Für die Sommerferien hat die Stadt wieder ein Ferienangebot für die Kinder zusammengestellt. Von Spielenachmittag bis musikalischer Olympiade ist einiges geboten – aber es war mal mehr. Das berichtet Nicolas Zenzen, der sich als Kulturmanager der Stadt um das Ferienprogramm kümmert, in der Stadtratssitzung. Auch die Nachfrage seitens der Familien werde weniger.
„In den letzten zwei Jahren hat sich abgezeichnet, dass die Bereitschaft der Vereine weniger wird, etwas anzubieten", stellt er fest. Ohne die Veranstaltungen der Stadt waren es 2018 noch 27 Angebote, die letzten zwei Jahre nur noch 16. Zum Zeitpunkt der Programmvorstellung im Stadtrat waren es ohne die fünf städtischen Angebote nur noch acht.
Weniger Angebote durch Vereine bei Münnerstädter Ferienprogramm 2026
Ein Grund: In diesem Jahr gibt es kein Ferienprogramm durch Projugend, da die beiden bisher zuständigen Sozialpädagoginnen nicht mehr in der Stadt arbeiten und Projugend die Stellen nicht nachbesetzen kann. Das Team hatte in den vergangenen Jahren für einige Aktivitäten gesorgt.
„Aus Zeitgründen habe ich außerdem in diesem Jahr nicht mehrfach bei den Vereinen nachgehakt, ob sie etwas anbieten wollen“, erklärt Zenzen weiter. Hintergrund: In der Verwaltung im Schloss gibt es derzeit einen Krankheitsausfall. Die Koordination und Zusammenstellung des Programms sei sehr aufwendig. „Und es frustriert einige Vereine, dass vor allem im letzten Jahr geplante Veranstaltungen nicht stattgefunden haben, weil es zu wenige Anmeldungen gab“. Nicolas Zenzen beschreibt seinen Eindruck, dass sich seit Corona das Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen verändert hat.
Plattform der NES-Allianz für Ferienprogramm
Seit 2019 gibt es bei der Nes-Allianz eine Plattform für ein gemeinsames Ferienprogramm. Dort bewerben die Kommunen ihre jeweiligen Angebote und auch die Anmeldung läuft über die Website. Münnerstadt habe sich damals nicht angeschlossen. „Jetzt sehen wir es aber als sinnvoll an. Im kommenden Jahr wollen wir uns dort anschließen“, so Zenzen. Zwar bleibe die Koordinationsarbeit mit den Vereinen, aber die Angebote würden auch in den Nachbarkommunen beworben – heißt: Kinder aus anderen Kommunen können in Münnerstadt teilnehmen und andersherum.
Bürgermeister Michael Kast (CSU) sagt über den Wegfall der Projugend-Kräfte, dies auf Landkreisebene angesprochen zu haben und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Mit Blick auf den ab 2026 schrittweise kommenden gesetzlichen Anspruch der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern – auch in der Ferienzeit – müsse man das Ferienprogramm vielleicht sowieso überdenken, stellt er in Aussicht.
Bitte aus Stadtrat: Vereine erneut auf Ferienprogramm ansprechen
Antje Rink (CSU) bedauerte: „Es ist schade, dass die Vereine die Möglichkeit nicht sehen, in Hinblick auf die Mitgliedergewinnung durch das Ferienprogramm auf sich aufmerksam zu machen.“ Sie hätte eine Nachbefragung interessant gefunden, um zu untersuchen, woran es liegt, dass Angebote nicht mehr stattfinden. Würden sie schlecht angenommen, könnte man überlegen, was man verändern könnte. Oliver Jurk (CSU) bat, erneut bei den Vereinen anzufragen.
Johannes Wolf (Grüne) sagt, dass es allgemein schwierig ist, Leute zu finden, die sich engagieren. „Aber nur eine Rundmail schreiben, reicht auch nicht. Es ist schön, dass es durch die NES-Allianz eine größere Plattform gibt, aber wir müssen hier in Münnerstadt erst einmal unsere Hausaufgaben machen.“ Günter Scheuring (FW) sagte mit Blick auf den TSV: „Wir waren mal eine Zeit lang dabei, aber es gibt bei den vielen anderen Veranstaltungen von uns immer weniger, die das Wochenende opfern, um etwas zu planen, und dann sind nur zwei Kinder da.“
Ferienprogramm nicht in gedruckter Form
Michael Kastl schlug vor, im Rahmen der Möglichkeiten nochmals auf die Vereine zuzugehen. Das scheint etwas gefruchtet zu haben, denn seit der Sitzung sind weitere Angebote hinzugekommen. Gedruckt wurde das Ferienprogramm in diesem Jahr wegen der wenigen Angebote nicht, es jedoch online abrufbar unter muennerstadt.de > Freizeit und Tourismus > Ferienprogramm 2026.









