Sie hatten geprobt, sie hatten sich gut vorbereitet und am Ende wäre doch beinahe alles abgesagt worden: Die Premiere für Ingeborg Kothe als Darstellerin der „Schutzfrau von Münnerstadt“ im Heimatspiel am letzten Spieltag am 13. September hing am seidenen Faden. Nach kräftigen Regengüssen am Nachmittag startete das Stück mit einer halben Stunde Verspätung.
110 Besucherinnen und Besucher, darunter Bürgermeister Michael Kastl, hatten gut beschirmt oder mit Regenponcho bekleidet, ausgeharrt. Und wurden von einer spielfreudigen Heimatspielgemeinde belohnt mit einer gelungenen Aufführung. Im Jahr 2027 feiert das Heimatspiel seinen 100. Geburtstag. Dann ist auch wieder Ingeborg Kothe dabei.
Aufregung und Erleichterung
Der 63-Jährigen war die Aufregung im Vorfeld genauso wie die Erleichterung danach deutlich anzumerken. „Es war ein tolles Erlebnis und hat alles geklappt.“ Auch dank der Unterstützung von Franziska Wilz. Die 31-Jährige ist eine der vielen Darstellerinnen und Darsteller im Freilichtspiel, die von Kindesbeinen an dabei sind. Seit 2012 ist sie die Darstellerin der Schutzfrau im wallenden blauen Mantel, die die Stadt vor dem schwedischen Angriff im Dreißigjährigen Krieg rettet.
Natürlich war es für sie Ehrensache, der neuen Mitstreiterin zu helfen. In der Tat ist die Rolle nicht einfach, denn es kommt auf das richtige Timing an. In der ersten Szene fängt die Mutter Gottes nach drei Kanonenschüssen die Kugeln ab, in der zweiten kurz vor dem Ende rettet sie den Held der Geschichte, Michel Stapf.
Einmal die Mutter Gottes im Stück zu sein, war ein Kindheitstraum von Ingeborg Kothe. Als gebürtige Münnerstädterin hatte sie schon verschiedene Rolle im Stück, als Tanzmädchen, als Schnitterin oder bei den Althäusern. „Es gehört zu dieser Stadt einfach dazu“, so Kothe. „Für mich ist es eine große Ehre, schon als Kind hat die Schutzfrau mein Herz berührt.“
Die richtige Handhaltung
Dass ihr Franziska Wilz half, weiß sie sehr zu schätzen. Zum einen ist es schwierig, sich alleine das Kostüm anzuziehen. Dann muss man die steile Treppe hinter der Bühne hinauf, um sich auf dem Gerüst hinter den Zinnen bis zum Auftritt zu platzieren. Geübt werden müssen die richtige Handhaltung, auch das Greifen der Kugeln, die abgefangen und auf die Bühne fallen gelassen werden.
Für Ingeborg Kothe war die Erfahrung, dass alles zusammenhelfen, sehr wertvoll. „Darüber bin ich sehr froh, daran sieht man auch, dass das Heimatspiel eine echte Gemeinschaft ist“.













