Sie wird vermutlich bei vielen Menschen im Gedächtnis bleiben. Sie sorgte für Gänsehaut-Moment, spektakuläre Erlebnisse und jede Menge Action in Hammelburg. Die BR-Radltour am vergangenen Montag (4. August 2025) war ein voller Erfolg.
2500 Personen kamen am Nachmittag nach Hammelburg, um die Radlerinnen und Radler am Marktplatz willkommen zu heißen. Auch beim Open-Air-Konzert mit Popstar Malik Harris hatten sich schnell Schlagen an den Eingängen gebildet. Kurzzeitig wurde das Gelände sogar geschlossen. Wenige Tage später blickt Mitorganisatorin Theresa Schmid, Leiterin der Tourist-Info in Hammelburg, nun zurück: Was lief gut, was nicht so?
Knapp 9000 Besucher kamen alleine am Abend in die Stadt: Hat die Verwaltung mit so einem großen Besucherandrang gerechnet?
Theresa Schmid: Nein, das haben wir nicht. Wir sind davon ausgegangen, dass viel los sein wird und dass wir mit knapp 6000 Besuchern, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten können, vermutlich irgendwann im Laufe des Abends ans Limit kommen werden – vor allem, weil das am Vorabend in Bad Neustadt an der Saale ebenfalls passiert ist. Dass das Gelände allerdings so schnell voll sein wird, hätten wir nicht gedacht.
Die schönsten Fotos vom Open-Air:
Es heißt, dass die Eingänge schon kurz nach 18 Uhr geschlossen waren: Ist das richtig?
Das stimmt. Ich war um 18 Uhr in der Dreifachturnhalle wegen eines Filmbeitrags für die Abend-, bzw. Frankenschau mit der Hammelburger Volleyballabteilung und Malik Harris. In der Zeit wurde ich bereits von der Veranstaltungssicherheit des BR angerufen. Um 18 Uhr war das Gelände schon mehr als zu zwei Dritteln gefüllt. Etwa um 18.30 Uhr waren dann 6.500 Menschen auf dem Festgelände und wir mussten leider deswegen so früh einen Einlassstopp durchsetzen.
Wer hat das beschlossen?
Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, getroffen wird solch eine Entscheidung allerdings direkt von der Veranstaltungssicherheit des BR. Die vorübergehende Schließung wegen Überfüllung wurde in Hammelburg entschieden, weil die Einlassklickzahlen immer mehr in die Höhe schossen und über 6.500 Menschen mittels Klicker nachweisbar auf dem Gelände waren.
Auf dem Gelände war aber doch noch ausreichend Platz vorhanden.
Das stimmt. Kritiker können sagen, dass das Areal groß genug und überall noch Platz war. Das mag sein, aber: entscheidend für eine Schließung sind neben den Zahlen auch die Besucherströme. Da man davon ausgehen muss, dass zum Hauptkonzert alle Besucher Richtung Bühne auf den Bleichrasen strömen, wäre diese Fläche dann zu klein und zu voll geworden. Deswegen wurde präventiv die temporäre Schließung durchgesetzt.
Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung viele überrascht und auch verärgert hat, denn die Schlangen an den Eingängen waren lange. Das zeigt wie groß das Interesse war und darüber freuen wir uns sehr. Aber es war keine leichtfertige Entscheidung und auch keine, die wir als Stadt Hammelburg hätten ändern können. Auch ein größeres Gelände, das in Hammelburg dafür infrage kommt, gibt es leider nicht. Daher bitten wir alle Betroffenen um Entschuldigung und Verständnis.
Gab es denn irgendwelche Zwischenfälle oder verlief alles reibungslos?
Es verlief bis auf kleinere Zwischenfälle wie Kreislaufprobleme oder Eltern, die kurzzeitig ihre Tochter gesucht haben, alles vollkommen reibungslos. Die Besucher waren gut gelaunt und friedlich, der BR hatte vollkommen recht mit seinem Wunsch, dass die Abendveranstaltungen als Familienveranstaltungen gelten sollen. Wir sind sehr glücklich über den Verlauf und die gute Laune auf jeder Seite.
Kann Hammelburg dann in Zukunft mit mehr solcher großen Feste rechnen?
Hoffentlich. Wir haben alle ein bisschen mehr Schlaf abbekommen und erholen uns, damit wir bereit sind für die nächsten Ideen und Veranstaltungen. Geübt sind wir jetzt ja. Das nächste große Fest steht schließlich schon an – das Jubiläumsjahr 1250 Jahre Weinbau im Jahr 2027.
Ein Einblick in die Ankunft des Radl-Trosses:
Für die Bewirtung waren die Hammelburger Vereine, Gastronomen und Organisationen zuständig. Wie viele Ehrenamtliche waren hier im Einsatz?
Über 20 Vereine und Gastronomen aus Hammelburg, den Ortsteilen und vereinzelt auch von etwas weiter her, haben uns unterstützt. Die genaue Helferanzahl kann ich allerdings leider nicht beziffern. Da aber eigentlich alle mit mindestens zwei Schichten während der Abendveranstaltung plus Auf- und Abbau geplant haben, tippen wir auf knapp 350 Helfer von Vereins- und Gastronomenseite.
Lange hat die Organisation großen Raum eingenommen: Wie geht es nun weiter?
Aktuell sind wir noch etwas beschäftigt mit dem Rückbau und organisatorischen Dingen. Noch nicht alles ist wieder an Ort und Stelle, wir sortieren. Als enges Planungsteam haben wir uns bereits abgestimmt und einiges, was gut und möglicherweise verbesserungswürdig war, erörtert, damit es beim nächsten Mal noch besser laufen kann.
Was bleibt der Stadt also von der Radltour?
Wir als Verwaltung haben über Monate hinweg an der BR-Radltour gearbeitet, es gab von der Zieleinfahrt über die Übernachtung, die Versorgung der Radler an den Quartieren, die Abendveranstaltung, das Frühstück und den Start in Richtung Miltenberg viele unterschiedliche Themen, die wir mehr oder weniger gleichzeitig bearbeitet haben. Das Planungsteam hat wirklich gut zusammengearbeitet und es ist sehr schön, dass durch so eine Veranstaltung vollkommen unterschiedliche Abteilungen der Stadtverwaltung zusammenkommen und gemeinsam das Projekt gestalten.
Die Radler waren vom Empfang begeistert, von der Organisation und die Vereine, die direkt an den Quartieren abends oder am Dienstagmorgen die Verpflegung organisiert haben, wurden viel gelobt. Die Zieleinfahrt und Abendveranstaltung haben uns gezeigt, wie groß das Interesse an solch überregionalen Veranstaltungen ist und gerade der Konzertabend in Kombination mit den vielen Essens- und Getränkeständen hat allen Besuchern gut gefallen.
Unser Ziel war es, so gut und authentisch wie möglich zu zeigen, wie viel Spaß das Leben und Veranstaltungen in Hammelburg machen können und dass wir immer einen Besuch und eine Reise wert sind. Jeder sollte am Abend oder früh als Radler mit einem Lächeln aus Hammelburg ausfahren. Und ich denke, das haben wir ganz gut hinbekommen. Das macht uns stolz und ich muss ehrlich sagen: die viele Mühe war es wirklich wert.































































