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Aufatmen in Münnerstadt
Psychisch Kranker terrorisiert Stadt - jetzt Unterbringung
Justiz
Vor dem Landgericht Hannover wird derzeit über einen Fall verhandelt, bei dem ein Mann seiner Tochter Qecksilber gespritzt haben soll. // Julian Stratenschulte/dpa
Münnerstadt – Seit Monaten verunsichert ein junger Mann Münnerstadt. Er beschimpft und bedroht Bürgerinnen und Bürger, wird handgreiflich. Seine letzte Tat war schwer genug, dass der Staat jetzt handeln konnte.

Seit Monaten verunsichert ein psychisch Kranker Münnerstadt. Zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten läuft er krakeelend durch die Innenstadt, bedroht Menschen, auch mit dem Tod. Ein Bürger wurde von ihm geschlagen. Bislang waren seine Taten allerdings juristisch als niederschwellig einzuordnen, was die Betroffenen durchaus anders sehen werden. Nun wurde aber ein Kind zum Opfer - und Polizei und Justiz konnten rechtssicher einschreiten. 

Kind zu Boden gestoßen und getreten

Der  Vorfall: Der junge Mann soll - wie auf Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Schweinfurt zu erfahren war - ein achtjähriges Kind zu Boden gestoßen haben. Dann soll er das am Boden liegende Kind leicht getreten haben. 

Es muss erst "wirklich" was passieren, haben die Münnerstädter monatelang befürchtet, damit der Mann endlich die Hilfe bekommt, die er benötigt - und die Münnerstädter sich angstfrei bewegen können. Tatsächlich: Die gesetzliche Unterbringung ist eine scharfe Waffe und ein tiefer Einschnitt in Persönlichkeitsrechte. Vor diesem Schritt liegen hohe Hürden. Die schien er mit dem jüngsten Übergriff auf das Kind gerissen zu haben.  

Einstweilige Unterbringung in Werneck

Die Schweinfurter Staatsanwaltschaft beantragte eine einstweilige Unterbringung beim Amtsgericht Schweinfurt mit dem Ziel einer Unterbringung in einer Psychiatrie. Das Amtsgericht hob den Daumen, der Kranke wurde untergebracht.

Drehtürpatient in der Psychiatrie

Nun war der Mann in der Vergangenheit immer wieder in der Psychiatrie. Beamte der Polizei Bad Kissingen waren mindestens alle zwei Tage wegen diverser Vorfälle in Münnerstadt. Jedoch: Der Mann wurde zum Drehtür-Patienten in der Psychiatrie. Kaum  drinnen, kam er wieder raus und lief er wieder  durch Münnerstadt, bedrohte und beleidigte unter dem Eindruck seiner Erkrankung Menschen.

Der Unterschied jetzt: Er kann sich nicht mehr selbst entlassen und er kann auch nicht mehr entlassen werden.  Er bleibt bis zum Beginn eines Prozesses gegen ihn am Landgericht Schweinfurt in Unterbringung. 

Es ist davon auszugehen, dass der Mann als schuldunfähig gilt und auf längere Zeit in einer Psychiatrie untergebracht werden wird. 

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