Quelle und wollen die Trinkwasseraufbereitung auf andere Füße stellen“, sagt er. Auch ans Thema Energie denkt der Rhönklub Zweigverein beim Wiederaufbau und plant mit Photovoltaik. „Wir wollen auf jeden Fall auch einen behindertengerechten Zugang“, so Egert über eine der vielen Ideen.

Momentan befinden sich die Verantwortlichen „im Zeitplan“, erklärt er. „Wir wollen nächstes Jahr wieder eine Hütte haben. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, wird heuer mit den Bauarbeiten begonnen.“

Nachdem die Brandermittler der Kriminalpolizei Schweinfurt aufgrund des Zustands des Gebäudes keine Brandursache mehr feststellen konnten und es auch keine Hinweise auf ein fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten gibt, kommt die Versicherung für den Schaden auf. „Aber sie zahlt natürlich nur für das, was auch da war“, so der Vorsitzende.

Freude über Unterstützungswelle

Egert hat momentan noch keinen exakten Überblick über die finanzielle Lage. „Das Zahlenwerk ist noch nicht belastbar, wir werden auf jeden Fall eine Finanzierungslücke haben“, erklärt er. „Aber wir werden es irgendwie zusammenbringen.“ In den vergangenen Wochen gab es bereits diverse Spendenaktionen, daneben ruft auch der Verein „Freunde der Kissinger Hütte“ zu selbigen auf. „Vor dem Brand hatten wir 78 Mitglieder, jetzt sind wir bei 120. Das hat solidarisiert!“

„Es gibt eine riesige Unterstützungswelle“, freut er sich. Vor allem mit den beiden Landkreisen sei der Rhön-Klub in sehr gutem Kontakt: „Landrat Habermann ist einer unserer Super-Gönner, aber auch Landrat Bold ist ansprechbar.“ Bis der Neubau steht, gibt es momentan Überlegungen für eine Zwischengastronomie vor Ort.

Der Landkreis Bad Kissingen hatte den Betreibern der Kissinger Hütte, sowie dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Gemeinde Sandberg das Angebot gemacht, die Unterstellhalle zur vorläufigen Bewirtung zu nutzen, so die Pressestelle im Bad Kissinger Landratsamt. Aktuell stehe eine Antwort der Beteiligten aber noch aus.

Samstagsbrief: Die niedergebrannte Kissinger Hütte wird dank Anpackern wie Ihnen wiederauferstehen, Herr Egert!

Egert selbst ist Rentner - und seit dem Brand der Kissinger Hütte rund um die Uhr beschäftigt. „Zurzeit mache ich nichts anderes“, sagt er. Trotz des Unglücks kann er positiv in die Zukunft schauen. „Bei der vergangenen Renovierung hatten wir 1100 Mann-Tage da oben, also 1100 Mal acht Stunden ehrenamtliche Arbeit in der Freizeit“, sagt er. „Dieses Mal ist es viel einfacher, weil es Firmen machen werden.“

Überlegungen zur Zufahrtsstraße

Neben dem Neubau der Kissinger Hütte gibt es weitere Ideen für eine Entwicklung des Areals. „Im Zusammenhang mit dem Neubau habe ich die Überlegung ins Spiel gebracht, ob man die Straße vom Basaltwerk bei Gefäll hoch zur Kissinger Hütte asphaltieren könnte“, erklärt Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann im Gespräch mit dieser Redaktion.

Er habe die Idee bereits mit Landrat Thomas Bold sowie den Rhönklub-Verantwortlichen besprochen und werde damit auf die Bayerischen Staatsforsten, die zum Teil Eigentümer des Geländes sind, zugehen. Die Zufahrtsstraße auf den Feuerberg zu asphaltieren, war in der Vergangenheit „immer mal wieder diskutiert worden“, so Habermann, aber „aus Naturschutz- und Finanzierungsgründen“ gescheitert. „Jetzt wäre ein Zeitpunkt, das wieder anzugehen“, sagt Rhön-Grabfelds Landrat.

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