Eine monatelange Vorbereitung für die Jubiläumsfeier war dem Festwochenende in Poppenlauer vorausgegangen. Der Einladung des FC waren am Freitag 444 Gäste gefolgt, die den Auftritt von Ines Procter – der aus „Fastnacht in Franken“ bekannten närrischen Putzfrau – erleben wollten.
Zum Festbeginn begrüßte Selina Potschka das Publikum und kündigte den Stargast an. Ines Procter bewies auf der Poppenlauer Festbühne, dass sie weit mehr ist: eine tiefgründige Frohnatur, die in ihrem über dreistündigen Auftritt viel aus dem Leben zu berichten wusste.
So betrat sie zu Beginn wie gewohnt als Putzfrau das Festzelt und polierte mit Staubwedel und Klobürste – „Die ist aus dem Männerklo… also unbenutzt“ – so manches blanke Haupt.
Ob über ihren Job als Putzfrau – „Mein Sohn sagt, meine Mutter putzt nur Fasching… Ja, Kindermund tut Wahrheit kund!“ –, Diversität, Gendern oder die menschlichen Probleme in Familie und Umgebung – treffsicher hielt sie den Zuhörern einen Spiegel vor und erntete dafür immer wieder tosenden Applaus.
Die närrische Putzfraa und die bayerische Frauentracht
Als Grundlage diente der Wiedereinzug ihrer 22-jährigen Tochter, die ihr seitdem ungefragt mit Ratschlägen zum Kochen und Leben allgemein zur Seite steht. Außerdem schilderte sie die Vorteile einer bayerischen Frauentracht – dem Dirndl mit acht Hygieneeinlagen – mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, Insider wissen, was gemeint ist.
Auch das „Festzelt“ (ob man darin wohl auch heiraten kann?), die unendlich dauernden Baustellen auf deutschen Autobahnen waren Thema, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Menschen heutzutage als Mittelpunkt der Welt sehen und Frauen viel zu wenig zusammenhalten. Rundum ein aktueller, tiefgreifender und doch überaus lustiger Auftritt.
Auch ohne Verkleidung sehr wortgewandt: Ines Procter
Nach der Pause betrat sie dann als Ines – ohne Verkleidung, erneut wortgewandt und mit Zeitgeist sowie viel Humor – die Festbühne. Immer wieder bezog sie das Publikum mit ein und gab auch ihre Erlebnisse bei der Ankunft in Poppenlauer zum Besten. Mit Liedern wie „Silberfischli – ich red so gern mit Silberfischli“ (die ja gar nicht schwimmen oder über Stöckchen hüpfen können und laut Google eigentlich Zuckergast heißen), „Frauen“ (eine umgetextete Version von Grönemeyers Song mit dem Titel „Männer“) bis hin zu „My way“ (ebenfalls mit neuem Text), begeisterte sie Jung und Alt und zeigte ihre Wandlungsfähigkeit, ihr großes Talent und ihre Nähe zum Publikum. Standing Ovations belohnten sie gegen Ende der Show.
Der Samstag begann mittags mit dem Human-Table-Soccer. Am frühen Abend unterhielten die Aalbachtaler Jugendkapelle das Publikum im Festzelt und später der Aalbachtal-Express.
Der Sonntag startete mit einem Festzug durchs Dorf bis zum Festgelände, an dem geschätzt 20 Gruppen teilnahmen. Das musikalische Programm gestalteten der Musikverein Poppenlauer sowie der Musikverein Rannungen, bevor am frühen Abend die Rucksackmusikanten aufspielten.
Ein Programm auch für die Jüngsten
Auch für die Kleinsten war viel geboten: Kinderschminken, Torwandschießen, eine Olympiade und eine Hüpfburg ließen keine Langeweile aufkommen. In der Nostalgieecke trafen sich Meister der letzten Jahre – oft ein Wiedersehen nach Jahrzehnten. Eine Powerpoint-Präsentation und ein Buch über 100 Jahre FC-Geschichte kamen sehr gut an. Für Essen und Getränke war ebenfalls sehr gut gesorgt worden. Die Helfermannschaft schaffte es, die weit über 1000 Besucher rundherum zufrieden zu stellen.
Die drei Vorsitzenden zeigten sich sehr zufrieden mit dem Festverlauf und hatten offenbar auch ihre Teller zuvor brav leergegessen, denn Wettergott Petrus spielte an allen Tagen mit.
























