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Bier-Braukunst
Das Institut Romeis in Oberthulba als Wächter des Genusses
Die Teilnehmer des Brauwettbewerbs konnten sich vom institutseigenen Bier zapfen. // Jürgen Wittrin
Oberthulba – Nachwuchstalente: Das Institut Romeis bringt junge Bierbrauer aus ganz Deutschland bei einem Wettbewerb zusammen – dabei achtet die Jury nicht nur auf den Geschmack.

Auf den ersten Blick ist es ein unscheinbarer Ort, doch hinter den Türen des Instituts Romeis in Oberthulba wird Präzisionsarbeit geleistet. Was 1975 als kleines Labor begann, hat sich längst zu einer festen Institution für die Getränke- und Lebensmittelbranche entwickelt. Mit 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Unternehmen ein wichtiger Wissensträger in der Region.

Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis.
Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis. // Jürgen Wittrin

Mehr als nur Zahlen und Reagenzgläser

In den Laboren werden chemische und mikrobiologische Analysen durchgeführt, doch die Arbeit endet nicht beim Prüfbericht. Die Expertinnen und Experten des Instituts begleiten unter anderem Brauereien und Lebensmittelbetriebe bei der Optimierung ihrer Prozesse und der Sicherung ihrer Produktqualität.

Trotz der überregionalen Bedeutung ist die Verwurzelung in der Heimat tief. Das Institut ist amtlich zugelassen für die Untersuchung von Trinkwasser und unterstützt damit die Versorgungssicherheit in der Region. Auch im Hinblick auf Arbeitssicherheit und Hygieneberatung sind sie Ansprechpartner.

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Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war die Überführung in die gemeinnützige Peter-Romeis-Stiftung im Jahr 2016. Die Stiftung fördert gezielt Wissenschaft, Forschung und die Ausbildung von Nachwuchstalenten in der Lebensmitteltechnologie. „Dem Gründer des Instituts, Peter Romeis, war es immer ein Anliegen, den Nachwuchs zu fördern“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Schmittnägel.

Besonders stolz ist man auf die eigene Institutsbrauerei. Hier wird Forschung fassbar: In einem modernen Sudhaus können neue Rezepturen entwickelt und technologische Verfahren getestet werden. Das macht das Institut zu einem gefragten Partner für die Brauindustrie – gerade für die kleinen und mittelständischen Brauereien der Region.

Im Sudhaus der Institutsbrauerei wird mitunter aus Malz, Wasser und Hopfen durch Maischen, Läutern und Kochen die Würze (alkoholfreie Vorstufe des Bieres) hergestellt.
Im Sudhaus der Institutsbrauerei wird mitunter aus Malz, Wasser und Hopfen durch Maischen, Läutern und Kochen die Würze (alkoholfreie Vorstufe des Bieres) hergestellt. // Jürgen Wittrin

Wettbewerb der Nachwuchsbrauer

In der Wissenschaft zählen Fakten, beim Bier oft das Gefühl. Das Institut Romeis verbindet beides – und hat mit dem Wettbewerb „Brautalente der Peter Romeis-Stiftung“ sogar ein Event geschaffen, das angehende Braumeister aus ganz Deutschland nach Oberthulba lockt.

Die Veranstaltung fand im Jahr 2024 zum ersten Mal statt und entstand aus einer Idee des Kuratoriumsmitglieds Prof. Dr. Winfried Ruß. Das Institut sieht den Wettbewerb als Investment in die Zukunft, denn hier kommt der Nachwuchs der Branche zusammen. „Hier werden sie dazu animiert, zu brauen, zu experimentieren und kreativ zu sein“, sagt Ingrid Schmittnägel.

