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Ausgrabungen am Veitsberg
Ein Palast für Karl den Großen
Ausgrabungen Veitsberg
Am Veitsberg in Hohenroth wurden bei Ausgrabungen frühmittelalterliche Mauerreste und eine Zisterne entdeckt, erklärt Ausgrabungsleiterin Petra Wolters. // Hanns Friedrich
Ausgrabungen Veitsberg
Seit einigen Wochen finden am Veitsberg in Hohenroth wieder Ausgrabungen statt. // Hanns Friedrich
Hohenroth – Nun ist es sicher: Um das Jahr 1000 stand am Veitsberg eine Burg. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, findet eine Führung statt.
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Petra Wolters, Ausgrabungsleiterin am Veitsberg, strahlt: Die neu aufgedeckten Befunde  erhärten ihren Vermutung, dass es sich bei der Anlage auf dem Veitsberg um das eigentliche Zentrum, also das „Palatium“, einen prächtiger Palast des Pfalzgebietes handelt, das von Karl dem Großen und seinen Nachfolgern besucht wurde. Solche Gebäude waren nicht zum längerfristigen Wohnen ausgelegt, sondern nur für kurze Besuche des Königs, weiß die Archäologin.

Seit 2010 fanden immer wieder Grabungen statt, wobei man nicht nur Mauerreste sondern auch Fensterglas, Münzen, Putzreste und Scherben fand. Mehr erfährt man bei einer Führung am Donnerstag, 30. Juli 2026. Beginn ist um 17 Uhr.

Die jüngsten Grabungen förderten erstmals eine frühmittelalterliche Innenbebauung zu Tag, wie sie für derartige Pfalzanlagen obligatorisch ist. So  wurden Reste eines Gebäudes mit mindestens drei Räumen entdeckt.

Früher weithin sichtbar

Das Paltium stand bis um das Jahr 1000. Danach wurde es abgetragen, wobei die Steine wohl auch für den Aufbau der Salzburg und den privaten Hausbau verwendet wurden, vermutet die Archäologin. Die Burg dürfte bis zu sieben Meter hoch und damit weithin sichtbar gewesen sein.

Die gesamte Anlage, da ist sich Petra Wolters sicher, geht in Richtung der Buschanlagen Richtung Bad Neustadt auf jeden Fall weiter. Für weitere Ausgrabungen liegen allerdings noch keine Genehmigungen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege LFD vor.

Bei den gefundenen Mauerresten handelt es sich um das Untergeschoß der Burg, erklärte Petra Wolters. Das bedeutet auch, dass dieses Geschoß tragfähige Mauern haben musste, um die darüber liegenden Bereiche, wie einen großen Festsaal, zu tragen.

Entdeckt wurde vor wenigen Tagen in der Außenwand des einen Raumes auch  eine rund gemauerte Anlage, eine Art Brunnen oder Zisterne. Aktuelle Bohrungen am Dienstag ergaben eine Tiefe von 4,5 Metern.

Ausgrabungen Veitsberg
Eine rundgemauerte Stelle an einer Außenwand entpuppte sich nach einer Bohrung am Dienstag als eine 4,5 Meter tiefe, gemauerte Zisterne. // Hanns Friedrich

Dabei stieß man am Ende auf einen Steinboden mit Lehmabdichtung. Damit war klar, dass es sich hier um eine Zisterne handelt. Unklar bleibt allerdings weiterhin, wie die Anlage auf dem Veitsberg mit dem notwenigen Trinkwasser versorgt wurde. Eine Zisterne allein dürfte dafür nicht ausgereicht haben.

Die Ausgrabungsleiterin erläutert dazu, dass die Königspfalz Salz vom 8. Jahrhundert bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts für die reisenden Herrscher eine wichtige Rolle darstellte. Auf halbem Weg zwischen der Bischofsstadt Würzburg und dem Kloster Fulda gelegen, war Salz bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts die einzige Königspfalz in ganz Nordbayern mit überregionaler Bedeutung.

Seit 2009 erforscht die Universität Jena in Kooperation mit dem LFD und den Kommunen Bad Neustadt, Salz und Hohenroth das karolingisch-ottonische Pfalzgebiet Salz.  Die schriftliche Überlieferung zusammen mit archäologischen Erkenntnissen machen es möglich, die weiträumige Ausdehnung und zugehörigen Elemente (Höfe, Kirchen, Siedlungen, Forste) innerhalb des insgesamt mehr als 600 Quadratkilometer großen karolingisch-ottonischen Pfalzgebietes zu beschreiben.

Auf dem Veitsberg, fanden von 1983 bis 1985 sowie 2006 und dann in unregelmäßigen Abständen archäologische Ausgrabungen statt, bei denen bedeutende bauliche Überreste einer kastellartigen Anlage des frühen Mittelalters freigelegt werden konnten. Rätsel gibt noch eine Mauer auf, die zu einem Raum gehört, der bislang nur zum Teil aufgedeckt ist. Er besitzt eine abgerundete Ecke, bevor sie wiederum rechtwinklig abbiegt.

Ausgrabungen Veitsberg
Rätsel gibt derzeit noch diese rundgemauerte Ecke mit einem senkrecht stehendem Quader auf. // Hanns Friedrich

In die runde Biegung ist ein senkrecht stehender Quader verbaut, möglicherweise ein Türstock.  Für die Grabungsleiterin steht damit fest, dass sich das Gebäude in Richtung Osten und Süden fortsetzt.

Alles wieder zugeschüttet

Schade nur, dass die gefundenen Mauerreste, nachdem sie gesichert und kartiert wurden, wieder unter der Erde verschwinden. Eine weitere Grabung hat das Landesamt für Denkmalpflege zunächst nicht genehmigt.

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