Kultur, Freizeit und Vereine. Drei Themen, die uns alle beinahe täglich betreffen. Auch dazu haben wir in unserem Heimat-Monitor Fragen gestellt. Maximal zehn Punkte konnten unsere Leser vergeben. Ihr Zeugnis: Kultur und Freizeitangebot kommen zusammengerechnet auf 5,22 Punkte. Einziger Lichtblick scheint die Vereinsarbeit. Hier gab es landkreisweit 6,44 Punkte. Die Zahl der freien Nennungen zu den drei Themen ist riesig. Aber: Die Meinungen der Teilnehmer gehen auseinander.
Ein Kissinger schreibt: „Die Wandervorschläge immer mit kleiner Karte und Parkplatzvorschläge oder Straßenbezeichnung angeben. Auch wäre es sinnvoll, immer die Länge der Wanderung und Rastmöglichkeiten anzugeben.“ Es gibt auch Lob: „Bin mit Hammelburg und den Mitmenschen, Vereinen, Freizeitangeboten voll zufrieden.“
Absoluter Spitzenreiter bei den Fragen „Wie zufrieden sind Sie mit der Vielfalt der Freizeitmöglichkeiten in Ihrem Wohnort?“ und „ Wie bewerten Sie das kulturelle Angebot Ihres Wohnorts?“ ist Aura. Mit 7,11 Punkten liegt die Gemeinde vor dem Rest des Landkreises. Mit 6,87 Punkten landet Fuchsstadt auf Platz zwei. Es gibt allerdings Kritik: „Bei Vereinsfesten sollte nicht so viel Wert auf Ausschank von hochprozentigen Alkohol gelegt werden, es wird so viel von Alkoholmissbrauch gesprochen und hier zählt nur der Umsatz und Gewinn für den Verein“, äußert ein Fuchsstädter.
Hallenbad sorgt für Unruhe
Bad Kissingen landet trotz seiner vielen Freizeitangebote mit 6,76 Punkten nur auf Platz drei. Ein möglicher Grund: die Schließung des Hallenbads. Quasi jeder zweite Teilnehmer des Kurortes beschwert sich über die fehlende Schwimmmöglichkeit.
Aussagen wie „Mehr kulturelle Angebote für Kinder und Familien mehr Kinderfreundlichkeit, ein Hallenbad!!!“ und „Wir brauchen wieder schnellstens ein öffentliches Hallenbad und ein Lehrschwimmbecken für die Schulen!!! Es ist eine Schande, dass eine Stadt, die sich „Bad“ nennt, kein Hallenschwimmbad hat!!!“ sind nur zwei Beispiele aus den freien Nennungen.
Weit abgeschlagen von Rest, mit nur 3,22, 3,82 und 3,98 Punkten liegen Zeitlofs, Burkardroth und Elfershausen. Auch Schondra fällt mit ebenfalls 3,98 Punkten noch unter die Vier-Punkte-Grenze.
Positiv ist: Die Arbeit der Vereine wird wertgeschätzt. Bei der Frage „Wie bewerten Sie die Angebote der Vereine generell in Ihrem Wohnort?“ landen nur zwei Orte – Elfershausen und Zeitlofs – unter fünf Punkten.
Ein Oerlenbacher schreibt: „Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt in den Vereinen und der Natur sind hervorragend.“ Und auch in Thulba sind die Bürger zufrieden.„Ich lebe in Thulba, wir haben ein tolles Angebot von Vereinen, Sport, Schützen, Obst und Gartenbau, Musik, Feuerwehr, Gesang, Kindergarten, Stämauerclub,(Jugendclub) Burschenverein, Landfrauen.“ Besonders gute Werte erhalten Fuchsstadt mit 8,09, Aura mit 8,02 und Oerlenbach mit 7,66 Punkten.
Mehr Outdoor-Aktivitäten
Sportliche Betätigungen wie Sportvereine, Fitnessstudios und Sportkurse hingegen werden negativer gesehen. Der Kritikpunkt: zu wenig Outdoor-Aktivitäten. „Für Kinder im Grundschulalter ist außer dem Spielplatz nicht viel geboten. Die Vereine leisten da wesentlich mehr, als die Kommune“, schreibt ein Maßbacher.
Zu meckern gibt es auch in Bad Kissingen. „Es müsste viel mehr für Kinder und Jugendliche geben in Garitz. Spielplatz, Basketball, Schanzen zum Roller oder Inliner fahren für Kinder im Schulalter? Fehlanzeige.“
Die Bewertungen aus dem Heimat-Monitor haben wir zum Anlass genommen, nachzuhaken. Gibt es noch Vereine, in denen Familien generationenübergreifend tätig sind? Beim TV/DJK Hammelburg sind wir fündig geworden. Außerdem haben wir Ihnen eine Liste mit Freizeitangeboten für den Sommer zusammengestellt.
Und: In der Bayerischen Musikakademie Hammelburg steigt nach der Pandemie die Lust von Profi- und Hobby-Musikern auf gemeinsames Musizieren und Auftritte. Seit Mitte 2022 läuft der Betrieb wieder normal, endlich zahlt sich die Erweiterung im Jahr 2019 aus: Mehr Betten und Proberäume stehen zur Verfügung, deshalb will die Musikakademie in diesem Jahr erstmals die Marke von 24.000 Übernachtungen knacken. Redakteur Ralf Ruppert hat mit Teilnehmern eines Kurses, einer Dozentin und der Verwaltungsleiterin gesprochen.
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