Das Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche Maria Magdalena ist eine kleine Tradition geworden. Dass so etwas stattfinden kann, hängt von den Protagonisten ihrer Zeit zusammen. Peter Rottmann ist so jemand.
Er hat einer ganzen musikinteressierten Generation in und rund um Münnerstadt hinaus in den örtlichen Kirchen und den Gotteshäusern zwischen Rhön, Grabfeld und Main zum Teil unvergessliche Orgelkonzerte geschenkt. Der Münnerstädter, später auch der Rhöner Orgel-Sommer, sind solche Beispiele.
Bei einem Konzert im Winter wird die Erinnerung mehrteilig ausfallen. Im Gotteshaus waren die Temperaturen am Arbeitsplatz des Organisten kurz vor dem Konzert nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt, was für das Arbeitsgerät und den Musiker schon eine Herausforderung gewesen ist.
Ebenso ist es für einen Trompeter nicht unbedingt die größte Freude, das metallene Mundstück immer auf Betriebstemperatur zu halten. Im Ergebnis für die zuhörenden gut einhundert Besucherinnen und Besucher war es ein sehr sinnlicher Einstieg ins neue Jahr.
Eindrucksvolle Wucht
Gerade jetzt in der sanierten und damit künstlerisch weiter aufgewerteten Stadtpfarrkirche ist die Klais-Orgel die Klangmaschine mit der vielseitigen und eindrucksvollen Wucht im Dom der Vorrhön. Die Münnerstädter werden sich daran gewöhnen müssen, dass Peter Rottmann als das konzertante Gewissen in der Stadt bald in den Ruhestand geht.
Trotz etwas widriger Umstände war das Konzert für Orgel und Trompete das erwartbare Erlebnis. Siebzig Minuten, in denen Jürgen Weyer und Peter Rottmann mit ihrer Auswahl den Zuhörern ein Neujahrsgeschenk machten.
Programm mit weltlichen Stücken
Das „Lagerfeuer“ der neu installierten Sitzheizungen trug dazu bei, dass die Gäste durch die Werke der Komponisten Michel Corrette (1707–1795), Louis Vierne (1870–1937), Henry Purcell (1659–1695) sowie des Welt-Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach (1685–1750) eine besondere Wärme durch die Trompete und die Orgel erfuhren.
Regionalkantor Peter Rottmann hatte das Programm um „weltliche“ Stücke erweitert.
Bekannte Melodien, wie eine „Carmen-Fantasie“ (Georges Bizet, 1838–1875) waren von ihm für Orgel und Trompete arrangiert worden. Das Feuer und die Leidenschaft, welches die Oper seit über 150 Jahren ausstrahlt, war diesmal nur bedingt zu erreichen.
Schon eher angepasst war die Mystik aus „Herr der Ringe“ In den „Dream“ eines Hobbit konnten sich Kenner gut hineinversetzen. Howard Shore (*1946) ist der Komponist.
Der weltbekannte Gospel „Amazing Grace“ von John Newton, in der Bearbeitung von James P. Carrell (1787–1854) war wohl die eingängigste Melodie an diesem Spätnachmittag des Neujahrstages.









