Adolf Keller feiert heute in Ramsthal seinen 80. Geburtstag. In Sulzthal geboren, wuchs er als Jüngster von neun Kindern auf und erlernte nach der Schulzeit den Beruf des Malers und Verputzers. 1967 heiratete er seine Frau Agnes und zog in das Elternhaus der Ehefrau in den Nachbarort Ramsthal. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
Mit der Heirat verlagerte sich sein beruflicher Schwerpunkt zunehmend auf Landwirtschaft und Weinbau. Darüber hinaus engagierte sich Adolf Keller über Jahrzehnte hinweg in zahlreichen Vereinen sowie in der Kommunalpolitik. Bereits von 1978 bis 1984 gehörte er dem Gemeinderat an. Nach einer sechsjährigen Pause wurde er 1990 erneut in das Gremium gewählt und übernahm zusätzlich das Amt des Stellvertretenden Bürgermeisters.
Push-Nachrichten aus Ihrer Region
Rebfläche erheblich erweitert
Aufgrund der beengten Hofverhältnisse entschloss sich das Ehepaar 1971, den Weinbau intensiver zu betreiben. Schrittweise wurde die bewirtschaftete Rebfläche von ursprünglich 0,5 auf acht Hektar erweitert. 1976 legte Adolf Keller die Gesellenprüfung als Landwirt ab, 1978 folgte die Prüfung zum Winzer. Welche Bedeutung der Weinbau für die Familie hatte, zeigt sich auch darin, dass alle drei Kinder den Beruf des Winzers erlernten. Sohn Rainer absolvierte zusätzlich die Meisterprüfung.
Von 1976 bis 2005 stand Adolf Keller mit einer Unterbrechung an der Spitze des Weinbauvereins. In diese Zeit fielen der Bau des Festplatzes mit Versorgungsgebäude und WC-Anlage sowie zahlreiche Wegebaumaßnahmen. Auch bei der Flurbereinigung der Weinberge war er stark gefordert.
Auf seine Initiative hin hat sich 1984 eine Trachtengruppe mit 22 Paaren gegründet. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählte die Wahl von Melanie Unsleber zur Fränkischen Weinkönigin und Deutschen Weinprinzessin. Mit besonderem Stolz erfüllte ihn später die Ernennung seiner Enkelin Linda zur Ramsthaler Weinprinzessin, die zeitweise sogar die Fränkische Weinkönigin vertreten durfte.
Gästeführer und geprüfter Brenner
Gemeinsam mit engagierten Wegbegleitern trug Adolf Keller entscheidend zur Entwicklung Ramsthals als touristischer Weinort bei. Er absolvierte die Ausbildung zum „Fränkischen Gästeführer“ sowie zum staatlich geprüften Brenner. Zahlreichen Gästegruppen brachte er mit großer Begeisterung die Natur und die Weinberge rund um Ramsthal näher. Dabei konnte er stets auf die Unterstützung seiner Familie bauen.
Als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft von 1984 bis 1998 setzte er sich für eine engere Zusammenarbeit der örtlichen Vereine ein. Für seine herausragenden Verdienste um das Gemeinwohl wurde Adolf Keller 2017 von der Gemeinde Ramsthal zum Ehrenbürger ernannt. Bereits 2009 hatte ihm der Landkreis den Kulturehrenbrief verliehen.
Eine besondere Leidenschaft galt dem Kochen. Nach der Eröffnung der Heckenwirtschaft im Jahr 1990 bewirtete und bekochte er Gäste bei Feiern und kulinarischen Weinproben. Auch im täglichen Betrieb war er zunächst in der Küche anzutreffen, bevor er als herzlicher Gastgeber bei seinen Gästen Platz nahm.
Mit der Übergabe des Betriebs im Jahr 2012 an Tochter Karin und Sohn Rainer zog er sich keineswegs vollständig zurück. Wo immer möglich, half er weiterhin mit, bis ihn gesundheitliche Probleme bremsten.
Der alte Pfahlwengert am terroir-f-Punkt war ihm eine besondere Herzensangelegenheit, den er in aufwendiger Handarbeit mit seltenen Rebsorten pflegte.
Er schätzt den Austausch
Bei einem Sturz im April 2024 zog er sich schwere Verletzungen zu, von denen er sich nach langer Genesungszeit wieder erholte. Trotz aller Einschränkungen hat er sich seine positive Lebenseinstellung bewahrt und schätzt bis heute den Austausch mit Gästen, Kunden und Besuchern.
Seinen runden Geburtstag feiert Adolf Keller am Wochenende im Kreis seiner Familie, zu der inzwischen sechs Enkel und fünf Urenkel zählen.












