Vor vier Jahren, am 5. Oktober, ist die überzeugte Unterfränkin und engagierte Sozial-Politikerin Barbara Stamm gestorben. Mit der Gründung der „Barbara-Stamm-Stiftung“ durch ihren Ehemann Ludwig Stamm in Würzburg und durch die Präsentation eines Porträts im Caritas-Kurhaus Bad Bocklet würdigt man jetzt eine außergewöhnliche Frau, die noch heute von vielen Zeitzeugen ob ihrer Menschlichkeit und ihrer Persönlichkeit wertgeschätzt wird.
Zwei Orte, die symbolisch für das Engagement von Barbara Stamm stehen, sind Würzburg und Bad Bocklet. Würzburg ist Sitz der Caritasstiftung, die die Stiftung verwaltet und dafür sorgt, dass die Mittel satzungsgemäß für „die Förderung caritativer und sozialer Hilfen in Unterfranken“ verwendet werden.
In Bad Bocklet steht das Caritas-Kurhaus, dessen Pachtvertrag aufgrund des Engagements von Barbara Stamm vor zehn Jahren verlängert wurde. Außerdem wurde nach Stamms Bestreben auch das Gesundheitsangebot modernen Ansprüchen angepasst.
Künstler: Werner Hofmann
Deshalb erfolgte nun am Vormittag die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde in Würzburg und nachmittags das Enthüllen des Porträts durch Ludwig Stamm in Bad Bocklet. Genau genommen handelt es sich um ein Triptychon des Künstlers Werner Hofmann, der zwar Barbara Stamm in den Mittelpunkt stellte, aber zwei weitere Bilder ihren Wirkungskreisen in Würzburg und München widmete: „Das Leben von Barbara Stamm hätte nicht auf Bild gepasst.“
Eine Einheit
Im Café des Caritas-Kurhauses hängen die drei Gemälde nicht direkt nebeneinander, sondern sind durch Terassentür oder Fenster getrennt und bilden trotzdem eine Einheit durch ihr stimmiges Farbenspiel sowie durch ihre Modernität.
Begrüßt wurden die Gäste in Bad Bocklet durch Georg Sperle, dem Geschäftsführer der Caritas-Einrichtungen gGmbH. Domkapitular Clemens Bieber würdigte Barbara Stamm für ihr „Engagement für Menschen ohne Lobby“ und schätzte ihren Weitblick und ihre Beharrlichkeit.
Auf ihr Drängen hin wurde der Pachtvertrag für den Standort Bad Bocklet verlängert, wobei neue Angebote für Menschen in stark belastenden Berufen und für junge Menschen entstanden.
Aus der Fastnachts-Familie
Im Freundeskreis der Politikerin, dem sogenannten „Stamm-Tisch“, sei die Idee geboren worden, in Bad Bocklet an Barbara Stamm zu erinnern. Schnell sei klar gewesen, dass es sich um ein Ölgemälde handeln soll. Mit Werner Hofmann fand man einen „Künstler aus der Fastnachts-Familie“, der Können und persönliche Erlebnisse aus der „Fastnacht in Franken“ mitbrachte.
Werner Hofmann wollte einerseits die Stimmung des Hauses aufgreifen und zum anderen Barbara Stamms als offene, dynamische, überzeugende und verlässliche Persönlichkeit darstellen. Auf der Suche nach einem passenden Foto orientierte er sich am Cover ihrer Biografie, das ihre Menschlichkeit und ihre Lebensfreude widerspiegelt. So entstand ein Porträt mit modernen Akzenten.
Auf dem linken Gemälde sind die Verknüpfungspunkte mit Franken dargestellt und man sieht die Würzburger Residenz ebenso wie das Käppele, den Frankenwein und das geliebte Schafkopfspiel als Zeichen ihrer Geselligkeit. Das rechte Gemälde zeigt neben dem Maximilianeum auch die Verbindung zu Caritas. Außerdem geht es um die öffentliche Anerkennung mit dem Bayerischen Verdienstorden.
„24-Stunden-Präsenz“
Persönliche Erlebnisse steuerte Staatssekretär Sandro Kirchner bei, der ihr verbindliches Wesen und ihre „24-Stunden-Präsenz“ hervorhob und sich darüber freute, dass ihr Wirken und ihr Wesen über die Stiftung lebendig bleibe.
Alt-Landrat Thomas Bold würdigte ihr Engagement für den ländlichen Raum. Sein wertschätzendes Urteil: „Für Barbara Stamm stand immer der Mensch im Mittelpunkt, unabhängig von Herkunft oder vom sozialen Status.“
Absolute Zuverlässigkeit
Bernhard Schlereth, Alters-Präsident des Fastnacht-Verbands Franken, erinnerte an die herzliche Verbindung von Barbara Stamm zur fränkischen Fastnacht: „Sie war von der ersten Stunde an dabei. Da stand sie noch nicht im politischen Fokus.“
Er erinnerte an ihre triumphale Begrüßung bei der Fernsehsitzung im Bayrischen Rundfunk, wo sie in der Woche ihres Rücktritts als bayerische Sozial- und Gesundheitsministerin mit stehenden Ovationen empfangen wurde. Schlereth lobte neben ihrer Menschlichkeit auch ihre Verlässlichkeit: „Zusagen haben gegolten.“













