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Erzählcafé des Juliusspitals
Zwischen Brauerei und Sozialstiftung
Erzählcafe
Beim Erzählcafe in Münnerstadt kommt der Erlös aus der Bewirtung dem Freundeskreis des Juliusspitals zugute. Die Leiterin des Betreuten Wohnens, Karina Dietz, übergab der Vorsitzenden des Vereins, Andrea Ziska, einen Scheck von 600 Euro . Davon können sinnvolle Anschaffungen für die Bewohner getätigt werden. Im Bild: (v. l.) Leo Pfennig, Martin Pfeuffer, Andrea Ziska und Karina Dietz mit dem Helferteam. // Anneliese Albert
Signet des Fränkischen Tags von Anneliese Albert
Münnerstadt – Martin Pfeuffer berichtete in Münnerstadt von seiner Arbeit in der Jugendarbeit und bei der Carl-von-Hess’schen Sozialstiftung.

Erstmals fand das Erzählcafe des Juliusspitals – das 150. seiner Art – im neurenovierten Großen Saal des ehemaligen Jugendhauses am Dicken Turm statt, in dem Betreutes Wohnen der Carl-von-Hess‘schen Sozialstiftung eingerichtet wird. Moderator Leo Pfennig begrüßte als Erzähler den stellvertretenden Leiter der Sozialstiftung Martin Pfeuffer, der aus seinem Leben berichtete und Fotos dazu zeigte. Über 100 Zuhörer waren gekommen. Das Motto von Pfeuffers einstündiger Erzählung hieß: „Von der Bierbrauerei über die Jugendarbeit zur Carl-von-Hess‘schen Sozialstiftung“.

1962 in Schweinfurt geboren

Martin Pfeuffer wurde 1962 in Schweinfurt geboren. Er wuchs mit drei Brüdern und einer Schwester in Oberwerrn auf. Als Seminarist kam er an das Münnerstädter Gymnasium. Er bezeichnet sich als durchschnittlichen Schüler, der aber am Internatsleben Gefallen fand. Bei Rudi Wiesner erhielt er dort auch Klavierunterricht. Dieser warb ihn als Sänger für die Liedertafel, die in der Gaststätte Mangold probten. Dorthin zog es ihn auch oft in seiner Freizeit. Eines Tages sprach ihn der Brauereibesitzer Jasper von Wallmoden an, ob er sich in der Brauerei etwas Geld verdienen wolle. Martin Pfeuffer sagte zu und begann in der Klosterbrauerei mit dem Streichen von Biergarnituren. Eines Tages konnte er ein Zimmer im Dachgeschoss der Brauerei beziehen. Pfeuffer fand Gefallen am freien Leben. Er ging zu Stammtischen und beteiligte sich an Schafkopfrunden, fand eine Freundin, war Bierfahrer und arbeitete in der Diskothek Apollon. Nach dem Abitur und 15 Monaten Wehrdienst studierte er Sozialpädagogik.

24 Jahre lang Kreisjugendpfleger

Ab 1990 war er 24 Jahre lang Kreisjugendpfleger im Landkreis Bad Kissingen und Geschäftsführer des Kreisjugendrings, der alle Jugendvereine betreute. Von 1991 bis 2009 organisierte er Ferienfreizeiten mit ärztlicher Behandlung von je 30 Kindern aus der Umgebung von Tschernobyl. Mit dem DHW führte er zwölf Hilfstransporte durch. Privat hatte er eine Familie gegründet und für sie in Münnerstadt am Karlsberg ein Haus gebaut. Eines Nachts brach darin ein Brand aus, während die Familie schlief – für alle ein entscheidender Lebenseinschnitt. 2014 wechselte er beruflich zur Carl-von-Hess‘schen Sozialstiftung. Ein reicher, kinderloser Hotelier aus Hammelburg, der in Bad Kissingen das Hotel Kaiserhof besaß, und seine zwei Brüder vermachten ihr Vermögen einer Stiftung, die für Senioren Heime bauen und betreiben sollte. Der Landkreis bekam die Aufsicht. Marco Schäfer war der Erste Geschäftsführer. Ihm wurde Martin Pfeuffer zur Seite gestellt. Inzwischen gehören zur Stiftung sechs Häuser in Bad Brückenau, Zeitlofs, Euerdorf, Hammelburg und Münnerstadt. In Planung ist der Umbau des ehemaligen Gymnasiums in Hammelburg zu einem Betreuten Wohnen mit 100 Wohnungen. Martin Pfeuffer sieht die Zukunft für die Stiftung in der Schaffung von Wohnungen im Bereich Betreutes Wohnen. Für seine interessanten Ausführungen erhielt er großen Applaus.

Bei der Scheckübergabe an das Juliusspital dankte Pfennig dem Helferteam. Dazu gehören Sonja Kastl, Claudia Pfennig, Rita Reiher, Helga Schleier und Lilli Stumpf.

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