Auf den ersten Blick ist es ein unscheinbarer Ort, doch hinter den Türen des Instituts Romeis in Oberthulba wird Präzisionsarbeit geleistet. Was 1975 als kleines Labor begann, hat sich längst zu einer festen Institution für die Getränke- und Lebensmittelbranche entwickelt. Mit 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Unternehmen ein wichtiger Wissensträger in der Region.
Mehr als nur Zahlen und Reagenzgläser
In den Laboren werden chemische und mikrobiologische Analysen durchgeführt, doch die Arbeit endet nicht beim Prüfbericht. Die Expertinnen und Experten des Instituts begleiten unter anderem Brauereien und Lebensmittelbetriebe bei der Optimierung ihrer Prozesse und der Sicherung ihrer Produktqualität.
Trotz der überregionalen Bedeutung ist die Verwurzelung in der Heimat tief. Das Institut ist amtlich zugelassen für die Untersuchung von Trinkwasser und unterstützt damit die Versorgungssicherheit in der Region. Auch im Hinblick auf Arbeitssicherheit und Hygieneberatung sind sie Ansprechpartner.
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Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war die Überführung in die gemeinnützige Peter-Romeis-Stiftung im Jahr 2016. Die Stiftung fördert gezielt Wissenschaft, Forschung und die Ausbildung von Nachwuchstalenten in der Lebensmitteltechnologie. „Dem Gründer des Instituts, Peter Romeis, war es immer ein Anliegen, den Nachwuchs zu fördern“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Schmittnägel.
Besonders stolz ist man auf die eigene Institutsbrauerei. Hier wird Forschung fassbar: In einem modernen Sudhaus können neue Rezepturen entwickelt und technologische Verfahren getestet werden. Das macht das Institut zu einem gefragten Partner für die Brauindustrie – gerade für die kleinen und mittelständischen Brauereien der Region.
Wettbewerb der Nachwuchsbrauer
In der Wissenschaft zählen Fakten, beim Bier oft das Gefühl. Das Institut Romeis verbindet beides – und hat mit dem Wettbewerb „Brautalente der Peter Romeis-Stiftung“ sogar ein Event geschaffen, das angehende Braumeister aus ganz Deutschland nach Oberthulba lockt.
Die Veranstaltung fand im Jahr 2024 zum ersten Mal statt und entstand aus einer Idee des Kuratoriumsmitglieds Prof. Dr. Winfried Ruß. Das Institut sieht den Wettbewerb als Investment in die Zukunft, denn hier kommt der Nachwuchs der Branche zusammen. „Hier werden sie dazu animiert, zu brauen, zu experimentieren und kreativ zu sein“, sagt Ingrid Schmittnägel.
Einmal im Jahr wird der unterfränkische Ort damit zum Zentrum deutscher Braukunst, an dem die Experten von morgen zeigen, dass Tradition und moderne Analytik kein Widerspruch sind. Dass die Veranstaltung ernst genommen wird, zeigte das Teilnehmerfeld: 14 Teams aus ganz Deutschland – darunter Fulda, Berlin und München – traten am 12. März 2026 wieder gegeneinander an.
Institutsgründer und Geschäftsführer Peter Romeis konnte an diesem Tag nicht anwesend sein.
Herausforderung: Deutsches Pils
Die Aufgabe des Wettbewerbs ist jedes Jahr eine neue Herausforderung. Während beim ersten Wettbewerb 2024 noch ein Märzen mit Kalthopfung im Fokus stand, mussten die Teams letztes Jahr ein klassisches bernsteinfarbenes Hefeweizen kreieren. Dabei galt es, ein ganz bestimmtes Aromaprofil zu treffen.
Dieses Mal mussten die Teilnehmer sich an einem deutschen Pils versuchen, welches sich durch eine hellgelbe bis goldgelbe Farbe und dichten Schaum auszeichnet. „Inspiriert durch die Vielzahl der Bierstile sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der Brauwettbewerb soll wichtige Aspekte der praktischen Ausbildung zusätzlich fördern“, sagt Marcus Jentsch, Leiter der Brauereianalytik und Brauereiberatung am Institut Romeis.
Jedes eingereichte Bier durchlief eine strenge Qualitätsprüfung im Labor, bevor es von einer Expertenjury – unter anderem verstärkt durch Biersommelier Karl Schiffner– verkostet wurde. Mit in das Urteil floss dabei das Gesamtkonzept: vom Einhalten der Stammwürze und Farbe über das Etikettendesign bis hin zur Geschichte hinter dem Bier.
Die Gewinner
Auf der Abschlussveranstaltung am 12. März stellten alle Teilnehmer ihre Pils-Kreationen vor. Jedes Team erhielt im Anschluss an seine Präsentation eine kurze Bewertung von Marcus Jentsch – ergänzt durch ein paar Worte von Karl Schiffner.
Zuletzt wurden die drei Erstplatzierten gekürt: Der erste Platz ging an das Team der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei aus Berlin mit ihrem „V lovely Brew“-Bier. Auf Platz zwei folgte das Team des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie der Technischen Universität München. Den dritten Platz belegte der Fachbereich Brau- und Getränketechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Einen Sonderpreis erhielt das Team der Ferdinand-von-Steinbeis Schule aus Ulm.




































