Er war ein echter Eisenbahner, leidenschaftlicher Fußballer und Schiedsrichter sowie Familienmensch: Im Alter von 90 Jahren ist der Wahl-Rupbodener Adam Reusch am 14. April 2026 gestorben.
Reusch wurde am 20. Januar 1936 in Gräfendorf geboren und wuchs dort auf. Nach der Mittleren Reife lernte er bei der Deutschen Bundesbahn. Vom 17. August 1957 bis zum 30. Juni 1992 arbeitete er als Diensthabender Beamter am Bahnhof Rupboden, prägte so ein großes Stück Geschichte der Sinntalbahn mit.
Arbeiten am „Bahnhof für alles”
Die Station Rupboden war ein „Bahnhof für alles” – mit Fahrkartenverkauf und Wartebereich, Gepäck- und Expressgutabfertigung sowie kleinem Weichenstellwerk.
Adam Reusch gehörte zu denen, die im Mai 1988 den letzten planmäßigen Personen-Triebwagen „verabschiedete”. Er wohnte bis zuletzt keine 150 Meter entfernt von seiner früheren Arbeitsstätte in einem alten Bahnhäuschen.
Am 28. Januar 2021 durfte der damals 85-Jährigen die Rückkehr eines „Uerdinger Schienenbusses” an die stillgelegte Bahnstrecke erleben. Bei der für den 30. April 2026 geplanten Inbetriebnahme des zur touristischen Attraktion umgebauten „Gleisparks Rupboden” kann er leider nicht mehr dabei sein.
Ein Leben für den VfB Rupboden
Adam Reuschs Lebenslauf kennzeichnet auch die Leidenschaft für den Fußball, speziell den in Rupboden. Der Verstorbene prägte den am 11. Januar 1959 gegründeten Verein für Bewegungssportarten über 50 Jahre: 30 Jahre als Schriftführer, zwölf Jahre als Vize, acht Jahre als Vorsitzender, sechs Jahre als Fußball-Abteilungsleiter und fünf Jahre als Ehrenamtsbeauftragter.
Er gehörte der Mannschaft an, die am 30. März 1959 das erste Spiel für den VfB im Ligabetrieb bestritt. Reusch war dabei, als der vereinseigene Sportplatz auf der „Ganswiese” angelegt und am 24. Mai 1959 eingeweiht wurde. Zwei Sportheime wurden in seinert aktiven Vorstandszeit mit großer Eigenleistung errichtet – 1972 ein kleines aus Holz und dessen Nachfolgebau, der am 1. August 1982 eingeweiht wurde.
Nachdem sich VfB Rupboden und TSV Zeitlofs am 25. April 1993 zum SV Zeitlofs-Rupboden zusammenschlossen, engagierte sich Reusch dort weiter. Dort war er auch Ehrenmitglied.
Auch dem Schiedsrichterwesen hatte Adam Reusch sich verschrieben. Beeindruckende 65 Jahre war er an der Pfeife tätig, fungierte von 1967 bis 1998 als Obmann der damaligen Schiedsrichtergruppe Bad Brückenau. 2020 wurde Reusch bayerischer Sieger der Aktion „Danke Schiri“. Bis zuletzt besuchte er Sitzungen der Schiri-Gruppe Bad Kissingen.
Auch seinem „Stammverein”, dem SV 1921 Gräfendorf, blieb Adam Reusch mehr als 70 Jahre als Mitglied treu. Und: Dem inzwischen aufgelösten Gesangverein Fidelia Rupboden stand er ebenfalls einige Jahre vor.
Hauke: „besondere Person des öffentlichen Lebens”
Im Herbst seines Lebens startete Reusch eine kleine kommunalpolitische Karriere. Von 2002 bis 2008 gehörte er dem Zeitlofser Gemeinderat an. Dafür, aber vor allem für sein außergewöhnliches kulturelles und ehrenamtliches Engagement zum Wohl des Marktes wurde er beim Neujahrsempfang 2019 geehrt.
Zeitlofs' Bürgermeister Matthias Hauke würdigt den Verstorbenen als „Koryphäe im Vereinsleben der Gemeinde” und als „ganz besondere Person des öffentlichen Lebens”. „Seine ruhige, herzliche und gesellige Art hat meiner Meinung nach dazu beigetragen, dass er ein sehr beliebter Mensch in und außerhalb der Gemeinde war.”
Bei all diesen Aktivitäten kam bei Reusch die Familie, bestehend aus Ehefrau Gertrud sowie der Tochter und den beiden Söhnen, nicht zu kurz. Erst am Ostermontag feierte das Paar 68. Hochzeitstag.
Urlaube im Allgäu, Sonntage am Fußballplatz
Der jüngste Sohn Markus Reusch erinnert sich an Urlaube mit den Eltern, vor allem im Allgäu, aber auch, dass „in meiner Kindheit der Fußballplatz oft Sonntagsvergnügen” war, vor allem wegen der Tätigkeit als Schiribeobachter. Da er bereits mit 56 Jahren in den Ruhestand ging, sei der Papa aber auch oft tagsüber daheim gewesen.
Adam Reusch war ein Freund pragmatischer Lösungen, einer der die Dinge gern geregelt sah, berichtet sein Sohn. „Wenn es etwas zu besprechen gab, hat er alle aus der Familie an den Tisch geholt.” Seinen Nachlass hat er klar geregelt.
Viele Enkel und Urenkel
Reuschs direkte Nachkommen sind alle in Rupboden geblieben, wohnen teilweise im selben Haus. Zu den fünf Enkeln hat sich kurz vor seinem Tod noch ein viertes Urenkel gesellt, das er noch begrüßte.
Das Requiem für Adam Reusch findet am Samstag, 18. April, um 11 Uhr in der Kirche St. Josef in Wernarz statt; anschließend ist Beerdigung auf dem Friedhof in Rupboden.

















