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Lebensfreude pur
Prunksitzung Euerdorf begeistert: Buntes Faschingstreiben
Prunksitzung Eu-KA-Ge Euerdorf 2026
Für Lachtränen sorgten die „Old Spaten Ultras“, das Männerballett der Eu-Ka-Ge. // Doris Bauer
Signet des Fränkischen Tags von Doris Bauer
Euerdorf/Sulzthal – Mitreißende Prunksitzungen werfen erstes Licht auf die kommende Faschingszeit. Über 100 Aktive traten bei der Prunksitzung Euerdorf in Sulzthal auf.
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Mit zwei Prunksitzungen bewies die Euerdorfer Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß, kurz Eu-Ka-Ge, eindrucksvoll, wie viel Lebensfreude, Begeisterung und Gemeinschaft in ihren närrischen Veranstaltungen stecken.

Die Mehrzweckhalle in Sulzthal verwandelte sich in eine wahre Hochburg der guten Laune: Über 100 Aktive sorgten auf der Bühne für ein mitreißendes Programm. Gefeiert wurde jeweils bis weit nach Mitternacht, getragen von einem bestens aufgelegten Publikum, das von Beginn an Teil des Geschehens war.

Da die Halle in Euerdorf noch nicht fertiggestellt ist, war die Eu-Ka-Ge erneut nach Sulzthal ausgewichen. Bürgermeister Peter Bergel stellte in Aussicht, dass ab 2027 wieder in Euerdorf gefeiert werden könne. Ein eigens organisierter Shuttle-Service sorgte an beiden Abenden für den Transport der Gäste.

Närrischer Einzug

Gesellschaftspräsidentin Jasmin Erhard eröffnete die Prunksitzung. Beim anschließenden großen Einzug der Eu-Ka-Ge, des Prinzenpaares, des Kinderprinzenpaares sowie der Gastvereine aus Elfershausen, Wargolshausen, Niederwerrn und Fuchsstadt war die Bühne fast zu klein.

Sitzungspräsident Dieter Diez begrüßte das Publikum ebenfalls herzlich, stellte neue Elferratsmitglieder vor und richtete seinen Dank an alle Aktiven, Helfer und Sponsoren sowie an Sulzthals Bürgermeister August Weingart für die Bereitstellung der Halle. Ebenso würdigte er die Arbeit von Technik, Küche und allen Helfern im Hintergrund.

Prunksitzung Eu-KA-Ge Euerdorf 2026
„Dietschi & Mina“ // Doris Bauer

Mit viel Charme stimmten anschließend das Kinderprinzenpaar Lia-Sophie I. von der Fürstin Konfetti und Prinz Valentin I. von den heiligen Bergen sowie das Prinzenpaar, Prinzessin Jacqueline I. von der Fürstin Konfetti und Prinz Nils I. vom fliegenden Regiment, das Publikum auf den Abend ein.

Kurze Grußworte der Gastgesellschaften rundeten den offiziellen Teil ab. Alleinunterhalter Sebastian Wilhelm traf stets die richtigen Töne und trug maßgeblich zur ausgelassenen Stimmung bei.

Witzige Büttenreden

Für die ersten Lacher sorgten „Dietschi & Mina“. Dieter Diez stand mit Mina Scholz als Vater-Tochter-Duo auf der Bühne und nahm den Familienalltag aufs Korn. Beim Thema Hausaufgaben bat Mina ihren Vater um Hilfe, der statt richtiger Lösungen skurrile, dafür ziemlich amüsante Antworten gab.

Mit viel Lokalkolorit, Wortwitz und satirischem Feingefühl präsentierten sich die „Schaffer“, die sich „genderneutral“ die „Schaffenden“ nennen.

Im Kreiswehrersatzamt Wirmsthal, das im neuen Dorfgemeinschaftshaus untergebracht war, wurden Freiwillige auf ihre Tauglichkeit zur Verteidigung des Saaletals geprüft. Immer wieder gab es köstliche Seitenhiebe auf das Welt-, aber vor allem auf das Dorfgeschehen. Das Publikum feierte die „Schaffer“ mit herzlichem Applaus.

