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Brückenauer Gastronomie
Letzte Klappe für die „Klappe“?
Die Zukunft der Kultkneipe „Klappe“ in der Bad Brückenauer Altstadt ist unsicher. Die aktuelle Pächterin ist krank; die Eigentümerin sucht schon einen neuen.
Vor einem Jahr schloss die Kultkneipe „Klappe“ in der Bad Brückenauer Altstadt wegen Krankheit der Betreiberin. Jetzt gibt es neue Pächter. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Der „Gastropub“ in der Bad Brückenauer Altstadt hat seit Wochen zu. Die Eigentümerin sucht nach einer Lösung. Aber was wird aus dem Café International?

Die Klinke – sie ist halb heruntergedrückt. Als hätten viele Menschen versucht, ins Innere der „Klappe“ zu kommen. Obwohl ja ein Aufstelller davon kündet, dass die Kultkneipe in der Bad Brückenauer Altstadt „wegen Krankheit“ geschlossen bleibt. Das wird sich nicht so schnell ändern, auch wenn die „Klappen-Crew“ verspricht: „Wir sind bald wieder für Sie da.“

Vermieterin Carola Berner-Löhmer bestätigt auf Anfrage, „dass die Klappe erstmal aus Krankheitsgründen zu bleibt“. Sie sei bemüht, dass sich das bald wieder ändere. Konkret sucht die Betreiberin des benachbarten Kinos „Rhönlichtspiele“ sogar „grundsätzlich einen neuen Betreiber“.

Die Krankheit der bisherigen Pächterin sei nicht der einzige Grund für die jetzige Schließung, so Berner-Löhmer. Mehr ins Detail möchte sie gegenüber dieser Redaktion nicht gehen.

Café International auch ausgesetzt

Am Schicksal der Klappe hängt auch ein Integrationsprojekt des Bayerischen Roten Kreuzes, das der früheren Kreisgeschäftsführerin Margit Schmaus sehr am Herzen lag: des „Café International“.

Es hatte erstmals am 9. Juli in den Räumen der Klappe geöffnet und sollte neun ukrainische Neubürger von Bad Brückenau in die Gastronomie einlernen, sie in Kontakt mit Kunden bringen, so ihre Deutschkenntnisse verbessern und sie schließlich dauerhaft in Arbeit bringen.

Das Begegnungscafé belegte die Klappe sonntags, montags und dienstags und bot neben Bewirtung und der Möglichkeit, sich intern zu treffen auch Reparaturleistungen defekter Geräte und Handarbeitsservices wie Nähen, Stricken, Sticken und Häkeln an. Die BRK-Landesgeschäftsstelle stellte für das auf ein Jahr angelegte Projekt 44.000 Euro bereit.

Situation für alle Seiten unbefriedigend

Nun bestätigt Andreas Seidl, beim BRK-Kreisverband in Bad Kissingen Referent der Geschäftsführung, dass es „seit ein paar Wochen keine Angebote des Café International“ mehr gibt. Diese Situation sei „für alle Seiten nicht zufriedenstellend“.

Man sei in Gesprächen mit Vermieterin, Pächterin und ukrainischen Angestellten, um erstmal die Verhältnisse zu klären. So stellt sich die Frage, ob der Vertrag des BRK eigentlich mit der Vermieterin oder der Pächterin besteht. „Was genau wird, können wir aktuell nicht sagen“, teilt Seidl mit.

Große Bereitschaft, Projekt fortzuführen

Gleichwohl bestehe beim aktuellen Kreisgeschäftsführer Harald Erhard als auch beim ukrainischen Team große Bereitschaft, das Café International, das sehr gut angenommen wurde, wieder aufleben zu lassen.

Aber was geschieht, wenn das nicht gelingt. Müssen die genehmigten 44.000 Euro Förderung dann wieder zurückgezahlt werden?

Zunächst sagt Andreas Seidl, dass der Betrag „zweckgebunden“ ist. Heißt: Wenn das Café International nicht in Betrieb ist, fließt dafür auch kein Geld. Ab wann die Förderung zurückzuzahlen ist, sollte das Prestige-Projekt nicht wieder zum Laufen kommen, muss der Referent noch im Detail klären. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen“, sagt er.

 

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