Vom 24. August bis 16. September fand der dritte Arbeitseinsatz des Vereins Afrika Hilfe Franken in diesem Jahr in Tansania statt. Kirsten Sauer, eine Bekannte von ihr und Uwe Tobaben machten sich mit rund 90 Kilogramm Reisegepäck auf den Weg. Dabei waren dieses Mal gespendete Kinderrucksäcke, -schuhe sowie diverses Schul- und Verbandsmaterial. Gegen Mittag erreichten die drei Kiparang’anda, wo gleich eine erste Besprechung mit den Kindergärtnerinnen stattfand. Die Vorräte waren fast aufgebraucht. Deshalb werden erstmal 50 kg Zucker und 25 kg Mehl sowie Reinigungsmittel gekauft.
Ein neues Dach und ein neuer Anstrich
Am nächsten Tag kam Schwester Clementine aus Kilimahewa, um einige anstehende Dinge zu klären. So sollen die Kindergärtnerinnen während der Ferien an einem Aufbaukurs Montessori teilnehmen und die Lehrerin in Bigwa einen Kredit über 1,8 Millionen TSH (ca. 600 Euro) bekommen, um ein Grundstück zu kaufen. Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten. Entlang der Grundstücksgrenze wurde die Mauer fertiggestellt und der Weg zum Gästehaus befestigt, da ihn starke Regenfälle komplett ausgewaschen haben. Die Kindertoiletten bekommen ein neues Dach und einen neuen Anstrich. Am Gästehaus mussten zwei Außenwände frisch verputzt werden, da sich Flechten angesetzt haben.
Am letzten Schultag fand ein Ausflug in den Zoo und Vergnügungspark nach Dar es Salaam statt, der für die Kinder zum unvergesslichen Erlebnis geworden ist. Vor der Abreise wurden die Stoffe für die neuen Schuluniformen besorgt, damit sie schon für das kommende Schuljahr genäht werden können. Laut Tobaben sollen 40 Kinder in die Schule wechseln und 40 bleiben ein weiteres Jahr.
Letzte Arbeiten ausgeführt
Der Schuldirektor der Grundschule Kibululu hatte gute Vorarbeit geleistet. Die bestellten Fliesen waren dieses Mal da, so dass der Fliesenleger sofort mit der Arbeit beginnen konnte. Doch vorher mussten am Dach 16 löchrige Wellbleche ausgetauscht werden. In einem Klassenzimmer wurde gefliest, im anderen parallel die Decke eingezogen. Auf diese Weise waren beide Klassenzimmer in nur drei Tagen fertig und damit alle Arbeiten an dieser Schule erst einmal erledigt. Innerhalb der letzten zwei Jahre wurden hier zwölf Toiletten gebaut und sechs Klassenzimmer von Grund auf saniert, berichtet Tobaben.
Auch in der Grundschule Kiparang’anda A (Finzi) mussten letzte Arbeiten erledigt werden. Nachdem im Laufe des Jahres ein 70 Meter tiefer Brunnen gebohrt und drei neue Klassenzimmer nebst Lehrerzimmer und zwölf Toiletten gebaut wurden, bekam nun alles seinen Anstrich.
Ein kürzerer Schulweg
Die Gemeinde hatte wie gefordert die Eisengitter der Fenster gestrichen, sodass gleich mit den Wänden begonnen werden konnte. Nach einer Woche ist die Schule bereit im Januar pünktlich zum neuen Schuljahr eröffnet zu werden. Dies bedeutet für ca. 300 Schüler/innen einen drei bis fünf Kilometer kürzeren Schulweg. Die Gemeinde muss nur noch die Wasseranschlüsse in den Toiletten installieren und dafür sorgen, dass die 150 Meter lange Stromleitung zur Schule gelegt wird. Die Anträge sind seit Juni gestellt, aber der Stromanbieter lässt sich Zeit. Der Bürgermeister muss sich persönlich kümmern. „Die Vorfreude ist riesig und man verspricht, dass wir zur Eröffnung eine Ziege geschenkt bekommen. Die Kindergärtnerinnen plädieren aber lieber auf fünf Hühner, da die Eier legen“, so Tobaben.
Der Kontrollbesuch zu den Projekten in Mbinga Maharule, Litumbanyosi und Lupingu wurde leider nach ca. 800 Kilometer jäh unterbrochen, als das Auto plötzlich während der Fahrt ausging und nicht wieder ansprang. Nach einer Übernachtung neben der Straße wurde das Auto abgeschleppt. Die Reparatur kostet sagenhafte 1,5 Millionen TSH (500 €).
Vier verlorene Tage
Nach vier verlorenen Tagen war es zeitlich nicht mehr möglich die 2000 Kilometer zum Ziel zu bewältigen. Alternativ nimmt das Team eine landschaftlich schöne Strecke abseits der löchrigen Hauptstraße und gönnt sich einen Tag in Kisiju am Indischen Ozean. „Die Bemühungen all derer, die auf uns gewartet und wie sie mit uns gelitten haben, ist erstaunlich. Interessant ist auch, wie wer mit wem in so einem riesigen Land vernetzt ist. Jeder kennt irgendjemanden in Masasi“, erzählt Uwe Tobaben.
Spenden möglich
Nächste Kleiderannahme ist am Samstag, 10. Oktober, von 10 bis 12 Uhr bei den Garagen am Helios-Krankenhaus Hammelburg, Ofenthaler Weg 20. Neben Altkleidern und Schuhen können auch abgelaufene Verbandskästen, Federmäppchen, Kinderschuhe, -rucksäcke, Fuß-, Hand- und Volleybälle für Tansania abgegeben werden. Am Annahmetermin können Interessierte auch für kleines Geld verschiedenes Werkzeug und Flohmarktartikel erwerben, die aus logistischen Gründen nicht mit nach Tansania genommen werden können. Nicht angenommen wird Bettwäsche, Handtücher und ähnliches, da es dafür keine Abnehmer mehr gibt. Der Verein ist auf neue Mitglieder/innen und temporäre Helfer/innen angewiesen, die ihn bei den jährlichen Aktivitäten wie (Floh-)Märkten sowie Kleiderannahmen tatkräftig unterstützen. Weitere Infos gibt es unter afrika-hilfe-franken.de.
Spendenkonto Afrika Hilfe Franken e.V. bei der Flessabank, Code-BIC: FLESDEMM, IBAN: DE41 7933 0111 0000 3100 58.












