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„Ab geht die Lutzi“
Das waren die schönsten Begegnungen
Ab geht die Lutzi Festival Samstag
Das Musikfestival „Ab geht die Lutzi“ ist seit jeher ein Ort, an dem die Menschen zusammen kommen und neue Bekanntschaften schließen. // Patty Varasano
Signet des Fränkischen Tags von Julian Bandorf
Rottershausen – Backstreet-Toys, Radio-Ballett und die Rad-Tour zur Tochter: Diese Begegnungen sind der Redaktion am Wochenende besonders in Erinnerung geblieben.

Jeden Tag an die 5000 Menschen, davon alleine 4000 Camper auf dem großen Zeltplatz neben dem Festival-Gelände. Was es auf dem „Ab geht die Lutzi“-Festival in Rottershausen (Lkr. Bad Kissingen) im Überfluss gibt, sind schöne, erinnerungswürdige Begegnungen mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Die Redaktion erlebt während der Berichterstattung vor Ort einige dieser Zusammentreffen.

Noah (links) besucht seinen Kumpel Hans und half selbst auf dem Festival mit. // Julian Bandorf

Direkt am Donnerstagabend im „Shishawald“ direkt beim Sportheim sitzen zwei junge Männer mit einer Piraten-Mütze mit dem Schriftzug des bekannten Rum-Herstellers „Captain Morgan“. Sie heißen Noah und Hans. Während Hans in heimischen Gewässern unterwegs war, liegt der Heimathafen von Noah in Nordrhein-Westfalen. Er ist auf Besuch bei seinem guten Freund. Auf dem „Lutzi“ als Besucher ist allerdings nur an diesem Tag, denn am Folgetag hat er sich dazu entschlossen, das Team hinter dem Festival als Helfer zu unterstützen.

Frisuren-Highlight in der Einlass-Schlange

Auf dem Weg Richtung Einlasskontrolle, geht es an einer langen Schlange von Menschen vorbei. Allesamt bunt und auffällig gekleidet, teilweise lautstark am Singen, Brüllen, Lachen. Am hervorstechendsten ist dabei einer der Kleinsten unter ihnen. Ein Kind hat seine Haare zu einer hoch aufragenden Irokesen-Frisur gestylt und zog somit die Blicke der anderen Besucherinnen und Besucher auf sich. Sein Name ist Simeon Stürmer und er ist mit seiner kleinen Schwester Salome und seiner Mutter Magdalena auf dem Festival.

Von links: Magdalena, Salome und Simeon Stürmer. Simeon ist mit seiner Frisur ein echter Hingucker. // Julian Bandorf

„Die Frisur hab ich ihm gemacht, normalerweise trägt er sie weniger auffällig. Für die Kids ist das heute das erste Mal auf so einem Festival und es sind wahrscheinlich gerade sehr viele Eindrücke, die auf sie einwirken“, erzählt die Mutter über ihre etwas zurückhaltenden Kinder.

Nur ein paar Meter weiter spielt sich parallel dazu ein Spektakel ab, dass ebenfalls die Blicke auf sich zieht. Eine Gruppe von 15 bis 20 Menschen steht auf einem Haufen, hat Kopfhörer auf den Ohren und bewegt sich etwas ungelenk, beinahe roboterhaft über die Wiese. „Das ist Radio-Ballett“, erklärt ein aufgeschlossener Mann als er seinen eigenen Kopfhörer abnimmt. Er heißt Marvin Bicko.

Marvin Bicko leitet das „Radio-Ballett“ auf der „Lutzi“. // Julian Bandorf

„Radio-Ballett ist eine Kunstform, die wir auf Festivals vorstellen. Über die Kopfhörer bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anweisungen, was sie tun sollen und gleichzeitig wird eine Geschichte erzählt. Wir haben das Stück selbst produziert. Die Leute geben uns meisten sehr positives Feedback. Am Anfang ist der Cringe-Faktor zwar noch recht hoch, wenn man hier mitten auf dem Platz so komische Bewegungen macht, aber das legt man schnell ab.“

Gute Gespräche zwischen Zelt und Kinder-Planschbecken

Beim Gang über den Camping-Platz erlebt der Besucher die Offenheit der großen Festival-Familie. Nico Langer und Herbert Haseitl laden in der Hitze des Nachmittags auf ein Kaltgetränk ein und erzählen etwas über ihre Begeisterung für Festivals. Nico kommt aus dem Erzgebirge, was in diesem Fall heißt, dass er für die „Lutzi“ literweise günstiges Dosenbier aus Tschechien im Gepäck hat. Er schätzt an der „Lutzi“ vor allem, die überschaubare Größe und Intimität.

Herbert Haseitl (links) und Nico Langer freunden sich auf dem Festival an. // Julian Bandorf

„Selbst vor der Hauptbühne wirkt es nie so richtig überfüllt. Aber das Wichtigste am Wochenende spielt sich ohnehin auf dem Camping-Platz ab. Alte Bekannte treffen, neue Leute kennenlernen und eine gute Zeit haben. Als ich die Tickets gebucht hab, kannte ich noch keinen einzigen Act“, erklärt Nico.

Herbert Haseitl kannte Nico Langer vor dem Festival noch nicht, aber nun prosten sie sich vertraut mit dem Bier zu und fachsimpeln über das Line-up des Vortags. Thema sind gerade die Donots. „Man merkt, dass die Donots einfach gerne hier sind. Das ist jetzt ihr drittes Mal und gestern hat man ihnen auf der Bühne angesehen, wie emotional es für sie war“, meint Haseitl.

Mit dem Fahrrad zur Familienzusammenkunft

Auch Kostüme dürfen auf einem „Lutzi“-Festival natürlich nicht fehlen. Lasse und Maxi aus Köln haben sich in ihre besten Verkleidungen geworfen und laufen als Buzz Lightyear und Cowboy Woody aus den Toy-Story-Filmen über das Gelände. „Als „Backstreet Toys“ verteilen sie Flyer von sich selbst.

Lasse (links) und Maxi überzeugen mit kreativen Kostüm-Ideen // Julian Bandorf

Wieder draußen auf der Wiese zwischen Camping-Platz und dem Infield mit der Hauptbühne sitzt eine Gruppe älterer Leute, die aus dem jungen Festival-Publikum herausstechen. Und sie sind scheinbar mit Fahrrädern hier. Manuela und Rudi Rottmann fahren etwa 30 Minuten von ihrem zu Hause im Nüdlinger Ortsteil Haard. Mit dabei sind ihre Freunde Günther und Carmen Wohlfart.

30 Minuten Radfahren, um die Tochter zu sehen (von links): Manuela und Rudi Rottmann und Carmen und Günther Wohlfart. // Julian Bandorf

„Wir sind heute hier, um unsere Tochter zu besuchen und mal Hallo zu sagen. Sie campt auf dem Festival. Es ist ein wahnsinnig schöner Tag aber eben auch sehr warm. Deswegen trinken wir jetzt erstmal was“, so Manuela Rottmann.

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