In der Adventszeit wird Fladungen wieder Anziehungspunkt für Lego- und Bibelfans gleichermaßen. Kaplan Thomas Elbert (42), ein leidenschaftlicher Legofan seit Kindertagen, öffnet wieder die Tore seiner Lego-Ausstellung unter dem Motto „Bibel einmal anders“ im Pfarrheim.
Was als reine Freude am Bauen begann, hat sich mittlerweile zu einer beeindruckenden Sammlung von biblischen Szenen entwickelt, die aus Tausenden Legosteinen detailreich nachgebaut wurden. Bereits im vergangenen Jahr zog die Ausstellung rund 1000 Besucher an, die die mit bunten Legosteinen nachgestellten Gleichnisse Jesu bewunderten.
„Die Bibel lebendig machen“, das ist Thomas Elberts Mission. Die Ausstellung soll nicht nur die Geschichten der Heiligen Schrift zugänglicher machen, sondern auch den Glauben auf eine spielerische und kreative Art und Weise näherbringen. Elbert ist überzeugt: „In den biblischen Geschichten steckt eine Grundwahrheit, die es zu begreifen gilt.“
Moses und Josef im Fokus
In diesem Jahr stehen zwei zentrale Persönlichkeiten des Alten Testaments im Mittelpunkt: Moses und Josef. Diese Figuren hat Thomas Elbert mithilfe unzähliger Legosteine zum Leben erweckt. Sein Lieblingsstück? Der beeindruckende Durchzug der Israeliten (personalisierte Lego-Figuren seiner Schüler) durch das Rote Meer, bei dem sich die Streitmacht des Pharao im Hintergrund gleichmäßig bewegt.
„Heuer ist alles noch größer und viel detaillierter gebaut“, erzählt Elbert, der beim Aufbau Unterstützung von seinen Schülern und einem gleichgesinnten Legofan erhalten hat. Bei der Auswahl der Szenen hat sich Elbert an den Kunstwerken seiner Schüler orientiert, die ihre Vorstellungen in Zeichnungen festhielten, welche Elbert dann nachbaute.
So sind beeindruckende Darstellungen entstanden, wie die von Josef im Brunnen oder von Moses und Aaron vor dem majestätischen Palast des Pharaos, bei denen man nur erahnen kann, wie viel Arbeit dahinter steckt.
Moses, Josef und ein T-Rex treffen aufeinander
Auf Wunsch eines Kindes, das im letzten Jahr zu Besuch war, gibt es heuer sogar einen Lego-Dinosaurier zu bewundern. Diese Ergänzung zeigt, wie sehr Thomas Elbert den Dialog mit seinen Besuchern schätzt und wie die Ausstellung als Türöffner dienen kann – nicht nur für Kinder, sondern auch für Menschen, die sonst wenig Berührungspunkte mit der Kirche und dem Glauben haben. Denn: „Die Lego-Welt spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an“, hat Kaplan Elbert festgestellt.
Der 42-Jährige hat über ein Jahr an der Ausstellung gearbeitet, sich Inspiration aus dem Internet geholt und unermüdlich nach günstigen Angeboten für Steine und Figuren gesucht. In jeder freien Minute und auch während seines Urlaubs hat er an seinen Werken gebaut. „Da geht ein Haufen Freizeit drauf“, sagt er. Und die ein oder andere Nachtschicht musste er auch einlegen. Doch für Thomas Elbert ist das Lego bauen auch eine willkommene Ablenkung vom Alltag, die ihm hilft, den Kopf freizubekommen und abzuschalten.
Mit der Ausstellung setzt er aber nicht nur das Buch aller Bücher in Szene, sondern möchte auch gleichzeitig etwas Gutes tun. Deshalb gehen die Einnahmen aus dem sonntägigen Verkauf von Kaffee und Kuchen sowie aus einem Lego-Quiz als Spende an die Station Regenbogen der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. „Wir haben den christlichen Auftrag, Freude in die Welt zu bringen, und das gelingt mir hier auf wunderbare Weise“, erklärt er seine Intention.
Ein Muss in der Adventszeit
Freude kommt beim Betrachten definitiv auf. Wer ganz genau hinschaut, findet sogar ein paar Gimmicks zum Schmunzeln. Thomas Elbert hat nämlich Figuren eingebaut, die nicht aus der Bibel stammen, wie zum Beispiel Captain Jack Sparrow, Donald Duck oder die Muppets Waldorf und Statler.
Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, 22. Dezember, jeweils donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Für Gruppen können auch Einzeltermine außerhalb der Öffnungszeiten mit Kaplan Thomas Elbert, E-Mail thomas.elbert@bistum-wuerzburg.de, vereinbart werden.
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