Der Schalk wartete schon länger ungeduldig in seinem Versteck und wappnete sich für die fünfte Jahreszeit. Zwei Tage vor dem Narrenmonat hielt ihn nichts mehr: Seine Ära war angebrochen. Zwei bunte Abende und ein Nachmittag waren das Signal des Fuschter Faschings-Clubs FFC. Der Possenreißer durfte sich – von großen Eulenaugen beobachtet und listigen Füchsen flankiert – in der voll besetzten Sporthalle austoben.
Garden und Delegationen als Verstärkung
Eingestimmt von Sängerin Larissa Hoppe hieß Sitzungspräsident Rainer Lell das Publikum willkommen. Der FFC hatte sich für diesen Abend sogar Verstärkung gesichert. Die Karnevalsgesellschaften aus Hausen (bei Würzburg) und Maidbronn standen mit Garden und Delegationen bereit. Orden und Präsente wechselten mit viel „Bussi, Bussi“ die Seiten. Die Fuschter Garde, eines der Aushängeschilder der heimischen Narrengilde, steuerte ein schmissiges Tanz-Potpourri bei. Die Tanz-Mariechen Tessa Knüttel und Tamara Henning bestachen mit einem charmant-akrobatischen Ballett.
Launige Begrüßungen kamen von Bürgermeister René Gerner und Feuerwehr-Vorstand Uwe Eichel. Beide Vereine arbeiten seit Jahren perfekt zusammen und „schmeißen den Laden“. Der bisher jüngste Büttenredner enterte danach das Mikrofon als „Dorfkind“.
Ein hartes Leben, geprägt von Schule, PC und anderen Ärgernissen – zum Beispiel die streitenden Eltern – ließen Tom Gerner von der Nachfolge seines Vaters als Bürgermeister abschwören. Der Junior will Bauhofleiter werden, hat seine Familie aber trotzdem lieb.
Fuchsstädter Jugendgarde überzeugte
Um Nachwuchs muss dem FFC nicht bange sein. Denn die Jugendgarde überzeugte anschließend mit einem getanzten Wirbel aus Rot, Gold und Weiß und die Jüngsten, die Kindergarde, lieferten einen starken Auftritt mit dem „Tanz der Kobolde“. Wo gibt’s noch Kobolde? Auf der grünen Insel Irland. Die moosgrün gekleideten Männlein und Weiblein legten mit Bravour ein Szenenspiel auf, das begeisterte.
Die nächste Bütt ging an Margit Fröhlich. Man kennt die stramme Thüringerin in Knickerbockern aus den Vorjahren. Sie will „Königin von Fuscht“ werden. Als Grundlage nannte sie den Slogan: „Gott hat die Welt nur einmal geküsst und das war genau da, wo Fuchsstadt ist.“
Männliche Jugendgarde hat Lust auf Pizza
Die „Wild Foxes“ sind die männliche Jugendgarde. Hunger haben sie immer – auf Pizza, was sie tänzerisch aufführten. Selbstredend ließ sich die weibliche Jugendgarde nicht die Show stehlen. Süß wie Zucker inszenierten die 18 Candy Girls und ein Candy Boy „My Boy Lollipop“ und andere Songs im typisch amerikanischen Stil der Sechzigerjahre und ernteten reichlich Applaus.
Nach der Pause zeigten die Garden der Gastvereine aus Hausen und Maidbronn ihr tänzerisches Können als Dank für die Einladung. Beide wussten zu beeindrucken. Mit einem Ausflug in die Politik garnierten die Eulen, der Wappenvogel Fuchsstadts, ihren Auftritt. Das Eulengeschnatter ist im Fuschter Fasching ein Dauerbrenner und reichte hier von der europäischen Bühne bis zum Ortsbürgermeister. Dabei hatte ein König augenscheinliche Ähnlichkeit mit dem Bürgermeister. Doch war es Vorsitzender Benedict Schaupp, der die Krone und den Seidenmantel trug. Ach ja, „wenn ich König von Deutschland wär“.
Sketche und Blödeleien
Zu den närrischen Urgesteinen Fuchsstadts zählt die Ver-un-Sicherung. Komm mit ins Abenteuerland, wo Witz und Sketche, Blödeleien und Nonsens den Tag füllen. Wenn diese Truppe auftritt, sieht man lachende Gesichter. Der Fuchsstädter Bauhof, inzwischen im neuen Gehäuse, nimmt seine Aufgabe ernst. Schnee? Glatteis? Wir sind da. Wir müssen nur noch die Pläne für die Hilfe ausarbeiten. Wie lange dauert es, bis sie kommen? Anfang April hätten wir Zeit. Hanna Stockmann, Mario Rösser und Uwe Eichel kriegen so etwas auf die Reihe.
Die „Dancing Foxes“ sind das FFC-Männerballett. „Old MacDonald had a Farm“ ist ein amerikanisches Kinderlied. Dafür braucht man natürlich Tiere auf dem Hof, die die Foxes stellten.
Ein Glanzpunkt zum Schluss
Der FFC hat mit seiner Showtanz-Garde ein Ass im Ärmel. Sie bildet traditionell den Schluss des Programms und sorgt so für ein Highlight der Extraklasse – und das seit vielen Jahren. Der „Auszug der Götter aus dem Olymp“ war ein choreografisch opulentes, rasantes Tanzerlebnis in tollen Kostümen. Flammender Applaus für die Götter unter Gottvater Zeus. Warum ziehen die Gottheiten um? Sie wollen sich vielleicht der Zeit anpassen und da taugt der alte Tempel nicht mehr. Möglicherweise muss ein Neubau her. In der Industriestraße in Fuscht wären noch einige Bauplätze.



















