Die Geschichtsabende in Seubrigshausen sind schon legendär. Seit 1975 kommen die beiden auswärtigen Einheimischen Konrad Steinert und Helmut Appel in die alte Heimat, um den Hiergebliebenen und inzwischen Zugereisten die Geschichte der alten Ortschaft und deren Menschen mit viel Herzblut zu erklären.
Im Jahr 1126 war es die Urkunde über ein Grundstücksgeschäft des Klosters Kitzingen, in der ein Zeuge aus „Sigeburgehusen“ benannt wurde. Zum einen wurde in der Folge der Jahrhunderte der Ortsname immer umgeschrieben oder gesprochen, zum anderen entlarvte Konrad Steinert die Urkunde vor dem voll besetzten Saal im DJK-Sportheim als Fälschung. Das heißt nicht ganz, denn die Namen waren zeitgerecht passend, und durch Querverweise konnte der Heimatforscher die erste urkundliche Erwähnung seines Heimatortes für das Jahr 1126 nachweisen.
Einblicke in die Geschichte bis heute
Damit war die Grundlage für das Jubiläum „900 Jahre Seubrigshausen 2026 – Sigeburgehusen 1126“ gegeben. Helmut Appel ergänzte das Thema mit einer Beschreibung der dann folgenden 900 Jahre bis heute.
Es ist ein Glück für Seubrigshausen, mit Helmut Appel und Konrad Steinert zwei ehemalige Dorfjungen zu haben, die einen Teil ihres Lebenswegs zwar in anderen Orten ihrem Lehrerberuf nachgingen, jedoch mit Kopf und Herz fast jeden Tag für ihren Heimatort wirken. Anders lässt sich das Ergebnis ihrer Forschungen nicht beschreiben. Für den Geschichtsabend anlässlich der 900-Jahr-Feier konnten Helmut Appel und Konrad Steinert noch einmal die von ihnen recherchierte Heimatgeschichte sehr unterhaltsam darlegen.
Stück mit Lacherfolg
Auch wenn es keine gemeldete Fußballmannschaft für den an diesem Märzabend schneeweißen Fußballplatz mehr gibt, organisiert die DJK Seubrigshausen unter anderem den Männerchor und die Faschingsgruppe. Beide Kulturträger rundeten den durch Vortrag und Bilder sehr informativ besetzten Hauptteil der Veranstaltung ab. Der Chor sang fränkisches Liedgut und die Schauspieler und Spielerinnen der Faschingsgruppe boten im Laienspiel eine sehr lustige Persiflage auf die Ereignisse rund um die erste urkundliche Erwähnung an. „Dass Seubrigshausen nie zur Münnerstadt gehören wird!“ hat vor 900 Jahren bestimmt niemand versprochen, doch hatte der Ausruf im Stück deutlichen Lacherfolg.
Denn eingangs war der Schirmherr und noch ein wenig Neu-Seubrigshäuser, Bürgermeister Michael Kastl (CSU), auf die Eingemeindungssituation 1971/72 eingegangen. Noch gut ein Jahr vor der Bildung der Großgemeinde sei Seubrigshausen noch kein Thema für einen Anschluss an Münnerstadt gewesen. Das änderte sich erst – und dann schnell – als mit erheblichen Fördermitteln vom Land Bayern den Kommunen Druck gemacht wurde, so das Stadtoberhaupt.
Erinnern mit vielen Bildern
Letzter Bürgermeister und ab 1. Januar 1972 erster Ortssprecher war der Schreinermeister Roman Schmöger. In diesem Zusammenhang ergänzte Helmut Appel, dass 1966 zwei Landwirte den Gemeinderat verlassen hätten, weil das „ewige“ Prinzip, dass in Seubrigshausen nur Bauern den Bürgermeister stellen, durch die Wahl eines Handwerkers durchbrochen wurde. Diese und weitere Geschichten sowie zahlreiches Bildmaterial zogen immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Auffallend viele jüngere Gäste füllten den Saal. Das Interesse an Seubrigshausens Geschichte ist generationenübergreifend vorhanden. „In Seubrigshausen ist es schön“, haben die beiden Protagonisten der Geschichtsforschung 2004 in einem Liedtext festgehalten. Natürlich ein Muss für die Männergesangsgruppe an diesem Abend.
Der Einstieg in das Jubiläumsjahr ist gelungen, und die Feuerwehr feiert mit. Es ist das 150-jährige Bestehen der Wehr. Konrad Steinert konnte mit der Geschichte über den Brand der Zehntscheune und seiner Beschreibung in der damaligen Zeitung um 1890 die Wichtigkeit des organisierten Brandschutzes herausstellen, der am 1. Mai 1876 durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Seubrigshausen wirksam wurde.
Feuerwehr-Gedenktafel wird enthüllt
Am 30. April wird die Feuerwehr eine Gedenktafel zu ihrem Jubiläum enthüllen.
Dass die freiwillige Feuerwehr ein sehr wichtiger Teil und Träger der Dorfgemeinschaft ist und dass deren Geschichte auch von Helmut Appel und Konrad Steinert beispielhaft in ihren Vorträgen, Büchern und Schriften für Seubrigshausen gewürdigt wurde, ist ein großer Reichtum für das Münnerstädter Dorf zwischen Haßbergen, Grabfeld und Rhön-Saale.
900 Jahre alt – und es wird gefeiert!
Seubrigshausen weiß, wie man Feste zelebriert. Das Jubiläumsjahr um die erste urkundliche Erwähnung ist bereits mit einem Geschichtsabend und einer Grenzwanderung gestartet, doch das reicht den Organisationsteams nicht, die seit einem Jahr an den Feinheiten werkeln. Zumal es auch 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Seubrigshausen zu feiern gibt. Jubiläen zu planen und dann auch erfolgreich durchzuführen, liegt in der Verantwortung der Menschen von DJK und freiwilliger Feuerwehr.
Ein Höhepunkt des Festjahrs ist das „Große Jubiläumsfest“ vom 20. bis 22. Juni im Dorf und auf dem Festplatz. Am Samstag kommen aus den Nachbardörfern die Einwohner mit den Traktoren und finden sich bestimmt beim Beatabend mit der Gruppe HILIVE.
Am Sonntag ist zur Kirchenparade der Feuerwehr das Jugendblasorchester Münnerstadt zu Gast. Zum Mittagessen schafft dann die Jugendblaskapelle Großwenkheim den Appetit für Gefühle und Speisen heran. In der langen und der kurzen Gasse wird an diesem Tag eine Marktstraße eingerichtet. Einheimische Handwerker zeigen ihre Produkte und eine Fahrzeugschau wird präsentiert. Die Feuerwehr zeigt ihren Fuhrpark und es gibt Dorfführungen. Die enden dann bei der Musik von „i blech zamm“.




