Auch Büttenredner von außerhalb bereicherten das Programm: „Lubber und Babbo“ alias Thomas Klug und Matthias Schmelzer traten als Superhelden auf, berichteten von ihren Einsätzen und gaben humorvolle Alltagstipps, wie etwa zum Wassersparen.

Die erst 13-jährige Lina Rasch vom Elfershausener Gastverein bewies, dass sie ein echtes Pferdemädel ist. In Reimform nahm sie ihr Hobby „Horsing“ aufs Korn.

Begeisternde Tänze

Die Kinderbütt schlüpfte Finn Reichert in die Rolle einer lebenden Figur in der Geisterbahn und gewährte einen urkomischen Einblick in seinen Arbeitsalltag. Auch gesanglich punktete er bei den Zuschauern.

Uli Kiesel aus Waldberg, bekennender Weihnachts-Fan, ließ bereits jetzt das nächste Weihnachtsfest musikalisch lebendig werden: „O Tannenbaum“ erklang mal süß schmelzend à la Karel Gott, mal rockig wie bei Peter Maffay – dafür ging er auf die Knie, um den relativ kleinen Star darzustellen – und dann wieder markant-nuschelnd im unnachahmlichen Grönemeyer-Stil.

Uli Kiesel ist ein musikalisches Chamäleon, das das Publikum zum Schmunzeln und Staunen zugleich brachte. 

Den tänzerischen Auftakt machte die Prinzengarde der Eu-Ka-Ge. Sitzungspräsident Dieter Diez bezeichnete sie zu Recht als „das Flaggschiff des Vereins“.

In Grün-Weiß präsentierten sich die Tänzerinnen taktsicher, elegant und absolut synchron. Die Mini-Showtanzgruppe der Eu-Ka-Ge entführte das Publikum anschließend in die Welt des Rock’n’Roll. Zu fetzigen Rhythmen sprühten sie nur so vor Energie. So eroberten sie die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Prunksitzung Eu-KA-Ge Euerdorf 2026
Unter die Haut ging der Auftritt der „Starlights“ der EU-KA-GE unter dem Motto „Fight for your freedom“ // Doris Bauer

Emotionale Highlights

Mit akrobatischer Präzision und erfrischender Leichtigkeit überzeugten die Tanzmariechen Hannah Sell und Eva Wieber. Ob Spagat, elegante Sprünge oder schwungvolle Pirouetten – das Publikum war restlos begeistert.

Die Jugend-Marschtanzgruppe füllte mit 22 Tänzerinnen die Bühne und beeindruckte mit ihrer absolut synchronen und energiegeladenen Darbietung.

Für Lachtränen sorgten die „Old Spaten Ultras“, das Männerballett der Eu-Ka-Ge, das als betagte Paare mit Stock und Rollator einzog, um anschließend mit erstaunlichem Körpereinsatz seine Fitness zu beweisen. Unter die Haut ging der Auftritt der „Starlights“ der Eu-Ka-Ge.

Unter dem Motto „Fight for your freedom“ nahmen sie das Publikum mit auf eine emotionale Reise, die dazu aufrief, für Freiheit und Frieden einzustehen, eindrucksvoll umgesetzt mit anspruchsvoller Choreografie und akrobatischen Elementen.

Spektakuläres Finale

Einen besonderen Moment erlebte das Publikum beim Tanzpaar. Verletzungsbedingt musste Philipp Elter kurzfristig passen, doch Dunja Scholz zeigte solo eine beeindruckende Darbietung voller Kraft, Ausdruck und technischer Brillanz.

Den absoluten Höhepunkt setzte die große Showtanzgruppe der Eu-Ka-Ge mit ihrem Auftritt „Wild Wild West“. Cowboys, Cowgirls, Saloongirls, Countrymusik, temperamentvolle Choreografien und spektakuläre Hebefiguren verwandelten die Bühne in einen wilden Saloon. Das Publikum tobte. 

Auch hier begeisterten die Gastgruppen: Wargolshausen zeigte fantasievoll, wie man mit einer gefälschten Mona Lisa zu Reichtum kommt, während Elfershausen mit „Jungle Fever“ und 24 Tänzerinnen und Tänzern den Dschungel auf die Bühne brachte – spektakulär, kraftvoll und farbenprächtig. 

 

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