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Michael Back aus Aschach
Was macht eigentlich ein Bildeinrahmer?
Michael Back konserviert den Rahmen staubdicht.
Michael Back konserviert den Rahmen staubdicht. // Philipp Tappe
Aschach – Seit fast 30 Jahren fertigt Michael Back individuelle Bilderrahmen an. Jetzt ist der Handwerker aus Aschach im BR zu sehen. Ein Blick in seine Werkstatt.

Michael Back dichtet die Rückseite mit einem Papier ab. Auf diese Weise konserviert der 67-Jährige den Bilderrahmen staubdicht – wie es in der Fachsprache heißt. Dann schlägt er mit einem Hammer den Aufhänger in das Holz. Das Gemälde von Michael Heide ist nun fertig eingerahmt.

Der Bildeinrahmer Michael Back hat seit dem 30. November 1996 einen Bilder- und Rahmenladen in Aschach. Er fertigt Rahmen für Spiegel, Bilder, Fotografien, Leinwände, Drucke und Lithografien an. In Handarbeit, versteht sich. „Ich mache Unikate. Jeder Rahmen ist eine Einzelanfertigung", erklärt er.

Im Fernsehen zu sehen

Seine Zunft gibt es nur noch selten. So verwundert es nicht, dass der Bayerische Rundfunk (BR) auf Back zukam, um einen Fernsehbeitrag zu drehen. Vergangene Woche fing das Drehteam den Bildeinrahmer bei seiner Arbeit ein.  Am Samstag, 14. März, um 17.45 Uhr läuft die Reportage in der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“.

Back hält den fertige Rahmen mit einem Bild von Michael Heide.
Es ist vollbracht: Der fertige Rahmen mit einem Bild von Michael Heide. // Philipp Tappe

„Der Dreh war schon aufregend. Aber das Team war ganz nett“, schildert Back. Der Handwerker scherzt: „Ich bin froh, dass es herum ist.“ Warum der BR ausgerechnet seinen Laden vorstellen wollte, weiß er nicht.

Ein Quereinsteiger

Viele Bildeinrahmer sind gelernte Buchbinder oder Glaser. Nicht so Michael Back. Er machte eine Ausbildung bei der Deutsche Bundesbahn und arbeitete anschließend im Stellwerk des Rangierbahnhofs Nürnberg. „Ich habe gemerkt: Das ist nicht mein Lebensinhalt“, sagt der Unterfranke. Auch, da er seinem Hobby, der Musik, nicht nachkommen konnte. Noch heute spielt er Tenorhorn in zwei Blaskapellen.

Nach einem Job für die US-amerikanische Armee in Wildflecken kam ihm die Idee eines Bilder- und Rahmenladens. Er hatte bei Arbeiten am eigenen Haus festgestellt, wie gerne er mit Holz arbeitet. Sein handwerkliches Geschick wollte der damals 38-Jährige mit seiner Liebe für Musik oder bildende Kunst verbinden.

An Kunst interessiert

„Ob Musik schön klingt oder ein Bild schön aussieht – das Empfinden ist gleich, wenn man es hat“, sagt Back. Schon als junger Mann besuchte er die Kunstmesse Documenta in Kassel – obwohl er während seines Wehrdienstes wenig Geld hatte.

Der 67-Jährige interessiert sich für jede Kunst, „solange sie gut ist.“ Er hat aber einen Lieblingsfotograf, Gunter Sachs, und einen Lieblingsmaler, Egon Schiele. Der Handwerker mag aber auch Werke von lokalen Künstlern wie Michael Heide und Georg Neugebauer. Natürlich rahmt er auch ihre Bilder ein.

Ein Auge für Gestaltung

Kommt ein Kunde ins Geschäft, schaut sich Back das Bild genau an und sucht Leisten und Passepartout aus. „Der Kunde gibt sein Okay. Es ist ja nur mein Vorschlag“, erläutert der Bildeinrahmer, „Aber zu 95 Prozent fertige ich mit Rahmen und Passepartout, die ich als erstes ausgewählt habe, den Rahmen an.“

Mit dem Hammer schlägt Michael Back die Befestigung in den Rahmen.
Mit dem Hammer schlägt Michael Back die Befestigung in den Rahmen. // Philipp Tappe

Daraufhin sägt Back die Leisten zurecht und verleimt sie. Auch das Glas, die Rückwand aus Papier und das Passepartout, eine Kartonumrahmung, schneidet er zurecht. „Das Passepartout gibt Tiefe. So liegt das Bild nicht direkt am Glas“, erklärt er. Manche Materialien wie Rückwand, Passepartout und Kleber brauchen einen bestimmen pH-Wert, ungefähr bei 7,5, damit das Bild durch Säure nicht beschädigt wird.

Schlussendlich setzt Back die Werkstoffe zusammen und konserviert den Rahmen staubdicht. „Ich gestalte einen individuellen Rahmen zum Bild – mit der richtigen Größe, Farbe und Gestaltung.“

Die Leisten, überwiegend aus Holz, in verschiedenen Farben und Mustern stellt er nicht selbst her, sondern kauft sie ein. Zu Beginn seiner Schaffenszeit ist er dafür sogar mit einem Transporter nach Italien gefahren, wo es viele Leistenhersteller gibt.

Gute Kunden

Zu seinem Geschäft sagt er: „Ich komme zurecht. Ich lebe von Empfehlungen, Werbung mache ich keine. Außerdem arbeitet meine Frau noch.“

Michael Back mit einem Holzschnitt von Georg Neugebauer.
Michael Back mit einem Holzschnitt von Georg Neugebauer. // Philipp Tappe

Früher, davon ist er überzeugt, gab es mehr Bildeinrahmer. „Die Kunden kommen jetzt von weiter her.“ Auch wegen der Kundschaft mag er seinen Job. „Bei fast allen freue ich mich, wenn ich sie sehe.“ Geht ein Klient ihm doch auf die Nerven, richtet er an ihn: „Ich sage nicht 'Auf Wiedersehen', sondern 'Ade'. Es gibt noch andere Bildeinrahmer!“

An die Rente denkt der 67-Jährige nicht. „Solange es mir Spaß macht, will ich Bildeinrahmer bleiben.“

Hinweis: Der Beitrag läuft am Samstag, 14. März, um 17.45 Uhr in der BR-Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“.

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