Das Bad Brückenauer Stadtfest ist seit 1981 nicht mehr aus dem Stadtleben wegzudenken. Hier treffen sich alte Bekannte und Wegbegleiter– auch wenn man sich das ganze Jahr über manchmal nicht sieht. Die letzten Jahre allerdings, aufgrund von Ausfällen zu Corona und Sparpolitik der Stadt, war das allseits beliebte Fest in die Kritik geraten. Dieses Jahr soll es anders werden.
Und darauf haben besonders die jüngeren Besucherinnen und Besucher gehofft: Für die Jugend ist in diesem Jahr am Stadtfest wieder gesorgt. Die ging nämlich im vergangenen Jahr teilweise leer aus – zumindest was die zweite Bühne am Sinnauplatz angeht. Auch wenn am Freitag- und Samstagabend die Bühne am Marktplatz für sie reserviert war, so kam die Reduzierung auf eine Bühne, auch was die Einnahmen der Vereine angeht, nicht gut an.
Offene Fläche am Sinnauplatz
„Das war ein Negativpunkt“, weiß Jan Marberg (SPD), der seit Mai 2024 Bürgermeister der Stadt Bad Brückenau ist. Deshalb soll es in diesem Jahr wieder wie in der Vergangenheit zwei Bühnen, am Marktplatz und am Sinnauplatz, geben. Aber genau das bereitet der Stadt nun einige Schwierigkeiten.
Denn insbesondere die Bühne am Sinnauplatz mit einer großen offenen Fläche bietet offenbar eine potenzielle Angriffsfläche bei Menschenansammlungen. „Das Sicherheitskonzept bereitet uns Kopfschmerzen“, gibt Jan Marberg zu. Die Polizei empfehle, alle Zufahrtsstraßen zu sperren.
Doch das sind auf dem gesamten Stadtfest nicht wenige. So ließen sich die Zufahrten nicht mit Feuerwehrfahrzeugen verstellen – dafür sei der Fuhrpark zu klein und auch weil die Fahrzeuge möglicherweise anderweitig benötigt werden.
Das Problem der Zufahrtswege bei großen Festen sei gemeinhin in allen Kommunen bekannt, sagt Marberg. Seit den Anschlägen in Magdeburg oder München in den vergangenen Monaten müsse das Thema mit besonderen Maßnahmen berücksichtigt werden.
Poller sind zu teuer
Dennoch kämpft Bad Brückenau mit der Sicherheitsabsperrung. Denn Zusätzliche Poller als Absperrung für Autos seien einfach zu teuer und nicht darstellbar, so Marberg. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt tue die Stadt ihr Mögliches, um das Problem zu lösen. Aber: „Es ist ein hoher Aufwand“, so Marberg.
Eine 100-prozentige Lösung wird es nach Aussage von Marberg nicht geben. So versucht die Stadt dennoch, mit unterschiedlichen Barrieren und Hindernissen die Durchfahrt für Fahrzeuge zu versperren.
Zum Hintergrund: Im Vorgriff auf die Haushaltsberatungen stimmte der Stadtrat Ende Januar einem Budget von 43.000 Euro für das Stadtfest 2025 zu. Bürgermeister Jan Marberg (SPD) damals: „Somit haben das Organisationsteam und die Vereine Planungssicherheit.“ Nur mit der Freigabe des Budgets könnten Technik und Bühne beauftragt werden. Mit dem angegebenen Budget stand auch fest, dass es in diesem Jahr wieder eine „bessere Grundausstattung“ gibt.
Im vergangenen Jahr lag das städtische Budget für das Stadtfest bei etwa 32.000 Euro. Das war zu wenig, um – wie bisher – ein umfassendes Programm auf die Beine zu stellen. Insbesondere das Fehlen der zweiten Bühne am Sinnauplatz, neben der Hauptbühne am Marktplatz, wurde von Besuchern und Vereinen kritisch gesehen.
Gastronomen und Vereine sorgen in der Stadt für das leibliche Wohl der Besucher. Die örtlichen Einzelhändler beteiligen sich mit einem verkaufsoffenen Sonntag am Stadtfest.



