Ingrid Schmittnägel, eine der drei Geschäftsführer, eröffnet die Veranstaltung
Ingrid Schmittnägel, eine der drei Geschäftsführer, eröffnet die Veranstaltung. // Jürgen Wittrin

Einmal im Jahr wird der unterfränkische Ort damit zum Zentrum deutscher Braukunst, an dem die Experten von morgen zeigen, dass Tradition und moderne Analytik kein Widerspruch sind. Dass die Veranstaltung ernst genommen wird, zeigte das Teilnehmerfeld: 14 Teams aus ganz Deutschland – darunter Fulda, Berlin und München – traten am 12. März 2026 wieder gegeneinander an.

Institutsgründer und Geschäftsführer Peter Romeis konnte an diesem Tag nicht anwesend sein.

Herausforderung: Deutsches Pils

Die Aufgabe des Wettbewerbs ist jedes Jahr eine neue Herausforderung. Während beim ersten Wettbewerb 2024 noch ein Märzen mit Kalthopfung im Fokus stand, mussten die Teams letztes Jahr ein klassisches bernsteinfarbenes Hefeweizen kreieren. Dabei galt es, ein ganz bestimmtes Aromaprofil zu treffen.

Marcus Jentsch ist Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung. Er teilte den Teilnehmern des Wettbewerbs die Bewertung des Instituts mit.
Marcus Jentsch ist Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung. Er teilte den Teilnehmern des Wettbewerbs die Bewertung des Instituts mit. // Jürgen Wittrin

Dieses Mal mussten die Teilnehmer sich an einem deutschen Pils versuchen, welches sich durch eine hellgelbe bis goldgelbe Farbe und dichten Schaum auszeichnet. „Inspiriert durch die Vielzahl der Bierstile sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der Brauwettbewerb soll wichtige Aspekte der praktischen Ausbildung zusätzlich fördern“, sagt Marcus Jentsch, Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung am Institut Romeis.

Jedes eingereichte Bier durchlief eine strenge Qualitätsprüfung im Labor, bevor es von einer Expertenjury – unter anderem verstärkt durch Biersommelier Karl Schiffner– verkostet wurde. Mit in das Urteil floss dabei das Gesamtkonzept: vom Einhalten der Stammwürze und Farbe über das Etikettendesign bis hin zur Geschichte hinter dem Bier.

Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis.
Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
In der institutseigenen Brauerei lagern Fässer mit dem Institutslogo.
In der institutseigenen Brauerei lagern Fässer mit dem Institutslogo.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Brauwettbewerb am Institut Romeis
Das Institut Romeis verfügt für seine Analytik unter anderem über ein mikrobiologisches Labor. // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
In den Kühlschränken werden Nährmedien aufbewahrt. Diese dienen zur Kultivierung von Mikroorganismen.
In den Kühlschränken werden Nährmedien aufbewahrt. Diese dienen zur Kultivierung von Mikroorganismen.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
In der Institutsbrauerei lagern auch massive Holzfässer.
In der Institutsbrauerei lagern auch massive Holzfässer.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Ein halbautomatischer Matallrohrfüller zur Befüllung von Flaschen.
Ein halbautomatischer Matallrohrfüller zur Befüllung von Flaschen.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Seitenansicht der Metallbottiche im Sudhaus.
Seitenansicht der Metallbottiche im Sudhaus.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Im Sudhaus der Institutsbrauerei wird mitunter aus Malz, Wasser und Hopfen durch Maischen, Läutern und Kochen die Würze (alkoholfreie Vorstufe des Bieres) hergestellt.
Im Sudhaus der Institutsbrauerei wird mitunter aus Malz, Wasser und Hopfen durch Maischen, Läutern und Kochen die Würze (alkoholfreie Vorstufe des Bieres) hergestellt.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis.
Die Außenansicht vom Hauptgebäude des Instituts Romeis.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Die Teilnehmer des Brauwettbewerbs konnten sich vom institutseigenen Bier zapfen.
Die Teilnehmer des Brauwettbewerbs konnten sich vom institutseigenen Bier zapfen.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Die Teilnehmer des Brauwettbewerbs konnten sich vom institutseigenen Bier zapfen.
Die Teilnehmer des Brauwettbewerbs konnten sich vom institutseigenen Bier zapfen.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Alles steht bereit für den Wettbewerb.
Alles steht bereit für den Wettbewerb.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Ingrid Schmittnägel, eine der drei Geschäftsführer, eröffnet die Veranstaltung
Ingrid Schmittnägel, eine der drei Geschäftsführer, eröffnet die Veranstaltung  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dimo Brandt (Geschäftsführer), erzählt den Anwesenden über die Geschichte und Arbeit des Instituts.
Dimo Brandt (Geschäftsführer), erzählt den Anwesenden über die Geschichte und Arbeit des Instituts.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Dimo Brandt (Geschäftsführer), hält einen Vortrag über die Geschichte und Arbeit des Instituts.
Dimo Brandt (Geschäftsführer), hält einen Vortrag über die Geschichte und Arbeit des Instituts.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Marcus Jentsch ist Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung. Er teilte den Teilnehmern des Wettbewerbs die Bewertung des Instituts mit.
Marcus Jentsch ist Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung. Er teilte den Teilnehmern des Wettbewerbs die Bewertung des Instituts mit.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Biersommelier Karl Schiffner war Teil des Gremiums, das die Biere der Teilnehmer bewertet hat.
Biersommelier Karl Schiffner war Teil des Gremiums, das die Biere der Teilnehmer bewertet hat.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Der dritte Platz ging an das Team des Fachbereichs Brau- und Getränketechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und ihr eingereichtes Bier – „Piloten Pils“.
Der dritte Platz ging an das Team des Fachbereichs Brau- und Getränketechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und ihr eingereichtes Bier – „Piloten Pils“.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Der zweite Platz ging an das Team des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie der Technischen Universität München und ihr „SancTUM Pils“.
Der zweite Platz ging an das Team des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie der Technischen Universität München und ihr „SancTUM Pils“.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Der erste Platz ging an das Team der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei aus Berlin mit ihrem „V lovely Brew“-Bier
Der erste Platz ging an das Team der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei aus Berlin mit ihrem „V lovely Brew“-Bier  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Geschäftsführerin Ingrid Schmittnägel verkündet gegen Ende die Vergabe eines Sonderpreises.
Geschäftsführerin Ingrid Schmittnägel verkündet gegen Ende die Vergabe eines Sonderpreises.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
Am Ende wurde auch noch ein Sonderpreis vergeben. Diesen erhielt die Gruppe der Ferdinand-von-Steinbeis Schule aus Ulm mit ihrem „Danuvius Keller Pils“.
Am Ende wurde auch noch ein Sonderpreis vergeben. Diesen erhielt die Gruppe der Ferdinand-von-Steinbeis Schule aus Ulm mit ihrem „Danuvius Keller Pils“.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin
An dem Wettbewerb nahmen insgesamt 60 Menschen teil. Unterstützt wurden die anwesenden Teams auch von ihren Betreuern.
An dem Wettbewerb nahmen insgesamt 60 Menschen teil. Unterstützt wurden die anwesenden Teams auch von ihren Betreuern.  // FOTOGALERIE Jürgen Wittrin

Die Gewinner

Auf der Abschlussveranstaltung am 12. März stellten alle Teilnehmer ihre Pils-Kreationen vor. Jedes Team erhielt im Anschluss an seine Präsentation eine kurze Bewertung von Marcus Jentsch – ergänzt durch ein paar Worte von Karl Schiffner.

Zuletzt wurden die drei Erstplatzierten gekürt: Der erste Platz ging an das Team der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei aus Berlin mit ihrem „V lovely Brew“-Bier. Auf Platz zwei folgte das Team des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie der Technischen Universität München. Den dritten Platz belegte der Fachbereich Brau- und Getränketechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Einen Sonderpreis erhielt das Team der Ferdinand-von-Steinbeis Schule aus Ulm.

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