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Rhöner Geschichte
Über eine untergegangene Welt
Ausstellung
Das Bild zeigt die Eröffnung der Ausstellung im Landratsamt Bad Kissingen. // Lena Metz
Unterleichtersbach – Eine Wanderausstellung stößt auf großes Interesse und kommt jetzt nach Unterleichtersbach.

Mehr als 2600 Menschen mussten einst ihre Heimat verlassen. Die Wanderausstellung „Vergessene Dörfer“ erinnert in Unterleichtersbach an eine untergegangene Welt und erzählt von mehr als 1000 Jahren Rhöner Geschichte.

Wo heute Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken üben, standen einst Häuser, in denen Menschen lebten, arbeiteten und ihre Zukunft planten. Es gab Dörfer, Weiler und Einzelhöfe, Felder und Wiesen, Handwerk und gewachsene Gemeinschaften. Doch für den Ausbau des Truppenübungsplatzes mussten Tausende ihre Heimat verlassen.

Was aus ihren Orten wurde und welche Geschichten sich hinter den heute weitgehend vergessenen Namen verbergen, erzählt die Ausstellung „Vergessene Dörfer“, die am kommenden Sonntag, 18. Oktober, in Unterleichtersbach eröffnet wird.

2600 Menschen betroffen

Mehr als 2600 Menschen waren von der Absiedlung rund um das Dammersfeld betroffen. Bis April 1938 mussten sie ihre angestammten Wohnorte verlassen. Für viele bedeutete das nicht allein den Verlust des eigenen Hauses, sondern auch den Abschied von einer vertrauten Landschaft, von Nachbarn und einer über Generationen gewachsenen Lebenswelt.

Alt- und Neuglashütten, Reußendorf, Rothenrain und Werberg sind nur einige der Namen, die mit diesem tiefen Einschnitt in die Geschichte der Rhön verbunden sind.

Die Ausstellung macht diese untergegangene Welt wieder sichtbar. Auf 22 Schautafeln entfaltet sich ein Stück Regionalgeschichte, das weit über die Ereignisse der 1930er-Jahre hinausreicht. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie die Menschen rund um das Dammersfeld einst lebten, unter welchen Bedingungen sie ihren Alltag bewältigten und womit sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Denn die Geschichte der verschwundenen Orte ist auch eine Geschichte von Arbeit, Erfindungsreichtum und dem Leben in einer Landschaft, die ihren Bewohnern nicht immer viel abverlangte, sondern ihnen oft auch wenig bot.

Hinter der Ausstellung stehen umfangreiche historische Recherchen. Walter Kömpel und Marion Stephan sind mit der Ausstellung seit rund zwei Jahren unterwegs. Die Wanderschau war bereits an verschiedenen Orten in der Rhön zu sehen. Das Interesse war dabei teilweise so groß, dass zusätzliche Führungen angeboten wurden.

Eröffnung am Sonntag

Nun macht die Ausstellung Station in Unterleichtersbach. Die Eröffnung findet am Sonntag, 18. Oktober, um 13.30 Uhr im Bürger- und Feuerwehrhaus, Raiffeisenstraße 4, statt. Im Anschluss führen Walter Kömpel und Marion Stephan durch die Ausstellung und lassen die Geschichte der verschwundenen Dörfer lebendig werden.

Bis Sonntag, 1. November, bleibt die Ausstellung in Unterleichtersbach. Ein Besuch ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich. Weitere Führungen sind für Sonntag, 25. Oktober, um 13.30 Uhr sowie für Samstag, 31. Oktober, um 16 Uhr geplant. Am letzten Termin schließt sich ein Dämmerschoppen an. Auch Sonderführungen können bei Josef Heil aus Oberleichtersbach per E-Mail an heiljc@t-online.de angefragt werden.

Der Eintritt zu sämtlichen Führungen ist frei. Für die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sorgt die Freiwillige Feuerwehr Unterleichtersbach.

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