Thomas Reuß hat lange auf eine Antwort gewartet. Im Sommer 2025 bewarb er sich mit seinem Gospelchor „Noisemakers“ für den Katholikentag in Würzburg, schickte ein Video mit Handyaufnahmen von Auftritten und hörte dann lange nichts. Im Januar 2026 fragte er nach. „Eine Stunde später hatte ich die Antwort: Wir sind fest eingeplant“, sagt der Chorleiter. Und das gleich zweimal.
Zweimal auf der Bistumsbühne
Am Donnerstag, 14. Mai, dem Eröffnungsabend, treten die Noisemakers um 18 Uhr auf der Bistumsbühne am Oberen Markt auf, der Auftritt dauert etwa eine Stunde. Am Samstag, 16. Mai, folgt ab 18.45 Uhr der Abschlussauftritt, ebenfalls auf der Bistumsbühne. An beiden Abenden erwartet das Publikum ein wechselndes Programm, denn nicht alle Sängerinnen und Sänger können an beiden Tagen dabei sein.
Als Reuß die Nachricht überbrachte, war die erste Reaktion seiner Sängerinnen und Sänger trocken: „So, jetzt haben wir den Salat.“ Die Freude überwog trotzdem schnell.
Dabei hatte Reuß ursprünglich etwas anderes im Sinn. Im Mitarbeiter-Informationssystem des Bistums Würzburg las er den Aufruf: „Wer möchte am Katholikentag mitwirken?“ Er schlug einen „Walking Act“ vor: mit der Gitarre durch die Stadt ziehen, an freien Plätzen spielen. Die Idee wurde nicht angenommen. Dafür stehen nun zwei feste Auftritte auf der Bühne im Programm.
Von „Light in the Dark“ zu den Noisemakers
Dass Reuß überhaupt wieder einen Chor dieser Größe leitet, ist selbst eine kleine Geschichte. Viele Jahre lang führte er den Gospelchor „Light in the Dark“. Als dieser 2017 endete, sagte er der Musik nicht ganz adieu, sondern gründete eine kleine Gesangsformation in seinem Heimatort Windheim, die bei Hochzeiten und Taufen auftrat.
Aus dieser bescheidenen Keimzelle wuchsen die Noisemakers. Heute stehen rund 30 Sängerinnen und Sänger hinter ihm, begleitet von einer Band mit Keyboard, Bass, Schlagzeug und Gitarre.
„Noisemakers“, zu Deutsch Krachmacher: Der Name klingt provokant, ist aber augenzwinkernd gemeint. Er steht für eine Idee, die sich durch die Psalmen zieht: Gott laut und freudig zu loben. „Macht frohen Lärm für den Herrn, verkündet voller Freude den Gospel, die frohe Botschaft“, sagt Reuß. Die Auftritte beim Katholikentag sollen kein Konzert im klassischen Sinne sein, sondern ein Erlebnis zum Mitmachen. Mitsingen und Mitklatschen ausdrücklich erwünscht.
Oh Happy Day und das Katholikentagslied
Zum Repertoire gehören Klassiker wie „Oh Happy Day“, „We Are the World“ und „Worship the Lord“ sowie das offizielle Katholikentagslied. Dass das Programm an beiden Abenden wechselt, macht die Vorbereitung anspruchsvoller. Reuß und sein Chor müssen ein breiteres Repertoire einstudieren und es je nach Besetzung zusammenstellen.
„Nur Thomas ist schon aufgeregt“
Bei den Sängerinnen und Sängern ist die Aufregung noch überschaubar. „Noch ist alles entspannt“, sagt Romy Straub, die Reuß seit 30 Jahren kennt, und lacht: „Nur Thomas ist schon aufgeregt.“ Für den Chor ist es etwas Besonderes, vor so vielen Menschen aufzutreten. „Wir wollen schon gut rüberkommen“, sagt sie.
David Häusler ist erst seit Kurzem wieder dabei. Er hatte früher schon einmal mit Reuß gesungen und stieg für den Katholikentag gerne erneut ein. „Ein bisschen Aufregung ist schon da“, gab er zu. „Die große Bühne. Wir haben alle schon Auftritte erlebt, aber nicht in dieser Größenordnung.“















