Nach den Feiertagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel zeigt sich in vielen Arztpraxen und Betrieben in Unterfranken ein ähnliches Bild: Husten, Halsschmerzen und Fieber sorgen weiter für volle Wartezimmer und zahlreiche Krankmeldungen. Die Grippewelle geht weiter – eine spürbare Entlastung ist bislang nicht in Sicht.
Auch das Robert Koch-Institut (RKI) gibt keine Entwarnung. In seinem aktuellen Wochenbericht heißt es: „Die Influenza-Aktivität steigt weiter an.“ Dafür ist besonders die neu aufgetretene Variante Influenza A(H3N2) verantwortlich. Die Zahl der schweren Atemwegserkrankungen bewegt sich laut RKI unterdessen auf einem moderaten Niveau.
Welche Folgen hat die Entwicklung für den Krankenstand in der Region? Drei große unterfränkische Arbeitgeber und ein Hausarzt aus dem Landkreis Kitzingen schätzen die Lage ein.
Grippe breitet sich weiter in Mainfranken aus
„Die Influenza-Welle fegt aktuell über Mainfranken hinweg“, sagt Dr. Mohammad Ahmadi. Der unterfränkische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes geht davon aus, dass die Spitze an Infektionen noch nicht erreicht ist.
Der Schulstart und der Wiedereinstieg vieler in den Berufsalltag könnten die Zahlen jetzt in die Höhen schnellen lassen, so Ahmadi. In seiner Praxis in Mainstockheim (Lkr. Kitzingen) habe aktuell knapp die Hälfte der Patientinnen und Patienten grippale Beschwerden wie Gliederschmerzen, Husten oder Fieber.
Zahl der Krankmeldungen teils spürbar höher
Auch einer der größten Arbeitgeber der Region berichtet nach den Weihnachtsferien von steigenden Krankenzahlen. Stefan Dreising, Sprecher des Universitätsklinikums Würzburg mit rund 7600 Beschäftigten, erklärt auf Anfrage: „Die Erkältungssaison ist in vollem Gange – und das macht sich auch bei unseren Beschäftigten bemerkbar.“
Besonders die Kombination aus Feiertagen mit vielen sozialen Kontakten und der Urlaubszeit führe aktuell zu einer erhöhten Zahl von Krankmeldungen.
Am Industriestandort Schweinfurt sehen sich zwei große Arbeitgeber dagegen nicht ungewöhnlich stark von Krankmeldungen betroffen. Von SKF Schweinfurt mit etwa 3200 Mitarbeitenden heißt es auf Anfrage: „Bei SKF ist der Betrieb im neuen Jahr reibungslos angelaufen. Der Krankenstand bewegt sich aktuell und während der gesamten Erkältungszeit seit November 2025 auf dem üblichen Niveau um diese Jahreszeit.“ Auch der Automobilzulieferer ZF, der am Standort Schweinfurt rund 8600 Menschen beschäftigt, teilt mit, dass er bisher keine Zunahme an Krankheitsfällen verzeichne.












